Hauptmängel in der Herangehensweise der UK-Regierung an die Covid-19-Vorkehrungen und die Nothilfe

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass wichtige Mängel die Fähigkeit des NHS zur Bewältigung der Krise untergraben haben.

Die britische Regierung machte bei ihren strategischen Vorbereitungen und ihrer Notfallreaktion auf das Coronavirus entscheidende Fehler, was wiederum die Fähigkeit des NHS zur Bewältigung der Krise untergrub.

Dies sind die Ergebnisse, die kürzlich im Rahmen einer Forschungsarbeit für das Journal of Risk Research von Wissenschaftlern der Cass Business School, der Glasgow Caledonian University, der Vlerick Business School und der Nottingham University Business School veröffentlicht wurden.

Die Forscher führten eine umfassende Analyse der Literatur durch und konzentrierten sich dabei auf wichtige Forschungsarbeiten zur organisatorischen Belastbarkeit, die es ihnen ermöglichten, die “guten, die schlechten und die hässlichen” Aspekte der Bereitschaft und Reaktion auf die aktuelle Pandemie zu identifizieren.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Widerstandsfähigkeit des NHS gegenüber der Pandemie durch ein übermäßiges Vertrauen in die “Lean Produktion” und die “just in time”-Kontinuitätsplanung beeinträchtigt wurde. Dies führte dazu, dass die NHS-Lagerbestände nicht über ausreichende Vorräte und Kapazitäten für persönliche Schutzausrüstung (PSA), Beatmungsgeräte und Tests verfügten.

Sie argumentieren, dass der NHS durch “strategische Redundanz” und “im System verfügbare Spielräume” viel besser darauf vorbereitet sein könnte, um die späte “Aufstockung” der Kapazitäten durch staatliche Gesundheitsbeamte zu vermeiden, angesichts der immensen Belastungen und Anforderungen, die eine Pandemie an die globalen Versorgungsketten stellt.

Die Forscher vermuten jedoch, dass diese fehlerhafte Strategie nicht einfach auf mangelnde Voraussicht zurückzuführen war. Stattdessen weisen sie darauf hin, dass die britische Regierung es versäumt hat, bekannte Bedrohungen und klare Signale systembedingter Schwächen im Falle einer Pandemie angemessen zu berücksichtigen, aufgedeckt durch Notfallübungen wie die Operation Cygnus, die dreitägige Simulation im Jahr 2016, die sich auf die Reaktion und Planung einer Grippepandemie konzentrierte und an der Regierung und öffentliche Gesundheitsbehörden beteiligt waren.

Die Forscher empfehlen, dass angesichts der Anpassungsphase, die Großbritannien als Reaktion auf Covid-19 durchläuft, ein neues unabhängiges Gremium eingerichtet werden sollte, das die Verantwortung für die künftige nationale Notfallvorsorge ohne politische Einmischung übernimmt.

Nach Dr. Cormac Bryce, leitendem Dozenten für Versicherungswesen an der Cass Business School, habe die Studie Auswirkungen auf zukünftige Untersuchungen zum Umgang der britischen Regierung mit der Pandemie. Sie betone auch die Notwendigkeit neuer institutioneller Regelungen zur Stärkung der Unabhängigkeit und Transparenz an der wissenschaftspolitischen Schnittstelle zwischen Expertenrat, Regierungsentscheidungen und Vorsorge für künftige Pandemiedrohungen.

Benjamin Franklin legte nahe, dass wir uns bei mangelnder Vorbereitung auf ein Scheitern vorbereiten sollten. Wir werden Zeuge der tragischen Folgen eines solchen Versagens der Regierung – ein übermäßiges Vertrauen in die “just in time”-Lieferung hat neben anderen Faktoren zu einer unzureichenden Bevorratung von PSA und Beatmungsgeräten geführt“, sagte er.

Diese Unfähigkeit, angesichts von Covid-19 Widerstandsfähigkeit zu entwickeln, hat die Anpassung an die Pandemie erschwert, da die Tests für die wichtigsten Arbeitskräfte und die Gefährdeten in Pflegeheimen nur langsam ausgeweitet werden.“

Das Papier Resilience in the face of uncertainty: early lessons from the COVID-19 pandemic” wird im Journal of Risk Research als Teil einer demnächst erscheinenden Sonderausgabe mit internationalen Perspektiven zu Covid-19 und den Beiträgen der Risikowissenschaft zur Pandemie veröffentlicht.

Die Verfasser sind:

  • Dr. Cormac Bryce, Cass Business School
  • Dr. Patrick Ring, Glasgow School for Business and Society
  • Dr. Simon Ashby, Vlerick Business School
  • Dr. Jamie Wardman, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Nottingham

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