Prinzipalmarkt wird neue Eventmeile in Münster

Nach dem stetigen Sterben alteingesessener Ladenlokale und der iDSC07105mmer härteren Gangart der neuen Filialbetreiber um den Gewinn zu maximieren, hat sich die Kaufmannschaft des Prinzipalmarkts zu einem waghalsigen Projekt vereint.

Um es gleich vorweg zu nehmen, es wird laut, bunt und äußerst kurzweilig in den Abendstunden nach Geschäftsschluss in Münsters guter Stube. Denn die Kaufmannschaft hat sich zur Prinzipalevent-Manufaktur zusammengeschlossen und diese plant in den kommenden Sommermonaten an jedem Wochenende eine Open-Air Veranstaltung inmitten der schönen Giebelhäuser der lebenswertesten Stadt der Welt.

Angeregt hatte der gebürtige Bielefelder Hermann Müller, der nunmehr beim Ordnungsamt der Stadt Münster für die Kopfsteinflaster-Dezernentenstelle den Zuschlag erhielt, diesen Geniestreich. Damit der Stadt keine finanziellen Nachteile entstehen, soll der Lambertibrunnen als „Wunschbrunnen“ umgestaltet werden, in den die vielen Millionen Touristen dann Geld werfen können.

Auch Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier war von diesem Vorschlag positiv überrascht. Es brauchte somit auch nur wenig Gespräche und Überzeugungsarbeit bei der Kaufmannschaft zwischen Lambertibrunnen und Rathaus, um das einfache wie auch erfolgversprechende Konzept zu beraten, da der Haushalt dringend ausgeglichen werden muss.

Immerhin haben wir es auf dem Prinzipalmarkt mit einer absoluten Minderheit von Anwohnern zu tun und durch den rundum geschützten Charakter der Giebelhäuser bleibt der Veranstaltungslärm auf dem Prinzipalmarkt. Ebensowenig werden Veranstaltungen im Rathaus durch den Lärm auf dem Prinzipslmarkt gestört.

Dies wird durch die von der Universität Kattenvenne in Auftrag gegebene Studie belegt. „Schließlich hören die Politiker im Rathaus ja auch oft nichts, wenn die Bürger besorgte Wünsche oder preiswerteren Wohnraum haben wollen. So sei im Umkehrschluss auch jegliche Geräuschentwicklung vom Prinzipalmarkt dort nicht zu vernehmen“, erklärt der Flüsterbeauftragte für Vakuumräume bei der WWU, Prof. Dr. Dr. H.c. Cäsar. Cäsar hatte bereits in den Siebzigern viele Fernsehauftritte, in denen er zumindest niemals etwas vom Prinzipalmarkt gehört hatte.

Besonders ausgeklügelt scheint das Konzept eines Kaufmanns vom SAM_1803Prinzipalmarkt 144 zu sein. In seiner Familie wurde von Anbeginn der Zeit mit Schirmen gehandelt und so verwundert es auch nicht, wenn er als Schutz vor Regen, eine Aufrolldachplanenkonstruktion vorschlägt, die an den Befestigungselementen für die Wimpelfahnen verankert werden soll.

Und um gleich dem Ordnungsamt den Wind im Rahmen des Sicherheitskonzeptes und der Versammlungsstättenverordnung zu nehmen, wollen die findigen Kaufleute die Weihnachtsbeleuchtung ganzjährig als Eventbeleuchtung an den Fassaden belassen.

Mit diesem Sicherheitskonzept könnte sogar der Prinzipalmarkt an den noch freien Sonntagen als beleuchteter Flohmarktstandort dienen. Natürlich erst nach den Kirchmessen.

Denn Licht ist ein wichtiger Bestandteil einer sicheren Veranstaltung, „ Es wäre nicht auszudenken, wenn jemand aufgrund von Lichtmangel eine Verletzung davontragen würde“, erklärt der Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer, der sich in seiner Vergangenheit mit dem Promenaden-Flohmarkt gewissenhaft beschäftigte.

20121117_152438Besonderes Lob kam auch von den Sprechern der Schaustellerbetriebe Fritz & Philipp Heitmann,  die sich die Innenstadt als spaßige Oktoberfestkirmes für das feierwillige Volk bei gleichzeitiger Ausführung der Familienveranstaltung „Send“ auf dem Hindenburger Schlossplatz vorstellen können.

Der Bielefelder Unternehmer Ewald Schneider würde sofort an der Lambertikirche einen fest installierten Käfig-Tower installieren, damit interessierte die Fahrten mit dem Käfigtower bis zu Turmspitze genießen können.