POL-BN: Gemeinsam gegen Telefonbetrüger: Sparkasse KölnBonn und Polizei Bonn kooperieren

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Bonn (ots) –

Polizei Bonn: Geldausgabeumschläge in den Filialen der Sparkasse KölnBonn gegen Telefonbetrüger

Sparkasse KölnBonn: Nahezu jede zweite Woche einen Seniorenbetrug verhindert

Bei Anruf mit finanziellen Forderungen unbedingt mit einer Vertrauensperson sprechen

Auch die Sparkasse KölnBonn stellt fest, dass die Zahl der Betrugsversuche, die vornehmlich auf die ältere Kundschaft abzielen, weiterhin hoch ist. Dank Wachsamkeit und beherztem Handeln gelingt es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nahezu jede zweite Woche einen Betrug zu verhindern. „In der Zeit von Oktober 2021 bis September 2022 konnten wir in 20 Fällen unsere Kundinnen und Kunden sowie ihre Familienangehörigen vor einem Vermögensverlust schützen. Insgesamt ging es dabei um einen abgewendeten Schaden in Höhe von rund einer Million Euro“, fasst Ernst Wiesel, Bereichsleiter für Compliance und Recht bei der Sparkasse KölnBonn, zusammen.

Kriminaloberrat Holger Klein betont „Wir sind dankbar dafür, dass die Angestellten der Sparkasse KölnBonn aufmerksam sind, zur richtigen Zeit die richtigen Fragen stellen und die Geldausgabeumschläge mit unseren Warnhinweisen verwenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine wesentliche Unterstützung unserer kriminalpräventiven Arbeit, um solche Taten zu verhindern“, und ergänzt weiter: „Alleine in diesem Jahr haben wir über 900 Straftaten zum Nachteil älterer Menschen registriert. Auch wenn dabei nur etwa 50 Taten vollendet wurden, ist dabei dennoch ein Schaden von bislang über einer Million Euro entstanden.“

Häufig geben sich Täter gegenüber insbesondere älteren Menschen direkt oder per Telefon z. B. als Polizeibeamtinnen und -beamte oder Staatsanwälte aus, die Kundinnen und Kunden mit Lügengeschichten überzeugen, um vermeintliche Täter zu überführen. Die gutgläubigen oder unter Druck gesetzten Opfer hoben hohe Geldsummen ab, überwiesen hohe Beträge oder übergaben Schließfachinhalte an die Betrüger. Kunden wurden in vielen Fällen von Tätern genau instruiert, wie sie auf Fragen von Mitarbeitern der Kreditinstitute antworten sollten. Nicht selten hören die Betrüger auch über ein mitzuführendes Handy mit stehender Leitung zu.

„Bei hohen Bargeldverfügungen insbesondere älterer – auch gut bekannter Kunden – suchen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel das Gespräch“, erläutert Ernst Wiesel. Sollten dabei Zweifel bleiben, binden die Kolleginnen und Kollegen vor der Auszahlung außerdem das Team der Betrugsprävention der Sparkasse KölnBonn ein oder wenden sich in akuten Fällen direkt an die Polizei.

Robert Vallone, Filialleiter in Bonn, berichtet von einem wahren Fall, der sich im Mai dieses Jahres ereignete: Ein älterer Herr Mitte achtzig kam zu uns in die Filiale. Er wirkte aufgelöst und war völlig durchnässt, weil er drei Kilometer zu Fuß durch den Regen gelaufen war, um in die Geschäftsstelle zu kommen. Er wollte 50.000 Euro von seinem Konto abheben. Die Kollegen vor Ort wurden sogleich hellhörig, weil sie einen Betrugsversuch im Hintergrund vermuteten. Auf ihre Frage, wozu der Senior das viele Geld benötige, wich dieser aus. Auch die Filialleiterin redete mit ihm. Doch er blieb zunächst weiter wortkarg. Sie holte einen Flyer zur Betrugsprävention, um ihm deutlich zu machen, dass man in diesem Fall helfen könne. Daraufhin erzählte der Mann, was los war. Er hatte einen Anruf eines vermeintlichen Polizisten bekommen, dass seine Frau nicht beim Friseur wie geplant erschienen sei, sondern einen Autounfall erlitten habe. Er habe nun sofort 50.000 Euro zu bezahlen, sonst müsse er ins Gefängnis. Ein Anruf bei der Polizeiwache in Beuel klärte dann die Lage. Man konnte den über 80-Jährigen am Ende überzeugen, dass er Opfer eines Betrugsversuchs geworden war. Die Polizei kam in die Filiale; außerdem schickte man Zivilfahnder zum Haus des älteren Herrn, allerdings ohne die Täter dort dingfest machen zu können. Die Beamten fuhren den Senior schließlich nach Hause, wo wenig später seine Frau vom Friseur heimkehrte. Die Tochter bedankte sich einige Tage später bei der Sparkasse KölnBonn, dass die aufmerksamen Kolleginnen und Kollegen ihren Vater vor einem Betrug gewissenloser Krimineller bewahrt hatten.

