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Rauchen und ein negativer Einfluss auf COVID-19

In der größten ausgewerteten Studie war der Anteil von Rauchern bei schwer verlaufender COVID-19-Erkrankung höher. Raucher hatten ein 1,4-mal höheres Risiko für schwere Symptome und ein 2,4-mal höheres Risiko eine mechanische Beatmung zu bekommen, auf die Intensivstation zu kommen oder zu versterben. Rauchen hat daher wahrscheinlich einen negativen Einfluss auf den Verlauf von COVID-19.


Rauchen schädigt die Lunge und schwächt das Immunsystem. Raucher erkranken daher häufiger an Grippe und haben häufiger schwere Symptome. Wissenschaftler aus den USA und Griechenland untersuchten daher jetzt den Zusammenhang zwischen Rauchen und dem neuen SARS-CoV-2 und erstellten einen systematischen Review.

Die Wissenschaftler durchsuchten am 17. März zwei Datenbanken nach Studien zum Thema COVID-19 und Rauchen. Sie werteten 5 der Studien aus. Alle Studien kamen aus China und untersuchten Patienten, die an COVID-19 erkrankt waren.

Die Wissenschaftler werteten 5 Studien aus
Die erste Studie (von Zhou und Kollegen) untersuchte 191 infizierte Patienten. 54 der Patienten verstarben. 9 % der Verstorbenen waren Raucher. Bei den Überlebenden waren nur 4 % Raucher. Statistisch war der Unterschied jedoch nicht signifikant.

Zhang und Kollegen untersuchten 140 Patienten, von denen 58 schwer betroffen waren. Von den schwer Erkrankten waren 3,4 % Raucher und 6,9 % ehemalige Raucher. Bei den nicht schwer betroffenen Patienten gab es keine Raucher und 3,7 % ehemalige Raucher (OR 2,23).

Eine Studie von Huang und Kollegen wertete die Daten von 41 Patienten aus. 13 Patienten mussten auf die Intensivstation. Hier gab es keine Unterschiede bei der Anzahl der Raucher zwischen den Gruppen. Die Studie war jedoch sehr klein.

Raucher hatten häufiger einen schweren COVID-19-Verlauf
Die größte Studien (Guan und Kollegen) umfasste 1099 Patienten aus mehreren Regionen Chinas. 173 Patienten zeigten schwere Symptome. Von ihnen waren 16,9 % Raucher und 5,2 % ehemalige Raucher. Von den leicht betroffenen Patienten waren 11,8 % Raucher und 1,3 % ehemalige Raucher. Von den Patienten, die eine mechanische Beatmung bekamen, auf die Intensivstation mussten oder verstarben, waren ein Viertel (25,5 %) Raucher und 7,6 % ehemalige Raucher. Unter den übrigen Patienten waren nur 11,8 % Raucher und 1,6 % ehemalige Raucher.

In der Studie von Liu und Kollegen gab es 78 Patienten. In der Patientengruppe, bei der sich Komplikationen einstellten, waren 27,3 % Raucher oder hatten geraucht. Nur 3 % der Patienten, deren Gesundheitszustand sich verbesserte oder stabilisierte, waren Raucher oder hatten geraucht. In der Analyse war Rauchen ein Risikofaktor für eine fortschreitende Erkrankung (OR 14,28).

In der größten ausgewerteten Studie war der Anteil von Rauchern bei schwer verlaufender COVID-19-Erkrankung höher. Raucher hatten ein 1,4-mal höheres Risiko für schwere Symptome und ein 2,4-mal höheres Risiko eine mechanische Beatmung zu bekommen, auf die Intensivstation zu kommen oder zu versterben. Rauchen hat daher wahrscheinlich einen negativen Einfluss auf den Verlauf von COVID-19.
Quelltext :COVID-19 and smoking: A systematic review of the evidence – DeutschesGesundheitsPortal.de

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