Die Ausstellungsräume im LWL-Museum für Kunst und Kultur strahlen in kräftigen Farben

Nach fünfjähriger Bauzeit wird das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster am 20. September mit der Architektur von Staab Architekten Berlin eröffnet und damit wieder für alle Menschen zugänglich sein. In einer Serie stellt das Museum besondere Kunstwerke aus den 51 Ausstellungsräumen vor, lässt Menschen zu Wort kommen, die am Bau beteiligt waren und verrät Fakten aus dem Inneren des Hauses.

Nur die Räume der Gegenwartskunst sind in Weiß gehalten. Ansonsten strahlt die neue Dauer-ausstellung des LWL-Museums in teils kräftigen Blau-, Rot-, Grün- und Gelbtönen. Welche Farben Verwendung fanden, hat Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold zusammen mit den Kuratorinnen und Kuratoren der Sammlung und den Ausstellungsgestaltern der Agentur Space 4 aus Stuttgart beschlossen. Bei der Auswahl waren die dort ausgestellten Exponate, die Themen der jeweiligen Räume und die Architektur ausschlaggebend. “Bei manchen Räumen haben wir mit 120 unter-schiedlichen Musterfarbtafeln ausprobiert, womit die Exponate gut harmonieren”, schildert die Innenarchitektin Kristina Witt von Space 4 die Schwierigkeiten bei der Farbwahl.

Der Raum in der auffälligen “Spitze” des Museums zum Beispiel ist in einem kräftigen Rot gestri-chen. Arnhold wählte eine Farbe, vor der so unterschiedliche Ausstellungsstücke wie Sandsteinfi-guren, Goldskulpturen und Holzmalereien gut wirken. Außerdem war die Signalwirkung der Farbe ein wichtiger Aspekt. Der Raum verfügt über ein großes Fenster zum Domplatz und soll auch den Menschen von außen einen Einblick in das Museum gewähren. Zusammen mit den imposanten Steinfiguren aus der Überwasserkirche, die dort ausgestellt sind, ist das Rot in der Spitze ein Blick-fang.

Ein weiteres Beispiel für die durchdachte Farbwahl ist das frische Lindgrün des ersten Ausstel-lungsraums für die Renaissancekunst. Die Farbe steht in Kontrast zu den kräftigen Farbtönen, die vorher im Rundgang für die Räume der mittelalterlichen Kunst Verwendung finden. Der Aufbruch und Neubeginn der Renaissancekunst spiegelt sich in der Farbwahl des Ausstellungsraumes wie-der.

Auch die Wände im Altbau haben einen neuen Anstrich erhalten: Der Raum für expressionistische Malerei ist anthrazitgrau. Das ist der gleiche Farbton-Hintergrund, den die Künstlergruppe Blauer Reiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Ausstellung ihrer Werke auswählte. Werke einiger Hauptakteure des Blauen Reiters hängen im entsprechenden Raum, etwa von August Macke oder Franz Marc. Die Farbe des Raums spielt somit auf die Geschichte der Kunst an, die in ihm ausge-stellt wird.

“Die Wandfarben der Ausstellungsräume sind sehr wichtig für die Wahrnehmung der Kunstwerke”, erklärt Dr. Hermann Arnhold einen der Gründe für die farbigen Sammlungsräume. “Die Wechsel-wirkung zwischen farbiger Wand und Bild lässt Details in den Blick kommen, die vorher vielleicht gar nicht so deutlich wahrgenommen wurden oder wahrgenommen werden konnten.”

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