Neue Blicke auf Kultur und Stadtraum

Kunst und Kultur im öffentlichen Raum – dieses Thema hat das vergangene Kulturjahr in Münster geprägt. Der 50 Seiten starke „Kulturreport 2017“ dokumentiert in Bild, Text und Zahlen die vielseitige Arbeit der städtischen Kultureinrichtungen und gibt Einblicke in die Förderung der freien Szene.
Viel Lob von Gästen und Kritikern zog die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekte nach sich. „Die Ausstellung bescherte der Stadt ein ganz besonderes Flair“, erinnert sich Kulturdezernentin Cornelia Wilkens. Die Kunstausstellung im öffentlichen Raum bewegte nicht nur über 650 000 Besucherinnen und Besucher. „Sie schenkte den Münsteranerinnen und Münsteranern auch ganz neue Blicke auf ihre Stadt“, so die Stadträtin. Zugleich inspirierte die Schau andere Kultureinrichtungen.

Das Stadtmuseum zeigte gleich zwei eigene Ausstellungen zur Skulptur-Historie. Das Kulturamt entwickelte mit unterschiedlichen Partnern ein Programmkonzept, das Künstler und Kulturschaffende vor Ort miteinbezog und aus anderer künstlerischer Richtung die Blicke auf Kultur und Stadt lenkte. So lud die Initiative „Freihaus ms“ die freie Szene ein, die Debatte um Kunst im öffentlichen Raum mit eigenen Beiträgen zu erweitern. Die internationale Lesereihe „Paris Palmyra“ ließ Literaten von öffentlichen Räumen anderer Städte erzählen.
Doch Münsters Kultur bestand 2017 noch aus mehr als diesem Großereignis. „Der Kulturreport macht deutlich, wie vielfältig, aktiv und schöpferisch die Kulturschaffenden in Münster sind und wie abwechslungsreich Einrichtungen und freie Szene die Kulturlandschaft Münsters formen“, betont Cornelia Wilkens. Beispiele sind die Verleihung des Historikerpreises sowie des Preises der Stadt Münster für Internationale Poesie, das Internationale Lyrikertreffen mit dem Begleitprogramm Poetry, das Internationale Jazzfestival, das Festival für Hochschulkultur „Neue Wände“ und das Filmfestival Münster.

Auch weitere Einrichtungen werden mit ihren Schwerpunkten 2017 im Kulturreport skizziert, darunter das Stadtarchiv, die Kunsthalle, Stadtbücherei, Stadtteilkultur, die Villa ten Hompel mit ihrer umfangreichen Forschungs- und Vermittlertätigkeit sowie die Volkshochschule Münster. Diese Vielfalt lässt sich oft noch durch spannende Kooperationen manifestieren. Ein herausragendes Beispiel ist hier die Westfälische Schule für Musik, die 2017 mit dem Theater Münster, dem Sinfonieorchester, der Westfälischen Wilhelms-Universität und mit verschiedenen Schulen zusammenarbeitete – und bei der Einweihung des neuen Hauptbahnhofs mitmischte: Das Ensemble Brassissimo testete die neue Akustik des Gebäudes – sie erwies sich als erstaunlich konzerttauglich.
Info: Der „Kulturreport“ verzeichnet viele Detailinformationen zur kommunalen Kultur und der freien Szene und nennt nützliche Kontaktadressen. Er ist kostenlos in der Münster Information im Stadthaus 1, Heinrich-Brüning-Straße, erhältlich.


Foto: Rückblick in der Dominikanerkirche auf das ereignisreiche Kulturjahr 2017 (v.l.): Dr. Barbara Rommé (Stadtmuseum), Merle Radtke (Kunsthalle Münster), Frauke Schnell (Kulturamt), Dr. Christoph Spieker (Villa ten Hompel), Kulturdezernentin Cornelia Wilkens, Gunter Riemers (Stadtbücherei), Friedrun Vollmer (Westfälische Schule für Musik), Dr. Hannes Lambacher (Stadtarchiv), Rita Feldmann (Theater Münster) und Anke Wermelt (Volkshochschule). Foto: