Nur ein Guckloch in der Windschutzscheibe ?

– Der Wintereinbruch und die nächtlichen Minustemperaturen stellen auch in diesen Tagen viele Menschen in der Region wieder vor die Frage: Was kann ich tun, um das Auto eisfrei zu bekommen? Reicht das berüchtigte „Guckloch“?

Um das Auto im Winter in einen verkehrssicheren Zustand zu bringen, müssen Scheiben, die Beleuchtungseinrichtungen und Seitenspiegel frei von Schnee und Eis sein.

„Wer nur das berüchtigte „Guckloch“ freikratzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit die, solange nichts passiert, mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro geahndet werden kann“, erklärt Christoph Becker, von der Verkehrswacht Münster. „Fahrzeugführer sollten durch alle Scheiben freie Sicht haben“. „Passiert aber etwas, kann das ungeahnte Folgen für alle Beteiligten haben.“ Die Einschränkung des Sichtfeldes kann dazu führen, dass Gefahrensituationen deutlich später erkannt werden und sich dadurch die Reaktionszeit und der Anhalteweg um ein vielfaches erhöht.

„Wird bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h ein querrender Radfahrer nur zwei Sekunden später erkannt, hat dies zur Folge, dass er mit ungebremster Geschwindigkeit erfasst wird,“ mahnt Ludger Bolke, Niederlassungsleiter der DEKRA Münster. Kommt es zu einem Verkehrsunfall, kann es teuer werden: Versicherungen können bei einer Obliegenheitsverletzung den Versicherten, der die Scheibe nicht freigekratzt hat, in Regress nehmen. „Wer keine Garage hat oder das Auto nicht unterstellen kann und die Scheiben sind vereist, muss wohl oder übel auf den altbewährten Eiskratzer zurückgreifen. Oder man schützt die Scheibe bequem am Vorabend durch eine Abdeckung mit speziellen Thermomatten oder einer Pappe“, empfiehlt Christoph Becker.

Vom Enteisen mit heißem Wasser wird gewarnt. Die Scheiben könnten aufgrund der Kälte gleich wieder gefrieren und durch den Temperaturunterschied reißen. Nicht erlaubt ist, den Motor zum Abtauen der Scheiben laufen zu lassen.