Grünstrom-Anlagen ernten mehr als Verbrauchsspitze

Die Energiewende in Münster nahm im vergangenen Jahr weiter Fahrt auf, wie die Netzleistungsbilanz des lokalen Netzbetreibers münsterNETZ zeigt. Das Tochterunternehmen der Stadtwerke Münster errichtet und betreibt als zuständiger Netzbetreiber die örtlichen Versorgungsnetze für Strom, Erdgas, Fernwärme sowie das Wassernetz.

2017 erreichte die vor Ort installierte Erzeugungsleistung einen neuen Höchststand: Fast 2.800 Anlagen für erneuerbare Energien speisten Energie in das Münsteraner Stromnetz ein. Die installierte Erzeugungsleistung ist die maximale Erzeugungskapazität der Anlagen. Welche Menge an Kilowattstunden die Anlagen tatsächlich produzieren, ist gerade bei erneuerbaren Energien abhängig von Sonne und Wind.

Den größten Anteil regenerativer Energieanlagen stellen Photovoltaik- und Windenergieanlagen, gefolgt von Blockheizkraftwerken (BHKW)[1]. Mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt zusätzlich die GuD-Anlage der Stadtwerke Münster gleichzeitig klimafreundlichen Strom und Wärme. Insgesamt kommt die Stadt damit auf eine Erzeugungskapazität von mehr als 210 Megawatt. Das ist rechnerisch mehr Leistung als in Münster maximal benötigt wird, die so genannte Verbrauchsspitze.

Energiewende? Machen wir selber!
2017 wurden knapp 40 Prozent des in Münster verbrauchten Stroms von hiesigen Quellen ins Netz der münsterNETZ eingespeist. Größter lokaler Stromproduzent sind die Stadtwerke Münster, die 88 Prozent des Münsteraner Stroms erzeugten. Jedoch engagieren sich auch immer mehr Unternehmen und Privatleute für den Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort – sei es mit einer Solaranlage auf dem Dach, als Mitglied einer Energiegenossenschaft oder mit dem Wechsel zu zertifiziertem Ökostrom. „Die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die die Münsteraner offensichtlich beherzt angehen. Dafür sind die fast 2.800 regenerativen Anlagen ein eindeutiges Signal“, so Andreas Wunderer, Geschäftsführer von münsterNETZ.

Während die überregionalen Netzbetreiber bei wetterbedingten Stromspitzen immer wieder Anlagen abschalten und hohe Summen an die betroffenen Erzeuger zahlen müssen, konnte münsterNETZ hingegen im vergangenen Jahr jede grüne Kilowattstunde aufnehmen und über das Stromnetz an die Münsteraner leiten. Wird Strom lokal produziert und genutzt, hat das positive Folgen für das deutsche Stromnetz: „Jede Kilowattstunde, die direkt in Münster produziert und verbraucht wird, entlastet die verstopften Stromautobahnen der überregionalen Netzbetreiber“, betont Geschäftsführer Wunderer.

Erzeugungsleistung Erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Münster 2017