Schwerbehinderte Bewerber können Chance für Unternehmen sein

Am 3. Dezember war der internationale Tag der Menschen mit Behinderungen. Anlässlich dieses Aktionstages appelliert Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, an Arbeitgeber, auch Bewerbern mit Handicap eine Chance zu geben: „Gezielte Fördermaßnahmen und Hilfestellungen bei Inklusion behinderter Menschen durch die Agentur für Arbeit tragen dazu bei, ihnen den Weg auf den Arbeitsmarkt zu ebnen. Aber erst durch das Engagement der Arbeitgeber entstehen so neue Jobchancen.“

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster waren bis zum September dieses Jahres durchschnittlich 17.783 Personen pro Monat arbeitslos gemeldet. Davon wiesen 1.084 eine Schwerbehinderung auf. „Menschen mit einer Schwerbehinderung sind auf dem Arbeitsmarkt in der Region Ahlen-Münster nicht überproportional häufig vertreten. Sie benötigen aber oft im Fall einer Arbeitslosigkeit eine besonders intensive Betreuung“, fasst Joachim Fahnemann zusammen. Bei der Agentur für Arbeit übernehmen das Spezialisten. Sie vermitteln nicht nur in Arbeit, sondern haben auch Maßnahmen zur Unterstützung der schwerbehinderten Arbeitslosen im Blick. Zuschüsse, etwa zur Anschaffung von speziellen Arbeitsmaterialien oder notwendige Umbauten, sollen die Suche nach einer neuen Beschäftigung gezielt unterstützen und erleichtern. Denn derzeit ist die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle für Schwerbehinderte oftmals mühevoller als für Arbeitslose ohne Behinderung. Betrug die durchschnittliche Arbeitslosigkeit bei allen Personen im Jahr 2017 bis zum September 602 Tage, lag sie für schwerbehinderte Arbeitslose mit 718 Tagen höher. Personen ohne Schwerbehinderung waren im Schnitt 596 Tage arbeitslos gemeldet.

„Dabei sind die Betroffenen in der Regel gut ausgebildet“, betont Fahnemann. So verfügen rund 55 Prozent der schwerbehinderten Arbeitslosen über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Knapp sechs Prozent haben ein Studium abgeschlossen. Besonders häufig finden Schwerbehinderte im Agenturbezirk Ahlen-Münster eine neue Tätigkeit im Bereich der öffentlichen Verwaltung. „Für Arbeitgeber können schwerbehinderte Mitarbeiter einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten“, betont Fahnemann. 12,5 Prozent der Arbeitslosen mit Schwerbehinderung streben eine Beschäftigung im Bereich Unternehmensführung und –organisation an. Weitere 8,2 Prozent nannten als Zielberuf eine Tätigkeit im Segment Verkehr und Logistik. Auch in den Bereichen Tourismus, dem Verkauf oder in sozialen und erzieherischen Tätigkeiten suchen Arbeitslose mit Schwerbehinderung vermehrt nach einer neuen Tätigkeit. Joachim Fahnemann sieht hierin auch Chancen für Arbeitgeber: „In naher Zukunft werden zahlreiche erfahrene Arbeitnehmer in Rente gehen, die Qualifizierung neuer Mitarbeiter kann, je nach Stelle, längere Zeit in Anspruch nehmen. Um einem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen, können Arbeitgeber dabei auch auf bereits gut qualifizierte Bewerber mit einer Schwerbehinderung setzen. Die Agentur für Arbeit hilft mit individuellen Förderungsangeboten weiter und berät sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer.“