B51 14 Tage Vollsperrung ab 24. Juli

Fliegerbomben oder doch nur harmlose Metallstücke? Nach Auswertung von Sondierungsbohrungen im Bereich der Um­gehungsstraße (B51) bestätigt der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Be­zirksregierung Arnsberg dort den Verdacht auf Bom­benblind­gän­ger aus dem Zweiten Weltkrieg. Jetzt muss an den einzelnen Verdachtspunkten geklärt werden, ob es tatsächlich um Blindgänger handelt.

Die derzeitig bekannten Fundorte liegen auf Teilstücken der B 51 im Bereich der Warendorfer Straße sowie im Bereich Maikottenweg. Im Zuge einer Vollsperrung werden ab dem 24. Juli weitergehende Untersuchungen an mehreren Stellen im Bereich Birkenweg und in Höhe der Wolbecker Straße durchgeführt.

Der Durchgangsverkehr wird gebeten, die großräumig ausgeschilderten Umleitungsstrecken zu nutzen. Im Nahbereich wird der Verkehr in Fahrtrichtung Autobahn ab der Anschlussstelle B51/Warendorfer Straße über die Warendorfer Straße in Richtung Münster geleitet. Die Warendorfer Straße ist während der Sperrung in beiden Richtungen nutzbar, ebenso die Dyckburgstraße. In der Gegenrichtung Warendorf/ Telgte wird der Verkehr bereits ab dem Albersloher Weg über Wolbeck umgeleitet. Die Möglichkeit, von der Autobahn kommend an der Wolbecker Straße abzufahren, bleibt. Ebenfalls kann an der Wolbecker Straße in Richtung Autobahn auf die Umgehungsstraße aufgefahren werden.

Sobald sich ein umfassendes Bild der zahlreichen Verdachtspunkte ergibt, werden die ersten Schritte der Freilegungen vorbereitet. Dafür sind umfang­reiche Vorbereitungen, wie Erdaushub, Grundwasserabsenkungen oder die Sicherung der Ausgrabungen nötig. Erst dann wird deutlich, ob es sich an den Verdachtspunkten überhaupt um Bomben handelt, welchen Typs und wie sie zu entschärfen sind. Je nach Ergebnis können Evakuierungen für eine Entschärfung oder, bei einem möglichen chemisch-mechani­schen Langzeitzünder, auch eine gezielte Sprengung nötig werden.

„Am liebsten wäre uns natürlich die Alternative ‚Entwarnung‘, besonders im Sinne der Anwohner“, wünscht sich Susanne Reckhorn-Lengers von der Feuerwehr Münster. Allerdings sei durch die Viel­zahl der Verdachtspunkte möglich, dass mehrere Entschärfungen von Blindgängern mit Evakuierungen der Anwoh­ner er­forderlich werden. „Bei der Entschärfung eines Sprengkörpers ist es mitunter erforder­lich, im Umkreis von 150 bis 500 Metern um die Fundstelle zu evakuie­ren. Je nach Bombentyp kann dieser Radius variieren. Das wird vom Kampfmittelbeseitigungsdienst vorgegeben. In dieser Zone darf sich dann vorübergehend niemand aufhalten.“

Feuerwehr und Polizei planen aktuell zusammen mit dem Kampfmit­telbeseitigungsdienst und Straßen NRW die Details für diese Über­prüfungsmaßnahme und die möglichen Entschärfungen. Sollten Bereiche geräumt werden müssen, werden Straßen und Wege gesperrt und die Feuerwehr wird mit Fußtrupps und Lautspre­cherdurchsagen zum Verlassen der Häuser und Freiflächen auffor­dern.

Wer hierzu Hilfe benötigt, meldet sich unter der Notrufnummer 112 bei der Feuerwehr. Einen Stadtplan-Ausschnitt mit den möglichen Evakuierungszonen wird im Internet veröf­fentlicht (www.muenster.de/bombenentschaerfung). Über das Ende des Einsatzes werden die Anwohner ebenfalls informiert.