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Vom Umzug bis zur Körperverletzung

Am vergangenen Donnerstag bekam Walter M. vom Schlüsseldienst RatzFatz einen Auftrag 20. Januar 2015_Moroschan_Polizei_249_17774zum Ausbau eines Schließzylinders in Münster Gelmer. Auf Nachfrage der Anruferin zu den Kosten erklärte er, dass der Ausbau mit An- und Abfahrt bis Gelmer nach Zeitaufwand berechnet, aber einen zweistelligen Betrag nicht überschreiten werde.

Damit erklärte sich die Anruferin einverstanden und bestellte den Schlüsseldienst zu einer Adresse in Gelmer, erklärt uns der Schlossexperte. In seiner weiteren Schilderung geschah dann folgendes;

Als er dort ankam warteten zwei junge Frauen auf ihn und zeigten ihm den Zylinder, den er ausbauen solle. In diesem Moment kam noch eine weitere, ältere Frau dazu. Es war, wie sich später herausstellte, die Mutter der beiden anderen Frauen, die von nun an auch als Wortführerin der drei Frauen auftrat.

Sie fragte ebenfalls nach dem Preis für die Dienstleistung. Walter M. erklärte, es werde sich so um ca. 80,- Euro handeln. Das war der älteren Frau aber viel zu viel und so kam es schnell zu einem rasanten Wortwechsel, in dem die ältere Frau auch mit einem Anwalt wegen zu hoher Kosten drohte.

Der Dienstleister war mit seiner Arbeit noch nicht angefangen, deshalb bat er die An- und Abfahrtkosten in Höhe von 30,- Euro bezahlt zu bekommen, da ihm diese ja nun tatsächlich entstanden sind. Die ältere Frau soll darauf hin sofort gesagt haben„Ich habe kein Geld“.

Da es sich bei der vermeintlichen Auftraggeberin um einen Auszug aus der Wohnung handelte, bat Walter M. um den Namen und die neue Anschrift der Personen, damit er die Rechnung dorthin schicken könne. Aber auch diese Auskunft wurde dem Mann verweigert.

Es kam zu keiner Einigung zwischen den zerstrittenen Personen, deshalb rief Walter M. gegen 17.13 Uhr bei der Polizei an, schilderte kurz den Sachverhalt und bat um Unterstützung bei der Personalienfeststellung, damit er schließlich auch seine Rechnung adressieren könne.

Da nun eine Personalienfeststellung nicht unbedingt ein dringender Fall für die beschäftigten Einsatzkräfte bedeutet, wurde Walter M. am Telefon auch über eine etwaige Wartezeit von bis zu einer Stunde informiert.

Nach dem Telefonat teilte er dies den Frauen mit.
Hiervon wollte die ältere Frau nichts wissen und attackierte Walter M. nach seinen eigenen Angaben, als er ihr sagte, er würde sich ihr Notfalls in den Weg stellen um sie daran zu hindern, fort zu gehen, bevor die Polizei einträfe.

Um die mit Händen auf ihn losgehende Frau abzuwehren, hielt er sie an der Schulter auf Abstand. In diesem Moment haben auch die beiden Töchter auf ihn eingeschlagen, bis er am Boden gelegen habe. Dabei habe er sich absichtlich nicht gewehrt, damit die Situation nicht noch weiter eskalierte, beschreibt der sichtlich angegriffene Mann.

Nachdem die Frauen von ihm abgelassen hatten, rief er nach seinen Angaben den Notruf der Polizei an, und teilte den Einsatzkräften den veränderten Tatbestand und seine Hilflosigkeit mit.

Allerdings lief der Einsatz bei der Polizei immer noch unter „Zahlungsstreitigkeiten“, daher trafen die Polizisten erst gegen 18:06 Uhr in Gelmer ein.
Zum Entsetzen von Walter M., wurde er zuerst gefragt, ob er eine der Frauen sexuell berührt habe. Walter M. fühlt sich von der Polizei nicht Ernst genommen und sein erster Kontakt zur Polizei war in seinen Augen eine Katastrophe. „Was hätte in der Zeit alles passieren können?“ fragt er sich.

Auf unsere Nachfrage bei der Polizei teilte eine Pressesprecherin mit, “Die Anrufe bei der Polizei werden nach Wichtigkeit sortiert und nach dieser Reihenfolge abgearbeitet. Da wird eine Zahlungsstreitigkeit natürlich später abgehandelt als ein Unfall mit Personenschaden.
Da es sich bei dem vorliegenden Fall um eine wechselseitige Körperverletzungsanzeige handelt, wird die Staatsanwaltschaft nun weitere Ermittlungen einleiten.“

Bilder: TL