Renaturierung der Aa / Westerholtsche Wiese abgeschlossen

Von April bis November 2018 wurde die münstersche Aa im Bereich der Westerholtschen Wiese auf einer Länge von 210 Metern durch das Tiefbauamt aufwändig umgestaltet. Wo zuvor das Wasser aus dem Aasee durch ein unansehnliches Betonbett floss, schlängelt sich nun die renaturierte Aa durch ein kurvenreiches und naturnahes Bachbett. Die Figurenhecke entlang der Aa wurde mit einer 180 Meter langen Blocksteinmauer gesichert.

Nach dem Starkregen im Juli 2014 hat das Tiefbauamt zahlreiche Projekte in Angriff genommen um den Hochwasserschutz in der Stadt zu erhöhen. In der Altstadt trägt nun auch die Renaturierung der Aa in der Westerholtschen Wiese zum Schutz vor Hochwasser bei. Sie wurde im November abgeschlossen.
Im vergangenen Dezember gab es bereits zwei kleinere Hochwasser. Die hat die Aa an der Westerholtschen Wiese gut überstanden. Den Gewässerexperten hatte im Vorfeld Sorgen bereitet, dass schon bei mittleren Niederschlägen große Wassermengen über das “Aasee-Wehr” an der Badestraße abgegeben werden.

Der Umbau von einem naturfernen Betonbett zu einer naturnahen Fließstrecke war schwierig: “Mit einem für münstersche Verhältnisse starkem Gefälle in diesem Bereich bestand die Gefahr, dass die naturnahe Gewässersohle aus Sand und Kies fortgespült werden könnte”, erläutert Thomas Wermers von der Gewässerunterhaltung im Tiefbaumt. Damit das nicht passiert, haben sich die Gewässerexperten einiges einfallen lassen.
Um Platz zu schaffen, musste zunächst ein Schmutzwasserkanal verlegt werden. Anschließend wurde die Betonsohle der “alten Aa” herausgebrochen und abgefahren. Es folgte der lagenweise Einbau einer 70 Zentimeter dicken Schicht aus Sand, Kies, Schluff und größeren Steinen. Diese stabile Sohleschicht soll verhindern, dass sich die Aa bei Hochwasser “vertieft”. Auf die Schicht in der Sohle der Aa wurde eine rund 20 Zentimeter starke Schicht aus “bindigem” Mergel aufgebracht. Die obere Schicht bildet eine 10 Zentimeter mächtige Sandschicht.

Diese Sandschicht wird üblicherweise bei Hochwasser teilweise abgespült und umgelagert. “Dies ist durchaus gewollt, schließlich wird bei natürlichen Gewässern ebenfalls Sand umgelagert”, so Wermers. Wie erwartet sei dies auch bei den kleineren Dezember-Hochwassern geschehen.
Um die Gewässersohle zusätzlich zu fixieren, hat das Tiefbauamt noch 18 Querriegel aus Eichenholz einbauen lassen. Hinzu kamen zahlreiche Tothölzer, um den Fischen Unterschlupf zu bieten und für mehr Strukturvielfalt zu sorgen.


Foto: Stadt