Gastronomie Gipfel in Münster

Gastronomen und Schausteller gehören zu den größten Verlierern der Corona-Pandemie. All diese Menschen, die sich schon seit unserer frühsten Jugend um unser Wohlergehen kümmern und unser Leben bunt und lebenswert gestalten und uns mit allen erdenklichen Leckereien versorgen, schauen zurzeit in eine düstere Zukunft. Doch aus einer geplanten Aktion mit vielen leeren Stühlen auf dem Prinzipalmarkt in Münster wurde nichts. Den Verantwortlichen war dies im Grunde genommen schon fast vorher klar, dennoch wollte der Dehoga-Gastronomie-Verband diese Chance gemeinsam mit den Gastronomen nicht einfach so verstreichen lassen. Die leeren Stühle, die versinnbildlichen sollten, wie sehr die Gäste in den Gastronomie-Betrieben fehlen, war ein letzter verzweifelter Versuch an die Gesellschaft, sich wieder in Erinnerung zu bringen. Oberbürgermeister Markus Lewe, sowie der  Krisenstab-Verantwortliche Wolfgang Heuer, wurden von der Entscheidung der Politik und der Behörden mit der Absage der Mahn-Aktion kalt erwischt.

Lewe, der um die wirtschaftlich-bedrohenden Sorgen der Gastronomen weiß, und sich im Rahmen der bestehenden Allgemeinverfügung für seine Bürgerschaft und die Gastronomen mit allen politischen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, einsetzt, brachte daraufhin umgehend das Thema Krisengipfel zur Lage der Gastronomie in Münster, zum Chefthema auf die Tagesordnung.

Am heutigen Donnerstag war es dann soweit.

Rund 40 Gastronomen und die Stadtspitze, waren im Stadtweinhaus zum großen Krisengipfel, unter Berücksichtigung der zurzeit vorgeschriebenen Hygienevorschriften mit einem Sicherheitsabstand von 1,90 Meter, im Krisenzentrum zusammen gekommen.

Doch Pressevertreter wollte man nicht dabeihaben. In der Regel verheißt dies nichts Gutes.
Doch es kam, wie so oft, alles ganz anders als gedacht.

Markus Lewe begrüßte die teilnehmenden Personen und gab zu verstehen, dass es schon schönere Treffen zu einer Besprechung gegeben hätte.

Danach ging es in einem äußerst ungewohnten, straffen Programm um die derzeitige Situation der Gastronomie zur Coronazeit in Münster.

Zur Sprache kamen Mieten, Sondernutzungsflächen, Abrechnungsmodalitäten, sowie Hilfsmaßnahmen für Gastronomie-Objekte und Außengastronomieplätze. Alles in Allem, hatten sich die Verantwortlichen zwei Stunden Zeit genommen und daraus ein konstruktives Arbeitsumfeld ohne großen Schnick-Schnack kreiert.  Sonst wäre es auch nicht zu erklären, dass sich die Gruppe ohne großen Ärger und schneller Lösungsfindung so homogen in ihrer Konferenz zusammenfand.

Drei Punkte wurden bei dem Gespräch strukturiert.
Was können wir mittelbar als Stadt / Kommune lösen?
Was können wir unmittelbar als Kommune lösen?
Soforthilfe und eine Beschleunigung der Auszahlung.

Weitere Themen waren die Mehrwertsteuer, die temporär gesenkt werden soll.

Um den ungeliebten Mundschutz ging es bei den Gastronomen natürlich auch, der sicherlich einem jeden Gastronomen mehr oder weniger, als ein Dorn im Auge sitzt. Denn schließlich stören diese Teile natürlich beim Konsum von Speisen und Getränken.

In einer neu zu gründenden Task Force versprach Lewe, sich kurzfristig um weitere Belange der Gastronomen und in Zukunft vor allem unbürokratisch, um schnelle Hilfsmöglichkeiten zu kümmern.
Ein weiteres Thema war der Tourismus, vor allem im heimischen Umfeld, welches in naher Zukunft wohl zu einem wichtigen Thema für Münster werden wird.
Kleinere Betriebe sollen besondere Unterstützung erhalten
 
Die Rathaus-CDU verfolgt Pläne zur Aussetzung der kommunalen Vergnügungssteuer, um bestimmten, von der Corona-Krise schwer gebeutelten Betrieben Entlastung zu verschaffen. „Künstlerisch geprägte Veranstaltungen mit untergeordnetem kommerziellem Charakter in der Clubszene könnten von den Bestimmungen der städtischen Vergnügungssteuersatzung zur Steuerpflicht ausgenommen werden“, so Ratsherr Stefan Weber. Der CDU-Fraktionsvorsitzende sieht darin ein Zeichen der Ermutigung besonders für kleinere Betriebe.