Ermittlungen an Flüchtlingsunterkunft

In Münster-Hiltrup wurde zum zweiten Mal ein und dieselbe im Bau befindliche DSC02117Flüchtlingsunterkunft zum Ziel eines erneuten Brandanschlages.

Um den Tathergang aufzuschlüsseln, wurde am gestrigen Samstagnachmittag mit der achteinhalb Jahre alten Brandmittelspürhündin „Juka“, das Gebäude durchsucht. Der Einsatz der belgischen Schäferhündin dauerte nur ein paar Minuten, danach war für die Ermittler der Brandursachen-Sachverständige mit den weiteren Tätigkeiten beauftragt. Zuvor hatte ein Team der Spurensicherung die aufgefundenen Beweismittel gesichert.

Nun werden die Spuren im Labor untersucht und hoffentlich zur Klärung des Anschlages, gegen unsere Gesellschaft, beitragen. Denn was die Ermittler mit 99% Sicherheit ausgrenzen können, ist ein technischer Defekt. So erklärt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. “Die Geräte im Technikraum sind noch nicht an die Strom- und Gasleitungen angeschlossen.“

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, war sehr beschämt über diesen „hochkriminellen Anschlag“, dem er noch hinzufügte, “Erst brennen die Häuser, und dann die Menschen.”

Etwa um halb Zwei in der Nacht hatten aufmerksame Nachbarn an dem Gebäude einen Feuerschein wahrgenommen und die Feuerwehr alarmiert. Diese rückte exakt zweieinhalb Minuten später an und konnte den Brand schnell löschen. Über fünfzig Einsatzkräfte waren dafür notwendig. Sachschäden von weit über 100.000 Euro sind das Resultat dieser Brandstiftung.

DSC02133Personen kamen in der unbewohnten Flüchtlingsunterkunft an der Westfalenstraße nicht zu Schaden. Beigeordneter, Stadtrat Wolfgang Heuer, eilte noch in der Nacht zur Brandstelle um sich von den Ereignissen ein eigenes Bild zu machen.

Am Samstagmittag trafen sich dann die Staatsanwaltschaft, Stadtspitze, Polizeipräsident, Staatsschutz, Feuerwehrleitung, Politiker, Sachverständige und einige Pressevertreter, um sich über den nächtlichen Vorfall informell auszutauschen.
Die Gruppe war sich einig, diese Vorfälle werden mit allen Möglichkeiten der gesetzlichen Handhabe verfolgt. Die Ermittler sind auch am heutigen Sonntag mit den Auswertungen der Spuren beschäftigt.

Auch wenn es bereits der dritte Vorfall mit einem vermutlichen fremdenfeindlichem Hintergrund in Hiltrup war, ist die deutlich überwiegende Mehrheit der Hiltruper über diesen Vorfall erschüttert und spricht sich gemeinsam mit allen politischen Vertretern und dem Flüchtlingsnetzwerk, gegen Handlungen dieser Art aus. In verschiedenen sozialen Medien war die Betroffenheit unübersehbar. Der Schock sitzt tief – Hochkriminelle Taten in diesem Ausmaß waren für Viele in Münster nicht denkbar, auch wenn es unterschiedliche Sicht-, und Denkweisen gibt.

Zeugen, die weitere Hinweise auf die noch unbekannten Täter geben können, werden gebeten sich bei der Polizei Münster unter der Telefonnummer: 0251 275-0, zu melden.