Deutsch-iranische Gemeinschaften äußern ernste Bedenken über den Berlin-Besuch von Pahlavi

Berlin (ots) –

Mehr als zwei Dutzend deutsch-iranische Gemeinschaften im ganzen Land haben den geplanten Besuch von Reza Pahlavi in Berlin in dieser Woche scharf verurteilt und gewarnt, dass jede Form der Begegnung deutscher Abgeordneter mit ihm das Risiko birgt, einer zutiefst spaltenden Persönlichkeit Legitimität zu verleihen, die nicht die Bestrebungen des iranischen Volkes repräsentiert.

Mehrere Vereinigungen in Deutschland, die iranische ethnische Gemeinschaften vertreten, insbesondere Kurden, haben diese Bedenken ebenfalls bekräftigt. Insbesondere iranische Kurden verweisen auf die bitteren Erinnerungen an die genozidalen Maßnahmen, die unter der Herrschaft von Reza Pahlavis Vater und Großvater verübt wurden.

Die iranischen Gemeinschaften, die ein breites Spektrum der iranischen Diaspora in Deutschland repräsentieren, erklärten, dass die Überzeugungen und das Verhalten von Reza Pahlavi im Widerspruch zu den Bestrebungen und Zielen stehen, in Iran Demokratie und Menschenrechte zu verwirklichen sowie die Verständigung zwischen den ethnischen Gruppen zu fördern.

Nach Angaben deutsch-iranischer Gruppen verdankt Reza Pahlavi seine Bekanntheit ausschließlich der berüchtigten Vergangenheit seines Vaters, eines Diktators, der 37 Jahre lang durch ein Einparteiensystem herrschte, das sich auf die berüchtigte Sicherheitsorganisation SAVAK stützte, sowie durch die Tötung und Folter politischer Gegner und Intellektueller. Sein Vater wurde schließlich durch eine massive Volksrevolution gestürzt und in den Mülleimer der Geschichte verbannt.

Hossein Yaghoubi, Vorsitzender der Gesellschaft von Deutsch-Iranern (GDI), erklärte: „Tatsache ist, dass sich Reza Pahlavi nicht von den gut dokumentierten Verbrechen seines Vaters distanziert hat. Noch in der vergangenen Woche in Schweden bezeichnete er die blutige Bilanz seines Vaters als Quelle des Stolzes.“ Er fügte hinzu: „Selbst die Stadt Berlin hat unmittelbare Erfahrungen mit der Repression seines Vaters gemacht.“

Yaghoubi bezog sich dabei auf den Angriff von SAVAK-Agenten am 2. Juni 1967, als diese eine friedliche Protestkundgebung iranischer Studenten, die gegen die Repression in Iran demonstrierten und von deutschen Studierenden unterstützt wurden, gewaltsam angriffen. Die Agenten attackierten die Demonstranten am helllichten Tag mit Knüppeln und lösten damals in Deutschland große Empörung aus.

Deutsch-iranische Stimmen betonten zudem, dass sie es als empörend empfinden, dass Reza Pahlavi wiederholt und ausdrücklich zu Krieg und militärischen Angriffen westlicher Staaten gegen Iran aufgerufen hat. Auch seine engsten Berater haben zu Angriffen auf die Infrastruktur Irans aufgerufen.

Nach Angaben von Sania Kohansal, Sprecherin des Vereins „Junge Stimmen“, „repräsentiert Reza Pahlavi weder innerhalb noch außerhalb Irans irgendetwas. Tatsache ist, dass er wiederholt und öffentlich von seinen umfangreichen Kontakten zu Kommandeuren der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), dem wichtigsten Instrument der Repression und des Terrorismus des klerikalen Regimes, die von der Europäischen Union als terroristische Organisation eingestuft wurden, sowie zu anderen Sicherheitsorganen des Regimes gesprochen hat. Seine Politik und seine Parolen haben zur Spaltung und Zersplitterung innerhalb der Opposition beigetragen. Wir als junge deutsch-iranische Generation, die sich eine demokratische Zukunft für Iran wünscht, sehen keinen Sinn darin, dass Mitglieder des Bundestages sich mit einer solchen Person treffen.“

Die deutsch-iranischen Gemeinschaften wiesen ferner darauf hin, dass Reza Pahlavi zur Unterdrückung iranischer ethnischer Gruppen aufgerufen hat, die einen bedeutenden Teil der Bevölkerung des Landes ausmachen. Seine Positionen wurden von diesen Gemeinschaften entschieden verurteilt.

Die überwältigende Mehrheit der Iraner hat bei landesweiten Aufständen, darunter auch bei den Protesten im Januar 2026, die Parole gerufen: „Nieder mit dem Unterdrücker, ob Schah oder Oberster Führer“, und damit alle Formen der Diktatur – ob religiös oder monarchisch – zurückgewiesen sowie die Errichtung einer demokratischen Republik gefordert.

Reza Pahlavis jüngste Besuche in Schweden und Italien wurden von iranischen Gemeinschaften sowie von einer großen Zahl von Politikern und Wissenschaftlern ähnlich kritisch aufgenommen, die betonten, dass seine Aufnahme keinen Beitrag zur Förderung von Freiheit und Demokratie in Iran leistet.

Pressekontakt:
H. Ghiassi-Maasser
Vorsitzender Union Exil-Iranischer Gemeinschaften in Deutschland
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