Kein „Sonntag“ für die Feuerwehr in Greven.

Der erste Einsatz des Tages war gegen 1.52 Uhr auf der Friedrich Ebert IMG_1096Str, eine Brandmeldeanlage in Greven. Ein Fehlalarm wie sich herausstellte aber dafür beschäftigte diese Anlage die Feuerwehr gleich noch ein zweites Mal. Um 5.02 Uhr erneuter Alarm, gleiche Stelle, wieder Fehlalarm. Dann kam das schwere Gewitter und mit ihm zum Glück nur ein paar Einsätze.

Um 5.56 Uhr der erste Unwettereinsatz an der Marienfriedstr., 6.11 Uhr, Kolpingstr., der Nächste dieser Art – Noch einen Keller leer pumpen. Diese Einsätze könnte sich die Feuerwehr oftmals sparen, wenn Hauseigentümen mehr Vorsorge leisten würden. Das allerdings ist ein Thema, das nicht so einfach abgehandelt werden kann.

Danach hatten die fleißigen Feuerwehrleute etwas Pause, bis um 12.22 Uhr der Alarm einer Brandmeldeanlage in einem Altenheim anschlug. In voller Ausrüstung bis in den dritten Stock bei dem feucht-schwülem Wetter. Zum Glück wieder ein Fehlalarm, nicht auszudenken was hier hätte passieren können. Um 12.57 Uhr gerade wieder zurück im Gerätehaus, der nächste Alarm – Wieder Moorweg, wieder Altenheim, wieder in den dritten Stock. Es hilft ja alles nichts – Sicher ist sicher.

Um 14.14 eine Türöffnung, da eine hilflose Person vermutet wurde, sie hatte aber nur einen gesunden Schlaf gehabt. Um 16.34 Uhr meldete sich die nächste Brandmeldeanlage zu Wort. Technischer Defekt? Es war nichts festzustellen.

22.15 Uhr, das Kirmesvolksfest auf dem Höhepunkt, die Gaststätten voll und wer in Greven wohnt und am Kirmesmontag frei hat, feiert. 22.17 Uhr gehen besorgte Anrufe bei der Leitstelle ein – Wohnhausbrand nach einer Explosion –

DSC08336Anzeichen für eine große Explosion gab es glücklicherweise nicht. Vielleicht gab es einen lauten Knall, auf jeden Fall aber sehr viel schwarzen Qualm und Flammen, es brennt in der Roonstr. Da das Einsatzziel fast in der Nachbarschaft der Feuerwache liegt, war rasches Eingreifen möglich, auch wenn die vor Ort vorgefundene Situation auf den ersten Blick nicht sehr beruhigend aussah.

Es ist der neunte Einsatz für die Feuerwehr in Greven an diesem Tag und es zog dichter Nebel auf, dazu dicke Rauchwolken, ein ausgedehnter Vollbrand im Wohnzimmer des Erdgeschosses eines Zweifamilienhauses und zu allem Überfluss war nicht klar, ob sich noch eine Person in dem stark verqualmten Gebäude befand.

DSC08327Ein Mann eine Entscheidung – Der zuständige Einsatzleiter Matthias Wendker, der auch Leiter der Feuerwehr Greven ist, zögerte keine Sekunde, er löste Vollalarm für Greven aus. Was jetzt gebraucht wurde, waren erfahrene Feuerwehrleute, die sich unter Atemschutzgerät mit schwieriger Personensuche auskannten. Ein paar Minuten später rückten nach und nach ca. 70 Personen aus Greven und Umgebung an, es wurde eng im betroffenen Gebiet. Nach etwa einer halben Stunde konnte dann die Meldung „Feuer aus“ für etwas Beruhigung sorgen, denn der Brand hatte sich unter einer abgehangenen Decke etwas gegen die Löschaktionen gewehrt.

DSC08344Kurz danach kam die erlösende Nachricht – „Alle Personen save“, es war also keine weitere Peron mehr im Gebäude und jetzt konnten die letzten Maßnahmen zur Entrauchung des Gebäudes eingeleitet werden. Zwischenzeitlich wurde eine Person mit dem Rettungsdienst zur Beobachtung in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Die im oberen Teil des Hauses wohnenden Personen waren zum Zeitpunkt des Brandes glücklicherweise auf der Kirmes. Die Feuerwehrkräfte suchten anschließend intensiv nach eventuellen Glutnestern.

Zur Schadenshöhe konnte gestern nicht viel gesagt werden. Das Mobiliar, sowie technisches Gerät in der Wohnstube, und die Decke waren hinüber, und natürlich der durch den starken Rauch sowie Löschwasser verursachte Schaden.

Wer am gestrigen Sonntag auch nur einen Fuß in das schwülwarme Wetter nach draußen gesetzt hat, weiß wie der Schweiß am Körper klebte. Was die Frauen und Männer von der Feuerwehr bei neun Einsätzen leisteten, war nicht nur körperliche Schwerstarbeit. Da die meisten diesen Dienst freiwillig verrichten, kann die Anerkennung für dieses Ehrenamt und den täglichen Einsatz des eigenen Lebens zum Schutz anderer, gar nicht hoch genug angesetzt werden.