Dennoch: Kundenschäden kann auch die Sparkasse KölnBonn nicht ausschließen und das Risiko bleibt erhöht. Der Schutz der Kundinnen und Kunden bleibt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Spagat zwischen Fürsorge und Bevormundung. Ernst Wiesel: „Wir wollen und können unseren Kundinnen und Kunden natürlich nicht verbieten, hohe Summen abzuheben. Aber je nach Situation und je höher die Summe ist, die sie abheben wollen, desto eher fragen wir natürlich nach“. Oftmals habe auch die Ansprache der Kundinnen und Kunden dazu geführt, dass sie dann zuhause aus eigenem Misstrauen die Transaktion abgebrochen hätten, ohne die Sparkasse oder die Polizei einzuschalten.

Die Sparkasse KölnBonn informiert mit dem gemeinsam mit der Polizei entwickelten Kundenflyer „Schutz vor Betrug“ die Kundschaft und deren Angehörige über den Enkeltrick und andere aktuelle Betrugsmaschen. Der Flyer kann in jeder Filiale mitgenommen werden oder er steht im Internet auf der Homepage der Sparkasse KölnBonn zum Download zur Verfügung: Elektronische Flyer (e-Flyer) (sparkasse-koelnbonn.de). Ergänzend setzt die Sparkasse seit Januar 2021 Geldausgabeumschläge ein, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Polizei entworfen worden und auf denen Warnhinweise sowie die Telefonnummer der Polizei aufgedruckt sind. Speziell für den Verdachtsfall, dass sich Betrüger am Telefon als Polizistinnen und Polizisten ausgegeben haben, können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich Warnkarten an die Kundin oder an den Kunden ausgeben.

Die gemeinsamen Tipps von Polizei und Sparkasse KölnBonn:

1. Sollten Sie einen Anruf verbunden mit finanziellen Forderungen erhalten, sprechen Sie mit Familienangehörigen, Vertrauenspersonen z. B. Ihrem/Ihrer Sparkassenbera-ter/in oder halten Sie direkt mit der Polizei über die Telefon-Nr. 110 Rücksprache.

2. Übergeben Sie in den beschriebenen Situationen niemals Geld an unbekannte Personen, auch nicht an angebliche Bedienstete der Polizei.

3. Schenken Sie telefonischen oder schriftlichen Gewinnversprechen keinen Glauben, insbesondere, wenn die Auszahlung des Gewinns an Bedingungen/Vorauszahlungen geknüpft ist.

4. Scheuen Sie nicht die Kontaktaufnahme zur Polizei – wählen Sie im Zweifelsfall die Telefon-Nr. 110. Oder Sie wenden sich an Ihre/ Ihren Sparkassenberater/in. Dort kann die Verbindung zur Polizei ebenfalls im Einzelfall hergestellt werden.

5. Aktuelle Präventionshinweise erhalten Sie über die Präventionsdienststelle der Polizei Bonn unter Tel.: 0228 15-7676 sowie

6.Erstatten Sie Strafanzeige, auch wenn Sie nicht geschädigt wurden – helfen Sie damit Dritten!

Rückfragen bitte an:

Polizei Bonn
Pressestelle

Telefon: 0228 – 1510-21 bis 23
Fax: 0228-151202
https://bonn.polizei.nrw

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Quelle: ots