Größte Straßenparty dank Wettergötter im Münsterland (Bilderstrecke)

Über hunderttausend Menschen am Straßenrand, etliche Tonnen geworfener Süßigkeiten und ein steigender Alkoholpegel im ganzen Stadtgebiet: Mit den Rosenmontagszügen hat der Straßenkarneval seinen Höhepunkt erreicht und so gab es gestern die erste große Open Air Party in Münster.

Den 116 Karnevalistengruppen, zu Fuß und in den Wagen, bot sich ein farbenprächtiges Bild bei bestem Wetter, mit gutgelaunten und vielen kostümierten Menschen unter dem Motto “Trepp auf, Trepp ab, wir halten Münster auf Zack”. Bei den Wetterbedingungen freuten sich einige Karnevalisten, „Die Wettergötter müssen Münsterander sein“. Die Jecken zogen nach dem Start am Schlossplatz zum Servatiiplatz, Salzstraße, Ludgeriplatz und anschließend über den Prinzipalmarkt wieder zum ehemaligen Hindenburgplatz.

Man hatte den Eindruck einer fast endlosen Partymeile im westfälischen Münster. Ähnliche Bilder von feiernden Menschen gab es hier zu letzt bei der Fußball WM im vergangenen Jahr oder bei Karnevalsumzügen, die schon etwas länger zurückliegen.

Wo anderorts Karnevalsumzüge abgesagt wurden, da es den verantwortlichen Behörden zu gefährlich erschien, kam in Münster die Stimmung dem Siedepunkt nahe, auch wenn es keine politischen Themen gab. Anders war das in Köln und Düsseldorf, dort griffen die Macher Themen wie Extremismus und Terrorismus auf. Trotzdem gab es in den Städten nach Angaben der Polizei keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung der Züge. Ganz im Gegensatz zu Braunschweig am Sonntag. Dort hatte die Polizei den Karnevalszug wegen einer Anschlagswarnung wenige Stunden vor dem geplanten Beginn abgesagt. Zu der Veranstaltung waren 250.000 Menschen erwartet worden.

Mit Unterstützung der prächtigen Wagen aus Holland, nahm das karnevalistische Treiben ohne große Zwischenfälle seinen Lauf.
“Der Rosenmontagsumzug verlief vorwiegend friedlich”, sagte Einsatzleiter Arnt Wenger von der Polizei. “Allerdings gab es auch in diesem Jahr wieder anlasstypische Vorkommnisse, die meistens auf den übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind”, resümierte der Erste Polizeihauptkommissar Wenger. Zu Beginn des Zuges fielen Polizisten zwei alkoholisierte Jugendliche mit Drogen auf.

Die Beamten nahmen sie fest und übergaben sie später ihren Eltern. Mehrere Männer und Frauen mussten aufgrund ihrer starken Alkoholisierung von Sanitätern behandelt werden. Nach kleineren Schlägereien nahmen Polizisten einige Randalierer fest. Einen betrunkenen Jugendlichen mussten die Beamten in ihre Obhut nehmen, weil seine Eltern nicht erreicht wurden.

Beim Karnevalsumzug verlor ein Vater seinen neunjährigen Sohn und meldete ihn bei Polizisten als vermisst. Schon kurze Zeit später fand er ihn an der Kinderanlaufstelle wieder. Polizisten beobachteten einen Mann dabei, wie er eine Flasche gegen einen Streifenwagen warf.

Ihn erwartet nun ein Strafverfahren. Mehrfach riefen Rettungskräfte Polizisten zur Unterstützung bei betrunkenen, randalierenden Patienten.

Insgesamt schrieben die Einsatzkräfte 15 Strafanzeigen wegen Widerstand gegen Polizeibeamte, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Diebstahl und Drogenbesitz. Zehn Personen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Die Beamten erteilten 24 Platzverweise.

Der Sanitäts- und Rettungsdienst für den Rosenmontag wurde mit 83 Kräften des Deutschen Roten Kreuzes, in Zusammenarbeit mit dem Arbeiter- Samariter-Bund und der Feuerwehr Münster durchgeführt. Insgesamt wurden die Helfer bis 19:30 Uhr zu 152 Notfällen, die durch mobile Fußtrupps, Rettungswagenbesatzungen und Notärzten bewältigt wurden, gerufen. 31 Patienten mussten in Krankenhäuser gebracht werden.

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