Sparkasse bekräftigt den Filialbeschluss

Am vergangenen Donnerstag stand bei der Sparkassen-Verwaltungsratssitzung, das im Januar verabschiedete Standortkonzept der Sparkasse auf der Tagesordnung. Ein weiteres Mal wurden einzelne Veränderungen an den heute 80 Filialen und Selbstbedienungs-Standorten der Sparkasse bewertet und abgewogen. Das Ergebnis: Die angekündigten Veränderungen werden wie geplant umgesetzt.

48 Filialen mit Personal bleiben unberührt
Damit wird die Sparkasse wie berichtet bis 2020 ihre Standorte auf 73 reduzieren, davon werden 48 (derzeit 66) dann weiterhin mit Beratern besetzt sein – in Beratungscentern mit verlängerten Beratungszeiten und gebündeltem Betreuungsangebot sowie in Filialen und Zweigstellen mit reduzierten Öffnungszeiten. Parallel dazu baut die Sparkasse ihr Online-Angebot und auch den Telefon-Service aus, mit dem schon heute Überweisungen möglich sind.

Weiter engmaschiges Filialnetz in Münster
„Um unseren öffentlichen Auftrag weiter erfüllen zu können, müssen wir uns auf Veränderungsfaktoren ausrichten. Dazu gehört, dass angesichts der Digitalisierung immer weniger Kunden zu uns in die Filialen kommen. Die anhaltende Niedrigzinsphase und die steigenden Regulierungsauflagen zwingen uns zusätzlich zu Maßnahmen, ohne die wir nicht dauerhaft wettbewerbsfähig sein können“, so der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Markus Schabel. Allerdings habe man bei der Neuausrichtung besonderen Wert auf Augenmaß und Ausgewogenheit gelegt. Nicht von ungefähr bleibe die Sparkasse weiterhin mit einem auch im Wettbewerbsvergleich sehr engmaschigen Netz an Standorten präsent – allein in Münster mit insgesamt 37.

Die Nachfrage der Kunden entscheidet
Die einzelnen Standortveränderungen seien das Ergebnis eines umfassenden Analyse-Prozesses. Dabei sei es unter anderem um die Kundennachfrage vor Ort, um eine darauf zugeschnittene Versorgung mit Dienstleistungen und um wirtschaftliche Gesichtspunkte gegangen. „So stellten wir beispielsweise bei unserer Filiale Berg Fidel in Münster fest, dass pro Berater nur noch vier Beratungsgespräche in der Woche nachgefragt werden und die Anzahl der Kassenposten kontinuierlich zurückgeht. Rund die Hälfte unserer Kunden, die in Berg Fidel wohnen, wird von einer anderen Filiale betreut, zum Beispiel weil diese in der Nähe des jeweiligen Arbeitsplatzes liegt. So entstand Jahr für Jahr für die Sparkasse ein Verlust von über 100.000 Euro“, erläutert Schabel.

Flexibilität und neue Wege
Gleichwohl habe er großes Verständnis dafür, dass Kunden möglichst kurze Wege zur Sparkasse bevorzugen und dass die Veränderungen manchen auch vor persönliche Herausforderungen stellen. Deshalb habe man unabhängig vom jeweiligen Standortangebot gerade auch ältere Kundinnen und Kunden weiterhin im Blick. So gäbe es heute schon in Fällen, wo etwa die Gesundheit und die familiäre Situation es nicht anders möglich machen, Beratungen zu Hause oder einen Bargeld-Bringservice. Auch in Altenwohnheimen sei man bereits mit festen Beratungszeiten präsent. Ein solches Angebot sei – das Einverständnis der Betreiber vorausgesetzt – beispielsweise auch in Berg Fidel im Seniorenzentrum „Haus Simeon“ oder im Begegnungszentrum „Alte Post“ denkbar, so Markus Schabel.