Tagesarchive: 29. April 2019

Klaus Bußmann verstorben

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster trauern um den ehemaligen Museumsdirektor Prof. Dr. Klaus Bußmann. Bußmann verstarb am Samstag (27.4.) im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit in Münster.

“Mit Klaus Bußmann verliert unser Museum einen herausragenden Ausstellungsmacher, der 1977 die Skulptur Projekte gründete und dem Museum durch große Ausstellungsprojekte einen internationalen Ruf verliehen hat”, so LWL-Direktor Matthias Löb. “Seine Verdienste werden wir nicht vergessen.”

Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold: “Das Museum hat Klaus Bußmann unendlich viel zu verdanken. Er hat drei Generationen von jungen Kunsthistorikern geprägt und sie auf dem Weg in die Kunstwelt gefördert. Auch ich persönlich verdanke ihm sehr viel. Bußmann hat das Museum und die gesamte Stadt aufgeweckt, indem er mutig, provokant und voller Überzeugungskraft die Bürgerschaft mit zeitgenössischer Kunst konfrontiert hat.”

Von 1985 bis zu seinem Ruhestand 2004 war Bußmann Direktor des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster. Zuvor war er dort von 1968 bis 1974 Kurator für mittelalterliche Kunst und von 1974 bis 1977 Kurator für die Kunst der Moderne. Der Kunsthistoriker verantwortete erfolgreiche Ausstellungen über Eduardo Chillida, August Macke, Johann Conrad Schlaun und die Europaratsausstellung “1648 – Krieg und Frieden in Europa”.

Von 1977 bis 1984 unterrichtete Bußmann als Professor für Kunstgeschichte an der Fachhochschule Münster. Bußmann, 1941 in Aachen geboren, studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Geschichte in Münster, Berlin, Basel und Paris und promovierte über den westfälischen Architekten Wilhelm Ferdinand Lipper.

Als Kurator rief er 1977 die Skulptur Projekte ins Leben. Als Bürger in Münster massiv gegen die Schenkung einer Plastik von George Rickey protestierten, beschloss Bußmann, dem konservativen Geist der Stadt Nachhilfe in Sachen moderner Kunst zu geben. Gemeinsam mit Kasper König zeigte er Projekte internationaler Künstler im Museum und in der Stadt. Es hagelte Proteste von allen Seiten, in der Öffentlichkeit war von “Degeneration der Kunst” die Rede. Doch mit den Skulptur Projekten begann Bußmanns Erfolg als Ausstellungsmacher und gleichzeitig der internationale Ruhm der Stadt. Zwei weitere Ausstellungen der Skulptur Projekte unter der Regie von Bußmann und König folgten 1987 und 1997.

Als Mitglied des Rats der Stadt Münster hat Bußmann sich in zahlreichen Kommissionen für die Entwicklung der Stadt eingesetzt und sie – oft unter Protest – beeinflusst. Bußmann war 1990 und 1993 Kurator des Deutschen Pavillons der Biennale von Venedig und gewann in beiden Jahren den Goldenen Löwen: 1990 mit den Künstlern Hilla und Bernd Becher, 1993 mit Nam June Paik und Hans Haacke für die Gestaltung des Deutschen Pavillons.

Dem Kunstbeirat der Bundesregierung Deutschland stand Bußmann von 1996 bis 2004 vor. Außerdem war er 2001 maßgeblich an der Gründung des Museums für Gegenwartskunst in Siegen beteiligt. Er war Träger des Preises des deutschen Kritikerverbandes, der Paulus-Plakette der Stadt Münster (1993) und des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

“Das herausragende internationale Renommee, welches die Stadt Münster heute im Bereich der zeitgenössischen Kunst und Kunst im öffentlichen Raum genießt, ist in hohem Maße Verdienst von Klaus Bußmann.” Mit diesen Worten würdigte Oberbürgermeister Markus Lewe den Verstorbenen. “Seiner Zeit weit voraus, mutig und mit grandioser fachlicher Expertise hat er als Initiator und Kurator der Skulptur Projekte Münster das Klima in unserer Stadt wirklich verändert – hat es insgesamt aufgeschlossener, diskussionsfreudiger und toleranter gemacht. Damit haben wir ihm unendlich viel zu verdanken”, sagte der Oberbürgermeister.

Im LWL-Museum für Kunst und Kultur liegt ab Dienstag (30. April) ein Kondolenzbuch aus.


Foto: LWL/Wakonigg

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