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Die letzte SMS vor dem Tod

André und Udo Weiss von der Polizeidirektion Verkehr, berichten ausführlich über tragische Einsätze mit Todesfolgen, durch die Benutzung von Handys am Steuer.

„Der weiße Transporter fuhr immer weiter in den Gegenverkehr, bis er ungebremst, frontal in den roten Baulaster krachte“, erinnert sich der Zeuge.

Als der junge Fahrer aus dem Wrack nur noch tot geborgen werden konnte, fanden die Polizisten in seiner Hüfte eingeklemmt ein Handy. Das Nachrichtenmenü war noch geöffnet und die letzte SMS fast fertig geschrieben.

So wichtig kann keine SMS sein, dass man dafür sein Leben oder die Gesundheit anderer auf`s Spiel setzt.
Dennoch ist es leider zu einem gewohnten Bild auf unseren Straßen geworden und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich ein jeder von uns, in die Reihe der Trauernden eingliedern kann, der jemand nahestehenden durch diese Dummheit verloren hat.

Nur wenn wir konsequent umdenken und das Handy im Auto auf „lautlos“ an einem Ort, wo wir es nicht direkt sehen können ablegen, dann werden diese Horrorszenarien auf unseren Straßen weniger werden.

Wenn wir uns auf die Autofahrt an sich konzentrieren und so dem gesteigerten Verkehrsaufkommen die uneingeschränkte Beachtung schenken, dann können sich die schlimmen Unfälle der letzten Zeit nicht noch steigern. Handeln wir also gemeinschaftlich gegen den Unfalltod.

Hier ein schönes Beispiel wie schnell so etwas gehen kann:

In einem Kinosaal verdunkeln sich die Lichter, ein Film beginnt….
Zu sehen ist ein Autofahrer der aufs Gas tritt, der Wagen beschleunigt. Es folgt der Blick auf eine gradlinige Straße, eine eher langweilig Geschichte.

Auch für Fahranfänger ein überschaubares Szenario.
Was die Kinobesucher nicht wissen, der Veranstalter hat mit den Telefonprovidern eine Möglichkeit geschaffen, um den eingeschalteten Telefonen im Kinosaal eine SMS zu senden.
Nach wenigen Sekunden Piept und Klingelt es im ganzen Saal, die Besucher(innen) zücken ihre Telefone, schauen aufs Display und Z-A-C-K.
In diesem Moment kracht es gewaltig auf der großen Leinwand. Unverkennbar ein Unfall. Zu erkennen ist die kaputte Windschutzscheibe, doch wie konnte es zu diesem Unfall kommen?
Geschockte Gesichter schauen auf die Leinwand.
Erst nach Sekunden gibt sich VW als Urheber für den „Film-Unfall“ zu erkennen.
“Handy-Nutzung ist mittlerweile die häufigste Todesursache hinter dem Steuer und dies ist eine Mahnung, die Augen auf der Fahrbahn zu lassen”, wird auf der Leinwand eingeblendet.
Diese Lehrübung hat gesessen!
Damit hat VW in China das geschafft, was in vielen Ländern durch Plakataktionen, Lehrvideos, Schulungen und anderen Aktionen versucht wurde. Die Gefährlichkeit der Ablenkung durch Telefone zu vermitteln. Die Polizei in Münster hat an unterschiedlichen Aufklärungskampagnen mit ähnlichen Mitteln gearbeitet. Hier wurden einzelne Teilnehmer(innen) aus dem Zuschauerraum zu einem Reaktionstest gebeten, wo sie dann mit einem Handy abgelenkt wurden. Auch hier gab es viele geschockte Gesichter und die sichere Erkenntnis – Kein Handy beim Fahren, ein Leben kann davon abhängen
Klaus Laackman ist der Leiter des Vekehrskommissariats 11. in Münster und beschäftigt sich mit der Verkehrsunfallprävention und dem Opferschutz. Nach dem er das Video gesehen hat, ist er sehr überzeugt von dem professionellen Effektfilm. „Es ist ein absolut effektives Mittel zur Unfallpräventionsarbeit, und wir von der Polizei Münster halten dieses Video für einen sehr guten Beitrag von VW, wo erlebnisnah gezeigt wird, wie sehr ein Handy bei der Fahrt ablenkt“.
Schauen Sie sich dieses Video an

Und hier noch ein eindrucksvolles Video aus England:

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