Zahl der Bewerber sinkt deutlich

Viele Betriebe in Münster und dem Kreis Warendorf, die in diesem Jahr Auszubildende einstellen wollten, hatten deutlich weniger Bewerber. Seit Oktober 2016 bis Ende September 2017 meldeten sich 3.339 Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, 280 weniger als noch vor einem Jahr. Zwar ging auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze zurück. Dennoch standen rechnerisch jedem Bewerber mit 1,15 Stellenangeboten erneut mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Die Unternehmen und Verwaltungen im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster meldeten seit Oktober 3.871 zu besetzende Ausbildungsstellen, 146 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Trotz der rückläufigen Bewerberzahlen blieben weniger Ausbildungsstellen unbesetzt. Ende September verzeichnete die Agentur für Arbeit in Münster und dem Kreis Warendorf insgesamt 149 unbesetzte Ausbildungsplätze, 14 weniger als im Vorjahr.

Der Ausbildungsmarkt in Münster – Ausbildung bleibt attraktiv

Von den 2.251 Ausbildungsstellen, die Unternehmen und Verwaltungen in Münster seit Oktober 2016 bis Ende September bei der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster meldeten, blieben am Ende nur 33 unbesetzt. „Das zeigt, dass eine betriebliche Ausbildung für viele junge Menschen weiterhin ein attraktiver Einstieg ins Berufsleben ist“, freut sich Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Und offensichtlich ist es den Betrieben gelungen, für sich und die Ausbildung in ihrem Haus zu werben und zu überzeugen“, so sein Fazit.
Dies sei umso wichtiger, als dass die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz in Münster erneut zurückging. Seit Oktober 2016 meldeten sich 1.288 Jugendliche bei der Berufsberatung, 122 weniger als im Vorjahreszeitraum. Rein rechnerisch standen damit jedem Bewerber 1,75 Ausbildungsplätze zur Verfügung, nach 1,67 im Ausbildungsjahr 2015/2016 und 1,43 im Ausbildungsjahr 2014/2015. „Junge Menschen, die eine Ausbildung absolvieren möchten, können sich in einigen Berufen und Branchen die Ausbildungsstellen aussuchen. Das ist eine positive Nachricht für die Jugendlichen, stellt aber Unternehmen vor immer größere Herausforderungen“, beschreibt Fahnemann die Situation.

Schwierig war es vor allem für Betriebe, die in Berufen mit Rahmenbedingungen ausbilden möchten, die bei jungen Menschen tendenziell unattraktiver sind, weil sie zum Beispiel mit Schicht- oder Wochenenddienst verbunden sind. So zählten zu den Ausbildungsplätzen, die nicht besetzt werden konnten, Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe, oder im Einzelhandel. „In vielen anderen Bereichen passt das Angebot an Ausbildungsplätzen aber zu den Wünschen der Jugendlichen“, sagt der Agenturleiter. So führten kaufmännische Berufe weiterhin die Liste der beliebtesten Ausbildungen an. 284 Jugendliche aus Münster strebten einen Berufseinstieg als Kaufleute für Büromanagement, Industriekaufleute, Großhandelskaufleute oder andere kaufmännische Tätigkeiten an. Ihnen standen in Münster 627 Ausbildungsangebote im kaufmännischen Sektor gegenüber. „Damit hatten junge Menschen in Münster gute Chancen auf ihren Wunschberuf“, so Fahnemann und ergänzt: „Dass das große Angebot an Ausbildungsplätzen dennoch zum größten Teil besetzt werden konnte, hängt damit zusammen, dass viele Betriebe traditionell auch Bewerber aus dem Umland einstellen“. Für die nächsten Ausbildungsjahre bleibt es eine der wichtigen Aufgaben, Jugendliche bei ihrer Berufswahl zu begleiten und junge Menschen weiterhin für die Ausbildung zu begeistern. „Ebenso wichtig wird es sein, Ausbildungsbetriebe zu unterstützen, die sich für schwächere Bewerber entscheiden“, fasst der Agenturchef zusammen.

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf – Jugendlichen gelingt der Berufseinstieg

Von den 2.051 jungen Menschen im Kreis Warendorf, sie sich seit Oktober 2016 als Bewerber um einen Ausbildungsplatz bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster gemeldet haben, sind Ende September nur noch 52 ohne Ausbildung oder Alternative. Damit ist die Zahl der Bewerber, die über den 1. Oktober hinaus noch bei der Agentur für Arbeit gemeldet waren, im Vergleich zum Vorjahr um 22 gesunken. „Den Jugendlichen gelingt der Start ins Berufsleben“, so die positive Zusammenfassung von Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Zwar entschieden sich traditionell einige Bewerber für einen weiteren Schulbesuch, um ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern. Ihre Zahl sank jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 11,5 Prozent. „Für die meisten Jugendlichen ist eine Ausbildung weiterhin die erste Wahl“, so der Experte. Dabei erhöhten sich die Chancen, einen Ausbildungsplatz im Wunschberuf zu erhalten, in diesem Jahr erneut. Rechnerisch betrachtet standen jedem Bewerber 0,79 Ausbildungsangebote gegenüber. In den beiden Vorjahren waren es noch 0,75.

Was aus der Sicht der Bewerber positiv ist, stellt einige Betriebe im Kreis Warendorf jedoch vor wachsende Herausforderungen. So blieben Ende September noch 116 und damit rund sieben Prozent der Ausbildungsstellen, die Arbeitgeber der Agentur für Arbeit meldeten, unbesetzt. „Das ist eine Entwicklung, die sich fortsetzt und für Betriebe zunehmend schwierig ist“, verdeutlicht Fahnemann. Insgesamt verzeichnete die Agentur für Arbeit im Kreisgebiet 1.620 gemeldete Ausbildungsplätze für den Kreis. Damit lag das Ausbildungsangebot mit 41 Stellen leicht unter dem des Vorjahres. „Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in der Region ist weiterhin hoch. Das ist ein gutes Fundament für die Fachkräftesicherung und die wirtschaftliche Zukunft. Daher ist es entscheidend, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern“, so der Experte. Zugleich werde es zunehmend wichtiger, auch diejenige eine Chance auf eine Ausbildung zu ermöglichen, die nicht in allen Punkten komplett überzeugen können. „Hier haben wir alle gemeinsam eine Aufgabe“, unterstreicht Fahnemann.