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Elf Skulpturen auf einen Streich

Am gestrigen Sonntag wurde das Bahnhofsumfeld von Münster gleich um elf Skulpturen reicher. Münsters Bahnhofsbezirk verändert sich vom dem einstigen 50ger Jahre geprägten tristen Image zu einem ausgewachsenen Vorzeigeumfeld mit Wohlfühlcharakter.

Das Stadtentrée wird immer mehr zu einem Erlebnisviertel, wie es auch einer der schönsten Städte in Deutschland gebührt.

Während in anderen Städten die Bahnhofsumfelder immer mehr von den eigentlichen Stadtkernen entfremdet werden, macht sich die Kaufmannschaft vom Bahnhof in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster auf, einen freundlichen Gegenkurs einzulenken.

Kunst im öffentlichen Raum, auch als Public Art bezeichnet, gehört in Münster zum Stadtbild und zieht viele Besucher aus der ganzen Welt an. Aber triste Stromkästen so aufwändig zu präsentieren ist neu. Aus rund 70 Stromkästen wählte Tobias Rehberger, 11 exponierte Standorte aus und holte die Kästen mit einer aufwendigen Installation in das Bewusstsein der Betrachter zurück.

Werner Paß und Tobias Rehberger auf einer Skulptur an der Engelenschanze in Münster.

Der international renommierte Künstler Tobias Rehberger wurde in Münster durch das Skulptur Projekt 1997 mit der etwas anderen Sichtweise auf den H1 Hörsaal durch „Günther´s Bar“ bekannt. Mit seinem neuen Projekt „Moon in Alabama“ rückt Tobias Rehberger das Herz des Südens, so wie der südliche Bundesstaat der Vereinigten Staaten Alabama auch gern genannt wird, in das Herz vieler Münsteraner.

Die nun auf dem Bouleplatz an der Engelenschanze mit einem Bürgerfest übergebenen Kunstwerke besitzen ein aufwändiges technisches Innenleben. „Wenn der Mond in Alabama aufgeht, geht er zeitgesteuert auch hier in Münster auf“, erklärt der bescheidene Künstler.

„Dabei werden sparsame LED-Lampen verwendet und natürlich sind die Kästen auch weiterhin für Techniker zugänglich. Die Rohre und Sitzflächen sind mit Scharnieren versehen, so können sie jederzeit zur Seite geklappt werden“, fügt er hinzu. Er bedankte sich gestern bei der Eröffnung auch bei seinem befreundeten Künstler und Schmiedemeister Werner Paß aus Havixbeck, der die Modelle umgesetzt hat.

„Romantische Monderlebnisse unter dem Vorzeichen einer globalen Vernetzung“, sind durch die Skulpturen in Münster möglich, meint Bernadette Spinnen, die Leiterin von Münster Marketing zu diesem initiierten Geniestreich von Peter Cremer, dem Vorsitzenden der (ISG) Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel(e.V.).

Peter Cremer steckt viel visionäres Denken und enorme Leidenschaft in den Standort Bahnhof-Münster. Sein Urgroßvater, der Geheimrat Josef Cremer kaufte am Ende der 1920er Jahre das ursprünglich 1895 erbaute Hotel Kaiserhof. Peter Cremer führt das Familienunternehmen gemeinsam mit seiner Frau Anne Cremer. Zusammen haben sie seit 1999 nicht nur das Hotel modernisiert, sondern mit Hilfe der ISG auch gleich viele Teile des Bahnhofsumfeldes in ein ansprechendes Licht gerückt.

Weitere Informationen zu den Skulpturen gibt es im Internet unter:
http://muenster-artandpublic.com/dt/projekte.html