Historisches

75 Jahre nach Kriegsende: Gemeinsame Ausstellung widmet sich der „Trümmergesellschaft“

Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal. Das haben die Kreis-Kulturabteilung und die Kulturbeauftragten der kreisangehörigen Städte und Gemeinden zum Anlass genommen, eine gemeinsame Ausstellung anzubieten: Ab kommenden Freitag (8. Mai 2020) werden unter dem Titel „1945 – Befreiung und Neuanfang im Kreis Coesfeld“ wichtige Aspekte der letzten Kriegstage und der Nachkriegszeit im Baumberger-Sandstein-Museum in Havixbeck thematisiert. Die Ausstellung, die von einer fachübergreifenden Arbeitsgruppe erarbeitet wurde, geht anschließend auf Wanderschaft durch das Kreisgebiet.

Thematisch im Mittelpunkt stehen die allgemeine Lage am Kriegsende, der Wiederaufbau der Städte und die beginnende Demokratisierung, aber auch das Schicksal der Heimatlosen und Ostvertriebenen sowie die Situation der beiden christlichen Kirchen; ausdrucksstarke Fotos der „Trümmergesellschaft“ bebildern die Präsentation. Das Vorbereitungsteam – bestehend aus Martin Bußkamp (Ascheberg), Dr. Joachim Eichler (Havixbeck), Markus Kleymann (bis 1. April Kreis Coesfeld, nun Senden), Kreisarchivarin Ursula König-Heuer sowie Benedikt Helmich (katholische Kirche) und Thorsten Melchert (evangelische Kirche) – freut sich, dass die Ausstellung, selbst in Zeiten der Corona-Krise, wie geplant an der ersten Station starten kann. „Wir finden es wichtig, dass trotz der widrigen derzeitigen Umstände dieses bedeutsame Kapitel der Geschichte aufgegriffen und der Öffentlichkeit präsentiert wird“, sind sich Bürgermeister Klaus Gromöller und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr einig.

Die Ausstellung besteht im Wesentlichen aus großen Bannern, auf denen Fotos und Texte kombiniert werden. Die Mediengestalter Carsten Böggering und Madeleine Brüning vom Kreis Coesfeld arbeiteten bis kurz vor Eröffnung mit Hochdruck an der Fertigstellung. Die vielfältigen Probleme der unmittelbaren Nachkriegszeit werden dargestellt: Coesfeld und Dülmen waren die zwei am meisten zerstörten Städte, es fehlte an Wohnraum und an Lebensmitteln. Schulen, Kirchen und öffentliche Einrichtungen wie Rathaus, Post oder Sparkasse waren zerstört. Die Zahl der vielen von der Militärregierung zugewiesenen Vertriebenen stellte die Dörfer vor große organisatorische Herausforderungen.

Einige Kommunen haben schon eine Übernahme der Ausstellung zugesagt. Weitere Interessenten können sich bei der Kulturabteilung des Kreises Coesfeld melden. Ansprechpartnerin dort ist Norma Sukup (E-Mail: Norma.Sukup@kreis-coesfeld.de; Telefon 02591 / 799023). Wegen der Corona-Pandemie werden im Baumberger-Sandstein-Museum spezielle Schutz- und Hygienemaßnahmen getroffen.

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