Tagesarchive: 16. Januar 2015

Vor 50 Jahren – Münster 1965

16. Januar 2015_50_Jahre_Münster_1965_246_17635Bereits zum sechsten Mal blickt das Stadtmuseum in einer Fotoausstellung 50 Jahre zurück. Es präsentiert Eindrücke vom Leben im Münster des Jahres 1965: “Die Preußen” schlagen Rot-Weiss Essen im heimischen Stadion, Willy Brandt, Konrad Adenauer oder Kanzler Ludwig Erhard kommen in die Stadt, die Rolling Stones geben ihr erstes Deutschlandkonzert in Münster, die Studierenden entdecken das Demonstrieren und der “Sling Shoppy” gibt den Ton in der (Damen-)Schuhmode an.
Auch die sechste Folge der mit bisher 280.000 Besuchern überaus erfolgreichen Fotoserie “Vor 50 Jahren” präsentiert Aufnahmen der münsterschen Pressefotografen Willi Hänscheid und Rudolf Krause. Beide Fotografen hielten wichtige Ereignisse ebenso wie den Alltag und die Freizeit der Münsteranerinnen und Münsteraner im Bild fest. In der Ausstellung werden diese Aufnahmen in einer chronologischen Übersicht den wichtigsten weltweiten Ereignissen des Jahres gegenübergestellt. Rund 80 Aufnahmen geben einen Überblick über heute noch bekannte, aber auch unbekannte oder in Vergessenheit geratene Themen des Jahres.
“Kaum eine andere Stadt kann einen so reichhaltigen Schatz an Fotografien zur eigenen Stadtgeschichte vorweisen. Mehrere tausend historische Negative und Abzüge machen es möglich, die vielfältigen Ereignisse vor 50 Jahren sehr genau nachzuvollziehen”, betont Museumsdirektorin Dr. Barbara Rommé. Ausgewählt und mit Erläuterungen versehen haben die Aufnahmen Dr. Axel Schollmeier und Lena Wandkowsky.
Der Bauboom geht weiter
Mitte der 1960er Jahre herrschte in der Stadt wie in den Vorjahren eine rege Bautätigkeit. 20 Jahre nach Kriegsende wurden weiterhin viele Gebäude neu errichtet – aber auch abgerissen – oder Straßen weiter ausgebaut: So sind der Niedersachsenring und der Cheruskerring seitdem vierspurig. Das Hörsaalgebäude mit dem H1 am Schlossplatz feierte Richtfest, das alte Gebäude der Bezirksregierung am Domplatz hingegen wurde trotz großen Protestes aus der Bevölkerung für einen erweiterten Neubau abgerissen. Es gab 1965 auch Stadtflächen, die umfassend saniert werden mussten. So lebten im Wohngebiet Toppheide noch bis in die 1970er Jahre zahlreiche Familien in Baracken auf engstem Raum ohne Küche, Badezimmer oder Heizung.
Erste Studentenproteste
Auch gesamtdeutsche Ereignisse fanden ihren Niederschlag in Münster. Während die innerdeutsche Grenze und die Berliner Mauer weiter ausgebaut wurden, versammelten sich am 16. Juni, am Vorabend des Tages der deutschen Einheit, mehrere tausend Bürgerinnen und Bürger auf dem Prinzipalmarkt. Auf Einladung des Kuratoriums Unteilbares Deutschland rief als Gastredner der Regierende Bürgermeister von West-Berlin Willy Brandt dazu auf, “den Weg nach Deutschland offenzuhalten”. Der Altkanzler und Parteivorsitzende der CDU Konrad Adenauer und Bundeskanzler Ludwig Erhard sprachen im Zuge ihrer Wahlkampfreisen ebenfalls vor mehreren tausend Münsteranerinnen und Münsteranern. Mitte des Jahres kam es zu ersten großen Protesten von Studierenden gegen die schlechten Ausbildungsbedingungen an der Westfälischen Wilhelms-Universität, an denen auch zahlreiche Professoren teilnahmen.
Münster ist Ziel der Prominenz
Nicht nur politische Prominenz kam nach Münster, auch der international gefeierte Film- und Bühnenstar der 1920-1950er Jahre Olga Tschechowa war in der Stadt – um für ihre Kosmetikserie zu werben. Der Großgastronom und Stiefvater der Schauspielerin Romy Schneider, Hans Herbert Blatzheim, eröffnete höchstpersönlich seine bayerische Lokalkette “Edelweiß” in Münster.
Ein besonderes Highlight aber war der Auftritt der Rolling Stones in der Halle Münsterland. 5000 begeisterte Fans feierten das durch deutsche Polizisten wie auch durch niederländische und britische Militärpolizei stark gesicherte erste Deutschlandkonzert der Band. Die befürchteten Ausschreitungen blieben aus.
Nicht nur mit dem gebrochenen Weltrekord im Dauerbeat durch die münstersche Band “The Twens” (deren Mitglied Steffi Stephan heute wie seit Jahrzehnten mit Panikrocker Udo Lindenberg auf der Bühne steht) wurde Münster weithin bekannt, auch eine Boeing der Deutschen Lufthansa trug den Namen der Stadt in die Welt. Die Gattin des münsterschen Oberbürgermeisters Dr. Albrecht Beckel hatte das Flugzeug in einem festlichen Akt auf den Namen “Europa Jet 727 Münster” getauft.
Die Ausstellung “Vor 50 Jahren – Münster 1965” ist im Stadtmuseum Münster vom 16. Januar bis 29. November zu sehen. Zur Ausstellung liegt ein Bildband (9,80 Euro) vor.

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