150 Betriebe suchten Bewerber für rund 1.000 Ausbildungsplätze

Wer einen Ausbildungsplatz sucht, der hat es in Westfalen gut. Hier gibt es genügend Ausbildungsplätze. Dieses bedeutet aber für die Arbeitgeber, dass sie sich anstrengen müssen. Um zukünftige Azubis mit ihren Arbeitnehmer zusammenzubringen, richtete die IHK Nord Westfalen ein Speed-Dating der besonderen Art aus.

30. Juni 2016_IHK_Speed-Job-Dating_Halle-Münsterland_1055-2Bewerbungsgespräche im Zehn-Minuten-Takt führten gestern (30. Juni) mehr als 2.200 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Münsterland beim 6. IHK-Azubi-Speed-Dating in Münster. Fast 150 Unternehmen präsentierten in der Halle Münsterland ihr Ausbildungsplatzangebot – vor allem für 2017. „Die angemeldeten Schulen haben noch mehr Teilnehmer mitgebracht als angemeldet“, freute sich Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. Dazu kamen viele Jugendliche „auf eigene Faust“.

„Es wurden gestern vielleicht noch keine Ausbildungsverträge geschlossen“, fasste Taudt zusammen. „Doch bei zahlreichen Unternehmen dürften die Kandidaten zur Besetzung der meisten Ausbildungsplätze nach dem heutigen Speed-Dating feststehen“, ist er sich sicher und ergänzt: „Schneller geht’s nicht.“

Die Spielregeln sind einfach: Zehn Minuten hatten die jungen Leute Zeit, sich bei Firmenchefs, Personalleitern oder Ausbildern als künftige Auszubildende ins Gespräch zu bringen. Dann wird gewechselt für das nächste Kennenlernen mit dem nächsten Unternehmen. Auf diese Weise haben es heute einige Schüler geschafft, sich in bis zu zwölf Kurzbewerbungen zu empfehlen.

Für Taudt ist das IHK-Azubi-Speed-Dating ein wichtiges Instrument auf dem regionalen Ausbildungsmarkt. Auch Bewerber mit nicht so guten Zeugnisnoten bekämen hier ihre Chancen beim Vorstellungsgespräch und könnten häufig persönlich überzeugen. „Unternehmen lernen so motivierte Kandidaten für ihre Ausbildungsplätze kennen, die sie bei einer rein schriftlichen Bewerbung vielleicht nicht beachtet hätten“, sagte Taudt. So profitierten Unternehmen und Bewerber.

Zudem bringe eine große Veranstaltung für die gesamte Region Bewegung in den Ausbildungsmarkt, um den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu verbessern. Taudt berichtete, dass sich sogar 40 Schülerinnen und Schüler vom Berufskolleg Bottrop auf den Weg nach Münster gemacht haben. „Während wir im nördlichen Ruhrgebiet immer noch Mühe haben, für alle Schulabgänger einen Ausbildungsplatz zu finden, wird es für die Unternehmen im Münsterland von Jahr zu Jahr schwieriger, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen“, erläuterte er.

Der IHK-Bildungsexperte ist jedenfalls zufrieden und resümiert nach der sechsten Veranstaltung dieser Art in Münster: „Das Azubi-Speed-Dating wird von den Schulen immer besser angenommen und hat sich fest etabliert.“ Auch der Ablauf sei inzwischen bekannt und die Schüler „immer besser vorbreitet“.