Filme, die ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge brauchen

Ausverkaufte Vorstellungen, sehenswerte Filme, begeisterte Gäste und hintergründige Filmgespräche – das sechste Kirchliche Filmfestival Recklinghausen ist am 8. mit positiver Bilanz geendet. Das Programm vom 04.03. bis 08.03.2015 fokussierte mit deutschen und internationalen Produktionen auf aktuelle Themen und soziale Konflikte. Das Festival endete am Sonntag mit dem Abschlussfilm ‘Elser – er hätte die Welt verändert’, den Produzent Boris Ausserer als Preview vor dem Kinostart präsentierte.
Auch Bischof Dr. Felix Genn als Schirmherr zeigte sich zufrieden. “Einmal mehr hat das Filmfestival gezeigt, dass sich spannende Unterhaltung und wertvolle Gedankenimpulse auf der Kinoleinwand nicht ausschließen”, sagte er, “es ist ein gutes Zeichen für die christlichen Kirchen, dass sie dieses Festival wieder ökumenisch veranstaltet haben und dadurch zeigen, dass sie den Dialog zwischen der Frohen Botschaft und der Kunst fördern und mitgestalten möchten.” Für die evangelische Seite erklärte Schirmherrin Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen: “Das Kirchliche Filmfestival hat Filme gezeigt, für die man ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge braucht. Der besondere Blick, den die Filmemacher auf die Bilder werfen, zeigte uns Bekanntes, wie wir es noch nicht gesehen haben, eine Ansicht der Welt, die wir so nicht kennen. Und die von den Besuchern geschätzten Filmgespräche luden zum vertiefenden Austausch über die Bilderwelten und Weltenbilder ein.”
Als dritter Schirmherr bezeichnete der Recklinghäuser Bürgermeister Christoph Tesche das Festival als “Bereicherung für das Kulturleben in Recklinghausen”. Gäste aus dem In- und Ausland und das engagierte Festival-Team hätten ein besonderes Flair geschaffen. “Besonders freut es mich, dass die Ausweitung des Festivals auf fünf Spieltage vom Publikum sehr gut angenommen wurde”, erklärte Tesche.
Der von der Stadt zusammen mit dem katholischen Stadt- und Kreisdechanten Propst Jürgen Quante gestiftete Kinder- und Jugendfilmpreis ging diesmal an die Kinderbuch-Verfilmung ‘Rico, Oskar und die Tieferschatten’. Er wurde von Produzent Philipp Budweg am Samstag entgegengenommen.
Ebenfalls am Samstag wurde abends ‘Verfehlung’ mit dem Preis des Kirchlichen Filmfestivals ausgezeichnet. Gerd Schneiders Debütfilm erzählt von einen Gefängnisseelsorger, dessen Glaube erschüttert wird, als ein Kollege des sexuellen Missbrauchs angeklagt wird. Weihbischof Dieter Geerlings überreichte den Hauptpreis, einen Olivenbaum als Symbol des Friedens, an Regisseur Gerd Schneider.
Der mit 2.000 Euro dotierte Preis des ökumenischen Festivals wird im Wechsel von den beiden Konfessionen gestiftet und vergeben. In diesem Jahr ist es das Bistum Münster, im Vorjahr war es die Stiftung ‘Protestantismus, Bildung und Kultur’ des Evangelischen Erwachsenenbildungswerkes Westfalen und Lippe.
Außer den Preisträgern hatte das Festival zehn weitere Filme gezeigt. Acht davon liefen in Recklinghausen als Previews, das heißt, noch vor ihrem offiziellen Kinostart.