Euregio

Arbeiten über die Grenze – warum nicht?

Arbeitgeber sowohl in der deutschen als auch in der niederländischen Grenzregion suchen Personal. Eddy van Hijum, Regionalminister der niederländischen Provinz Overijssel, absolviert am 11. Juni ein Schnupperpraktikum bei der Firma INOTEC in Heek. Um selbst zu erfahren, was sowohl Arbeitgeber als auch Grenzgänger in der täglichen Praxis erleben. Und um herauszufinden, wie das Interesse an grenzüberschreitender Arbeit zunehmen kann.

Die Niederlande verlieren in ihren Grenzregionen 2% Wirtschaftswachstum und eine Million Arbeitsplätze. Ohne den negativen Einfluss der Landesgrenze könnte die Wirtschaftskraft sogar um 8% steigen. Das zeigt eine Studie der Europäischen Kommission. Hier liegen große Chancen, auch für das EUREGIO-Gebiet. Die Entfernung zu den Nachbarn ist gering. Dennoch arbeiten sowohl deutsche als auch niederländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer meist lieber im eigenen Land.

Fragen
Was benötigen Arbeitgeber und vor welchen Herausforderungen stehen sie, was Regeln, Einstellungs-, Lohn- und Steuervorschriften angeht? Und welche Fragen haben potenzielle Grenzarbeiter? Zum Beispiel bzgl. Anerkennung von Abschlüssen, Sprache, Gehalt, Steuern, Kinderbetreuung, Wohnen und Reisen? Eddy van Hijum, als „Gedeputeerde“ der Provinz zuständig für Wirtschaft, erhofft sich Antworten auf diese Fragen. Damit er das Thema „Arbeiten über die Grenze“ unterstützen und die Popularität des Grenzpendelns fördern kann. Ein durchlässiger und mobiler grenzüberschreitender Arbeitsmarkt stärkt die euregionale Wirtschaft und bietet eine Lösung für den Fachkräftemangel.

Schnuppertag
Im Frühjahr diesen Jahres startete die EUREGIO das „Experiment Grenze“. Dieses Pilotprojekt setzt sich für einen gemeinsamen, transparenten und grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt ein und richtet sich an alle, die an einem beruflichen Sprung über die Grenze interessiert sind. Von Studenten und Auszubildenden bis hin zu Mitarbeitern mit langjähriger Erfahrung. Eine sehr interessante Möglichkeit ist die Teilnahme an einem Schnuppertag bei einem Arbeitgeber im Nachbarland.
Van Hijum: „Ein solcher Tag trägt dazu bei, sich gegenseitig kennenzulernen und eventuelle Hürden und Vorurteile abzubauen. Um zu erfahren, was es heißt, grenzüberschreitend zu arbeiten, möchte ich diese Praktikumsmöglichkeit selbst nutzen. Ich bin vielleicht nicht der beste Installateur, Maler oder ICT-Ingenieur. Aber durchaus in der Lage, die Praxis zu bewerten, Maßnahmen zu ergreifen, das Thema auf die politische Tagesordnung zu setzen und in Den Haag darauf aufmerksam zu machen.“

INOTEC
Eddy van Hijums Schnupperpraktikum findet bei INOTEC in Heek statt. Das Unternehmen besteht seit 30 Jahren und hat sich auf (landwirtschaftliche) Klimatechnik spezialisiert: von Heizungsanlagen über Brandmeldeanlagen bis hin zur Lüftungstechnik.
Das Auftragsbuch ist gut gefüllt, doch Unternehmer Heinz Brügger weist darauf hin, dass er dringend gut ausgebildete Installateure braucht.

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