Kooperation mit Start-ups ist angesagt

– Beim IHK-Sommer-Empfang am vergangenen Donnerstag, wurde den über siebenhundert geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung unmissverständlich klar, wie wichtig die Investitionen in neue Technologien und der Wandel zu einer funktionierenden Digitalisierung für den Zukunftsprozess werden wird.

Neue Selbständige braucht das Land
In seiner Eröffnungsrede machte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer angesichts großer Verluste bei Unternehmensgründungen darauf aufmerksam, dass in den kommenden fünf Jahren, mehr als 20.000 Unternehmensinhaber in unserer Region aus Altersgründen ihre Nachfolge regeln müssten. – Eine erschreckend gewaltige Zahl, finden wir! Deshalb sei es alarmierend, dass die Gründungsquote sich in den letzten 15 Jahren mehr als halbiert habe.

„Selbstständigkeit muss für mehr junge Menschen wieder ein lohnenswertes und attraktives berufliches Ziel werden“, forderte Hüffer. Gründer und Nachfolger müssten vor allem die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden. „Dafür müssen wir uns alle einsetzen“, betonte der IHK-Präsident. Die IHK habe ihr Engagement für Gründer in diesem Jahr sichtbar erhöht, das IHK-Startercenter eröffnet, und die IHK-Gründungswerkstatt im Internet rundum erneuert.

„Bei einer Zusammenarbeit zwischen Start-up und etabliertem Unternehmen profitieren beide Seiten“, versprach IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer beim größten Netzwerktreffen der regionalen Wirtschaft. Die Agilität und die innovative Nutzung digitaler Technologien bei den Start-ups, treffe auf jahrzehntelange Erfahrung und fundierte Markt- und Branchenkenntnis bei den etablierten Unternehmen. „Das ist eine klassische Win-Win-Situation“, resümierte er. So sei es nicht verwunderlich, dass 95 Prozent aller Unternehmen, die schon geschäftliche Erfahrungen mit Start-ups gesammelt haben, „es sofort wieder machen würden“.

Wie etablierte und junge Unternehmen im Tandem voneinander profitieren und warum „Corporate Startup-Partnership“ für alle Unternehmen, egal welcher Branche, lohnenswert sein kann, dass skizzierten Dr. Bernhard Mohr (Geschäftsführer der Evonik Venture Capital GmbH) und Philipp Bürling (Mitgründer und kaufmännischer Geschäftsführer der NUMAFERM GmbH) im Interview mit TV-Moderatorin Jeanette Kuhn.

Das nicht nur große Unternehmen wie Evonik, sondern auch mittelständische Unternehmen zusammenarbeiten und „Gemeinsam nach vorn“ kommen können, erfuhren die Gäste im Gespräch mit den sieben Unternehmens-Tandems aus der Region, die sich im Foyer des IHK-Bildungszentrums präsentierten (s. unten). Doch nach einer bundesweiten Studie hat bisher nur jedes dritte kleine oder mittlere Unternehmen Erfahrungen mit Start-ups gesammelt. „Das muss sich ändern“, forderte der IHK-Präsident: „Wenn wir von jungen Menschen den Mut erwarten, ein Unternehmen zu gründen, müssen wir als etablierte Unternehmen diesen Mut auch aufbringen. Und zwar den Mut, auch einmal mit Start-ups zusammenzuarbeiten.“

Auszug der Präsentation im IHK-Bildungszentrum (Foyer)
„Mittelstand meets Start-up“ mit:
1. Clockin GmbH (Ahlen) mit DiTom GmbH (Ahlen)
2. Edyoucated GmbH (Münster) mit BASF Coatings GmbH (Münster)
3. Frontastic GmbH (Münster) mit Aschendorff NEXT (Münster)
4. LoyJoy GmbH (Münster) mit WestLotto (Münster)
5. Tapdo Technologies GmbH (Münster) mit Westfalen AG (Münster)
6. Westphalia DataLab GmbH (Münster) mit Fiege Logistik (Greven)
7. Juracus / A&A UG (Schwerte) mit d.velop AG (Gescher)