Architektur und Pädagogik Hand in Hand

Beim Neubau der städtischen Gesamtschule Münster Ost sind Architektur und Pädagogik keine getrennten Disziplinen, sondern gehen Hand in Hand. So setzt die Stadt als Bauherrin ihres bisher größten Schulprojektes sehr früh und konsequent auch auf die Mitwirkung von Lehrer- und Elternschaft. Wo stehen wir? Wie sehen die Vorentwürfe aus für Hauptgebäude, Lernhäuser, Sporthalle? Was kann der Baustoff Holz leisten? Vor Schulleitung und gewählten Elternvertretern aus den beiden Jahrgängen fünf und sechs gab die Stadt Einblick in die erste große Planungsphase des Mammut-Projektes.

Soeben hat der Rat den Planungsbeschluss gefasst für die Neubauten, die auf dem ehemaligen OFD-Gelände entstehen werden. Auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Lernort ist damit der nächste große Schritt getan. „Die neue Gesamtschule setzt in Planung und Realisierung neue Maßstäbe – bei der Umsetzung des pädagogischen Konzepts, beim ökologischen Anspruch wie auch bei Architektur und Baukonstruktion“, waren sich das städtische Immobilien- und Schuldezernat, Projektleitung und Schulpflegschaft einig.

Zum Beispiel Lernhäuser: Klassische Klassenraum-Grundrisse werden aufgegeben. An ihre Stelle treten offene und variable Lernlandschaften, die selbstständiges Lernen und individuelle Förderung unterstützen. Diese Lernhäuser werden so erschlossen, dass sie von den einzelnen Jahrgängen störungsfrei aufgesucht werden können.

Zum Beispiel Holzbau: Zum ersten Mal wird eine Schule in Münster aus diesem nachwachsenden Rohstoff gebaut. Ein Unterfangen, das in der Klimahauptstadt Münster ein Vorbild sein kann für nachhaltiges Bauen auch in großer Dimension, umfasst doch der Neubau 16 000 Quadratmeter. Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz – dank Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und hervorragenden CO2-Bilanzen. Zugleich bleibt man durch den hohen Vorfertigungsgrad der Bauteile in Werkhallen wetterunabhängig und kann Bauzeiten sicherer einhalten oder gar verkürzen. Und: Holz hat Potential zum Wohlfühlen. Wie wohnlich dieser Baustoff zudem sein kann, sahen Eltern und Lehrer beim Info-Abend an anschaulichen Beispielbildern.

Die rege Beteiligung der Eltern konzentrierte sich auch auf technische Themen wie „Schallschutz und Holzarchitektur“. Geäußert wurde der Wunsch auf Verzicht von Klimaanlagen – die ohnehin in der Planung nicht vorgesehen sind. Nachgefragt waren die künftigen Wegeverbindungen auf dem Campus. Mit einer Vierfachsporthalle, Außenspielfeldern und Beachvolleyballflächen, mit Kindertagesstätte sowie Forum im Haupthaus wird sich die Schule für den Stadtteil öffnen und mit dem Quartier vernetzen.

Wie geht es weiter? In den kommenden Wochen begeben sich die Teams aus Planern und Architekten an die Detailarbeit, ehe Anfang 2018 die Planung für die Oberstufe im Gebäude der Fürstin-von-Gallitzin-Schule auf der Agenda steht. Ganz sicher mit am Tisch sind auch dann wieder Schule und Eltern.