Bahn, Gleisanlage

Abschiebungsgegner bekennen sich zu Anschlag auf die Bahn

Zu hohem Sachschaden und teils erheblichen Einschränkungen des Bahnverkehrs führte gestern der gezielte Angriff auf die Signalverkabelung der Deutschen Bahn entlang mehrerer Streckenabschnitte. Zwischenzeitlich liegen der Düsseldorfer Polizei Erkenntnisse vor, die ein politisch motiviertes Handeln der Täter nahelegt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Dem aktuellen Stand der Ermittlungen zufolge öffneten in der Nacht von Sonntag auf Montag (23./24. September) bislang unbekannte Täter an mindestens drei Stellen im Großraum Düsseldorf Kabelschächte entlang der Bahngleise und beschädigten die darin befindlichen Kabelanlagen. Die Leitungen werden unter anderem für die Schaltung der Signalanlagen benötigt, was zu entsprechenden Störungen und auch Ausfällen im Bahnverkehr führte. Auch die Telekomunikation (Telefon und Internet) im Stadtgebiet Erkrath war gestört. Menschen wurden hierbei nicht verletzt.

Das Schreiben einer Gruppierung, die sich kontrovers mit dem Thema „Abschiebung“ auseinandersetzt, liegt dem Staatsschutz vor und wird als authentisch erachtet. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln derzeit wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und gemeinschädlicher Sachbeschädigung.

Betroffen sind der Nah- und Fernverkehr. Züge der Regionalexpress-Linien RE 1 und RE 5 fahren inzwischen wieder auf dem Regelweg. Hier kommt es zu Verspätungen. Züge der Linien RE 2 und RE 11 enden und beginnen jeweils in Duisburg Hbf. Die Folge sind Teilausfälle zwischen Duisburg Hbf und Düsseldorf Hbf. Die Züge der RE 6 werden zwischen Duisburg Hbf und Neuss Hbf in beide Richtungen ohne Zwischenhalt umgeleitet. Die Züge halten nicht in Düsseldorf Flughafen und Düsseldorf Hbf. Für die Dauer der Störung entfällt die Linie RB 37 zur Streckenentlastung komplett. Ein Ersatzverkehr ist eingerichtet. Auch die S 1 fährt auf dem Regelweg, es kommt aber zu Verspätungen.

Nach aktueller Prognose dauert diese Störung noch bis in die Abendstunden an, da die Reparaturarbeiten an den beschädigten Glasfaserkabeln sehr aufwändig und zeitintensiv sind. Hunderte von Kabelverbindungen müssen repariert werden. Zwischenzeitlich mussten die Arbeiten aufgrund polizeilicher Ermittlungen unterbrochen werden.

Die Deutsche Bahn verurteilt die durch bisher Unbekannte herbeigeführten Schäden auf das Schärfste. Täter bringen durch die Nähe zu schnellfahrenden Zügen und zu stromführenden Leitungen nicht nur sich selbst in Lebensgefahr, sondern haben die erheblichen Beeinträchtigungen für Zehntausende Bahnkunden zu verantworten. Hinzu kommen erhebliche Sachschäden in noch unbekannter Höhe an der wichtigen Leit- und Sicherungstechnik.  Für entstehende Unannehmlichkeiten bittet die Deutsche Bahn um Verständnis.


Symbolbild