Abendessen an einem geheimen Ort – ganz in weiß

Ein ganz besonderer Sommerevent in Münster kommt gänzlich flower-144285_640ohne Veranstalter und kommerziellen Druck aus. Etwa 1988 geriet ein gewisser François Pasquier in eine sehr missliche Lage. Zu seinem Sommerfest hatte er seine Freunde eingeladen und musste mit großem Entsetzen feststellen, dass die rund 200 geladenen Gäste nicht in seinen kleinen Garten passten. Kurzerhand fasste er den Entschluss, seine Party an einem anderen Ort stattfinden zu lassen und so wich er in einen öffentlichen Park in Paris, den Bois de Boulogne, aus. Der Park liegt im Arrondissement 16 und gehört zu den größten Stadtparks der Welt, dort sollte auch genug Platz für seine Freunde sein.

Erkennungszeichen „weiß“
Damit er bei der großen Anzahl der Freunde den Überblick behielt, sollten die geladenen Gäste ausschließlich in Weiss erscheinen. Dies taten sie dann auch und so wurde aus diesem Notbehelf in den nächsten vier Jahren fast eine kleine Tradition. Seine Partys wurden berühmt und erhielten den Namen „Le Diner en Blanc“, von der Bevölkerung.

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Anfragen von Fremden, die auch gern an den „weißen“ Tafeln mitspeisen und feiern wollten, daher entschloss sich François Pasquier kurzerhand, zu einer unangemeldeten offenen Veranstaltung, wo jede Person die teilnehmen wollte, in weiß erscheinen musste. Dieser ungenehmigte Event, fand soviel Anklang in der Bevölkerung, dass seitdem diese Idee um die Welt ging.

Mitten in Münster am 08.08 ab 17.00 Uhr
Münster macht da natürlich keine Ausnahme und so treffen sich unter strengster Geheimhaltung, die fast schon an militärischer Strenge erinnert, viele Menschen die ausschließlich in weiß gekleidet sind, an einem spontan ausgewählten Ort in Münster. Jede teilnehmende Person hat einen Klappstuhl, einen Klapptisch, ein weißes Stofftischtusch nebst Serviette und weißes Porzellangeschirr, sowie seine Picknickverpflegung unter dem Arm.

10592556_10152672295136060_1539828305_n6 Stunden vorher
Der geheime Ort wird etwa 6 Stunden vorher im Internet bekannt gegeben. Oberste Devise bei dem Fest – Nach dem Fest ist alles so, als wenn nichts gewesen wäre. Kein Müll und auch sonst keine ungebetenen Hinterlassenschaften. Anwohner und Passanten werden weder belästigt noch behindert. Mit den weißen Servierten werden zufällig vorbeikommende Polizeibeamte und andere Ordnungshüter freundlich bewunken und begrüßt. Um 22.00 Uhr verlassen dann alle Teilnehmer den Ort und räumen vorher gründlich auf.
Wenn das Wetter nicht mitspielen sollte, ist sogar ein überdachter Ausweichort geplant.

Der besondere Spaß an der ungenehmigten Aktion ist das spontane Zusammentreffen und unterhalten mit teilweise wildfremden Personen in einer lockeren und vor allem kommerzfreien Zone. Es zählt allein der Spaß an der Aktion.

Auf Nachfrage bei der Polizei sowie den Ordnungsbehörden der Stadt Münster, gab es bisher keinerlei Grund zu Beanstandungen oder andere Beschwerden. Die Ordnungsbehörden sehen auch keinen Grund der „spontanen Aktion“ im Wege zu stehen und hoffen auf gutes Wetter!

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Facebookseite unter:

Münster’s “White Dinner”