Der Bahnhof wird zum Herzstück der Stadt

Heute um punkt 10.00 Uhr, öffneten sich die Türen zur neuen Mobilitätsdrehscheibe in Münster. Nach rund dreijähriger Bauzeit strahlt der neue Hauptbahnhof mit seiner sonnendurchfluteten Empfangshalle als Entrée der Stadt in einem ganz neuen Licht. Die Besucher und Reisenden erleben eine völlig neue Atmosphäre mit einer deutlich verbesserten Aufenthaltsqualität. Der Hauptbahnhof Münster ist somit nicht ein moderner Reisemittelpunkt der Stadt, sondern bietet jetzt auch attraktive und praktische Einkaufsmöglichkeiten vor und nach der Zugfahrt – und das an 365 Tagen im Jahr.

Bei der Eröffnung sagte Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster: „Ein Hauptbahnhof ist immer auch Herzstück einer Stadt: Er ist ein Ort des Ankommens und der Verabschiedung und als Mobilitätsdrehscheibe und Verknüpfungspunkt öffentlicher Verkehrsmittel auch ein zentraler Ort für die Bürgerinnen und Bürger. Daher freue ich mich sehr, dass sich unser Hauptbahnhof mit der Eröffnung des neuen Empfangsgebäudes in ein gestalterisch hochwertiges und offenes Entreé der Stadt verwandelt, das heutige und zukünftige Maßstäbe erfüllt. Wenn in rund zwei Jahren auch die Ostseite bebaut sein wird, hat der Hauptbahnhof endlich zwei Schmuckseiten und wird aufgrund der Fußgängertunnel und seiner Lage neben der Verkehrsfunktion ein zentrales Verbindungselement zwischen Altstadt, Ostviertel und Hafenquartier sein – eben eine richtige Verkehrsdrehscheibe.“

Auch die unterschiedlichen Serviceangebote der Deutschen Bahn wie DB Reisezentrum, DB Information, Fahrkartenautomaten sowie Schließfächer sind – bislang bundesweit einmalig – gebündelt an einem zentralen Ort zu finden.

Erstmals in NRW werden in Münster sogenannte digitale Vitrinen getestet, die die üblichen Aushänge am Bahnhof zunächst ergänzen und langfristig ersetzen könnten. Auch digitale Schließfächer, die Reisende auch bargeldlos reservieren können, kommen in Münster zum Einsatz.

Die neue DB Information 4.0, die gemeinsam mit Kunden und Verbänden entwickelt und getestet worden ist, ist ein moderner Empfangsschalter: Auf einem großen Monitor sind bereits aus der Ferne Informationen sichtbar; ein weiterer Kundenmonitor unterstützt die persönliche Beratung.

Weiterhin verfügt die neue DB Information 4.0 neben der schon vom Vorgängermodell bekannten Induktionsschleife über einen behindertengerechten Bedienplatz für Rollstuhlfahrer. Neben komfortablen Sitzgelegenheiten mit USB-Anschluss haben die Reisenden im gesamten Gebäude die Möglichkeit, mit WLAN rund um die Uhr zu surfen – und das 30 Minuten lang kostenlos.

Das Empfangsgebäude auf der Westseite integriert als Neubau einen bestehenden Altbau aus den 1950er Jahren und erschließt alle Gebäudeteile über eine große Mittelhalle. Diese bildet das Herzstück mit beeindruckenden Dimensionen: Mit einer Länge von rund 150 Metern und einer Höhe von 13 Metern auf drei Etagen bietet die Empfangshalle somit mehr als 8.000 qm Fläche für ein attraktives Service- und Einkaufsangebot sowie für Büro- und Verwaltungsflächen. Das neue Glasdach sorgt mit einer beachtlichen Länge von über 90 Metern für eine einladende und freundliche Atmosphäre im Inneren.

Haupt- und Nebeneingang sind über die geschwungene Stahl-Glasfassade und die dadurch freigestellten Stützenordnungen intuitiv erkennbar. Das 108 m lange Vordach des Gebäudes fasst die Fassadenelemente zusammen und bildet die einladende Geste zur Stadtseite. Als Kontrast zur gemauerten Lochfassade des Bestandsgebäudes und der umliegenden Bebauung, setzt der Neubau in seiner Erscheinung, konsequent auf Modernität.

Die täglich mehr als 68.000 Reisenden und Besucher machen den Hauptbahnhof in Münster zu einem der zehn größten Stationen in Nordrhein-Westfalen. Die Investitionen für den Um- und Neubau liegen inklusive der schon in 2013 modernisierten Bahnsteige und der Personenunterführung bei rund 76 Millionen Euro. Gleichzeitig schreiten auch die gemeinsamen Planungen mit der Stadt Münster für die Ostseite voran.

Das neue Gebäude des Münsteraner Hauptbahnhofs wurde am heutigen Tage feierlich von Dr. André Zeug, Vorsitzender des Vorstands DB Station&Service AG, Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster, Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für NRW und Michael Jansen, Leiter Bahnhofsmanagement Münster eröffnet. Als Besonderheit wurde das Gebäude von Dr. Felix Genn, Bischof des Bistums Münster, in einem feierlichen Akt unter Gottes Segen gestellt.

#1von150: Moderne Bahnhöfe für NRW
Der Hauptbahnhof Münster ist einer von insgesamt 150 Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen, die bis 2023 umfangreich modernisiert werden. Mehr als eine Milliarde Euro wird im Rahmen der Initiative „#1von 150: Moderne Bahnhöfe für NRW“ in die Projekte investiert. Land, Zweckverbände und Deutsche Bahn informieren als Partner des ÖPNV im Lande die Öffentlichkeit über dieses anspruchsvolle und ehrgeizige Modernisierungsprogramm.

Auch Dr. Felix Genn, Bischof des Bistums Münster war begeistert, „Der neue Hauptbahnhof mit den imposanten, großen Glasflächen bildet das passende Entreé in unsere geschichtsträchtige Stadt, die fortan nicht nur als Friedensstadt, Fahrradparadies, Bischofsitz und Studentenstadt, sondern auch als ein Standort mit einem der attraktivsten Bahnhöfe Deutschlands bekannt sein wird.“

Zum Abschluss wurde ein Zug der Westfalenbahn auf den Namen „Münster“ getauft.


Zahlen, Daten und Fakten:

1. Neubau des Empfangsgebäudes:
• verbauter Beton: 8204 Kubikmeter (cm³)
• Baustahl: 900 Tonnen
• Glasfassaden aussen: 1950 m²
• Glasfassaden innen: 2240 m²
• Lichtdach: 360 m²

2. Modernisierung der Verkehrsstation (2013):
• 16.550 Quadratmeter Bahnsteigpflaster erneuert
• 2100 Meter Bahnsteigkanten neu gesetzt
• 10.000 Quadratmeter Dächer saniert.
• Personentunnel wurde auf ganzer Länge von 5,60 auf zehn Meter verbreitert
• 12.000 Kubikmeter Erde bewegt
• sowie sieben Gleisbrücken und vier Bahnsteigbrücken neu gebaut