Noch zehn Wochen bis zur Neueröffnung

Serie blickt hinter die Kulissen des LWL-Museums für Kunst und Kultur

“Ein bisschen New York in Münster”, so urteilte eine Besucherin, als sie anlässlich der Tage der offenen Tür 2013 das LWL-Museum für Kunst und Kultur besichtigte. Wenn am 20. September nach fünfjähriger Bauzeit das Museum mit der Architektur von Staab Architekten Berlin neu eröffnet, wird die großzügige Eingangshalle den Besuchern zuerst ins Auge fallen: 700 Quadratmeter fasst das Foyer bei einer Höhe von 14 Metern, die Tageslichtdecke flutet den weißen Raum, die abgestuften Treppenbrüstungen führen in einer weichen Linie zu den Ausstellungsräumen in die Obergeschosse. Bis zur Eröffnung stellt das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in einer Serie besondere Kunstwerke vor, lässt Menschen zu Wort kommen, die am Bau beteiligt waren, und fasst Zahlen und Fakten zusammen.
Die Architektur
Markant sticht bereits von außen die Gebäudespitze an der Nordseite hervor, die mittelalterliche Steinskulpturen von der Überwasserkirche beherbergt. Charakteristisch für den Bau sind sechs Meter hohe Fenster, die den Blick von innen auf den Dom und das Zentrum von Münster und von außen in das Innere des Museums freigeben. Der Altbau mit dem Lichthof – errichtet 1908 im Stil der Neorenaissance – ist mit dem Neubau verbunden: Erstmalig ist damit ein geschlossener Rundgang durch das Museum möglich.

Die Sammlung
Knapp 50 Millionen Euro hat der LWL investiert, um sein Kunstmuseum in Münster neu zu bauen und an den vorhandenen Altbau anzubinden. Damit erweitert sich die Ausstellungsfläche um 1.800 Quadratmeter auf insgesamt 7.500 Quadratmeter. In 51 Ausstellungsräumen wird die überregional bedeutende Sammlung vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart auf modernstem Standard völlig neu präsentiert. Etwa 1.000 Exponate können in den neuen Räumen durch Staabs sensiblen Umgang mit Architektur und Kunst ihre Pracht entfalten: So werden ausgewählte Werke erstmals zu sehen sein, weil einige acht Meter hohe Räume den Platz bieten, die sehr großen Exponate zu zeigen.

Die Museumspassage
Im Erdgeschoss zeigt sich die von Staab Architekten entworfene “Architektur der Höfe”: Über eine Sequenz von vier Höfen – dem Vorhof am Domplatz mit der Gebäudespitze, dem inneren Foyer, dem offenen Patio und dem Vorplatz an der Rothenburg – entsteht eine durchgehende Verbindung von Norden nach Süden, die einen öffentlichen Ort im Zentrum des Museums bildet. Hier sind alle Servicebereiche angesiedelt: die Kunstbibliothek mit rund 135.000 Bänden, die Museumsgastronomie “Lux”, der Museumsshop Walther König und der Veranstaltungssaal für rund 200 Gäste.

Die Ausstellung “Das nackte Leben”
Das LWL-Museum eröffnet ab dem 20. September mit der Neupräsentation der Sammlung. Die erste große Sonderausstellung folgt sieben Wochen später: “Das nackte Leben. Bacon, Freud, Hockney und andere. Malerei in London 1950-80” läuft vom 8. November 2014 bis zum 22. Februar 2015 und zeigt rund 130 Werke von 16 Künstlern.

Förderer und Sponsoren
Die Neueröffnung des Museums wird unterstützt durch die Sparkasse Münsterland Ost. Das Land NRW fördert den Neubau mit 9 Millionen Euro.

Schreibe einen Kommentar