Ferien lassen Arbeitslosigkeit steigen

Mit 17.520 arbeitslos gemeldeten Personen lag die Arbeitslosigkeit im Juli um 509 höher als noch im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg dementsprechend um 0,2 Prozentpunkte auf nun 5,5 Prozent. Den stärksten Anstieg gab es bei den Jugendlichen. Hier stieg die Zahl der Arbeitslosen um 16,3 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 1.916 Personen.

Trotz des saisonal bedingten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen im Vergleich mit dem Vormonat, ist die Situation am Arbeitsmarkt weiterhin positiv. Das zeigt der Blick auf das Vorjahr deutlich. Im Juli 2016 waren demnach noch 792 Arbeitslose mehr bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern gemeldet als zuletzt.

Kaum verändert war der Personalbedarf der Unternehmen und Verwaltungen. So meldeten die Arbeitgeber und Personalverantwortlichen im Juli mit 1.424 neuen offenen Stellen 49 mehr als im Juni und 106 mehr als im vergangenen Jahr. Weiterhin hoch blieb der Bestand an zu besetzenden Stellen. So können Jobsuchende in Münster und dem Kreis Warendorf insgesamt auf 5.378 von der Arbeitsagentur betreute Stellen zurückgreifen. Das sind 59 mehr als im Vormonat und sogar 1.041 mehr als im Juli 2016.

Der Arbeitsmarkt in Münster
Ausbildungsende lässt Jugendarbeitslosigkeit steigen

„In den Sommermonaten steigt die Arbeitslosigkeit in jedem Jahr vorrübergehend an“, berichtet Christian König, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit. Besonders deutlich fällt die Zunahme der Arbeitslosigkeit regelmäßig in der Gruppe der unter 25-Jährigen aus. So auch in diesem Jahr. Im Juli waren in Münster 827 Jugendliche und junge Erwachsene arbeitslos gemeldet, 119 mehr als im Juni. Grund dafür ist das Ende der Ausbildung. „Jugendliche, die nicht nahtlos weiterbeschäftigt werden, melden sich arbeitslos. Erfahrungsgemäß sind die meisten von ihnen aber nur vorrübergehend arbeitslos und finden schnell eine neue Beschäftigung“, erklärt König. „Grundsätzlich sieht der Arbeitsmarkt für junge Fachkräfte gut aus“, so der Experte. Das belegt auch der Vergleich mit dem Vorjahr. Im Juni 2016 waren 973 unter 25-Jährige arbeitslos, 146 mehr als im aktuellen Monat. „In den Sommermonaten laufen üblicherweise auch vermehrt Verträge befristet eingestellter Beschäftigter aus. Eine Anschlussbeschäftigung lässt sich nicht immer nahtlos finden. Damit sind viele von ihnen erstmal eine kurze Zeit arbeitslos“, ergänzt König.

Die Arbeitslosigkeit ist demzufolge im zurückliegenden Monat gegenüber Juni um 261 Personen auf 8.924 gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt mit aktuell 5,4 Prozent um 0,2 Prozentpunkte über dem Wert aus Juni. Wie in den Vormonaten bleibt die Arbeitslosigkeit aber unter dem Niveau des Vorjahres. So waren im Juli des letzten Jahres 578 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als aktuell. Die Arbeitslosenquote lag um 0,4 Prozentpunkte höher.

Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit in Münster wurden im zurückliegenden Monat 778 freie Stellen gemeldet und damit 25 mehr als im Juni. Für König war dies zu erwarten: „Viele Unternehmen haben in den Ferien, zumindest zeitweise, Betriebsurlaub. Daher werden natürlich auch weniger neue Mitarbeiter eingestellt.“ Mit Ende der Sommerferien rechnet der Arbeitsmarktexperte daher auch wieder mit einem Anstieg bei den freien Stellen. Insgesamt standen im Juli 2.640 offene Stellen für die Arbeitssuchenden in Münster zur Verfügung.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf
Arbeitslosigkeit steigt saisontypisch leicht

Mit 5,6 Prozent stieg die Arbeitslosenquote im Kreis Warendorf im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte an. Verglichen mit dem Vorjahr entwickelt sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt jedoch weiterhin positiv. Im Juli 2016 lag die Arbeitslosenquote noch um 0,1 Prozentpunkte höher bei 5,7 Prozent. Insgesamt waren im Juli im Kreisgebiet 8.596 Menschen arbeitslos gemeldet, 248 mehr als im Juni, aber 214 weniger als im gleichen Monat des Vorjahres.

Die größte Steigerung der Arbeitslosigkeit ist bei den Jugendlichen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren zu verzeichnen. Mit 1.089 waren im zurückliegenden Monat 149 mehr arbeitslos gemeldet als noch im Vormonat. Das entspricht einem Anstieg um 15,9 Prozent. Christian König, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster sieht darin eine Entwicklung, die nicht ungewöhnlich ist: „Bei der gestiegenen Arbeitslosigkeit handelt es sich um einen typischen, saisonalen Effekt.“ So würden beispielsweise einige Jugendliche nach der Ausbildung nicht übernommen und meldeten sich daher zunächst arbeitslos. Sie suchen nun eine neue Beschäftigung oder beginnen im Herbst ein Studium. „In der Regel handelt es sich nur um kurze Zeiten der Arbeitslosigkeit“, verdeutlicht König. „Auch befristet Beschäftigte, deren Verträge im Sommer auslaufen, und die nicht unmittelbar eine Anschlussbeschäftigung antreten, lassen die Zahl der Arbeitslosen im Sommer regelmäßig ansteigen“, ergänzt er.

Unverändert ist der hohe Personalbedarf der Unternehmen und Verwaltungen. Mit 646 freien Arbeitsplätzen meldeten die Arbeitgeber im Kreisgebiet 24 mehr als im Juni. „Das ist besonders positiv, denn gerade in der Ferienzeit stellen viele Unternehmen in der Regel weniger ein. Das bedeutet im Normalfall einen Rückgang bei den gemeldeten Stellen“, zeigt sich König zufrieden. Mit 2.738 offenen Stellen waren im Juli insgesamt fünf mehr als im Juni und 667 mehr als im Vorjahresmonat gemeldet.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Im Münsterland gab es im Juli einen saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Durch das Auslaufen befristeter Verträge und dem Ende vieler Ausbildungsverhältnisse erhöhte sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 1.219 auf 40.334. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,2 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent. Dennoch liegt die Arbeitslosigkeit weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres. Im Juli 2016 waren noch -1.636
Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag um 0,2 Prozentpunkte höher.

In allen drei Agenturen für Arbeit im Münsterland gab es im Vergleich zum Vormonat einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Am niedrigsten ist dieser im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine ausgefallen. Mit einem Anstieg um 0,1 Prozentpunkte erhöhte sich die Arbeitslosenquote auf 4,4 Prozent. Die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster verzeichnete einen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte gegenüber Juni auf 5,5 Prozent. Weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote gibt es mit 3,6 Prozent im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld, die gegenüber dem Vormonat ebenfalls ein Anstieg um 0,2 Prozentpunkte zählte.

Mit 3.678 freien Stellen meldeten die Personalverantwortlichen der Unternehmen im Münsterland 204 mehr bei den Experten der Arbeitsagentur als noch im Juni. Im Vorjahresmonat waren es 184 weniger. Der Bestand an freien Arbeitsplätzen stieg gegenüber dem Vormonat um 397 auf 12.759.