GEW ruft zu Warnstreiks auf

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft für Donnerstag, den 05.03.2015 in Münster zu einem Warnstreik auf.
Nach Meinung des GEW-Stadtverbandsvorstand Sieghard Klinger vergibt die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) die Chance, mit der GEW gemeinsam einen Tarifvertrag zu gestalten und damit einen historischen Schritt zu gehen. Die Arbeitgeber möchten bisher nichts anderes, als die Besoldungsgesetze der Bundesländer zu nehmen und das Wort ‘Tarifvertrag’ darüber zu schreiben. Einen Tarifvertrag um jeden Preis würde es mit der GEW aber nicht geben.
“Die von den Arbeitgebern geforderte Anbindung der Entgeltordnung an die Beamtenbesoldung muss konsequenterweise zur Folge haben, dass die Schieflage bei der Zuordnung der Entgeltgruppen zu den Besoldungsgruppen endlich beseitigt wird“, erläutert Klinger. Die sog. Paralleltabelle ist für die GEW nur Verhandlungsgrundlage. Nach dieser sollen die Lehrkräfte, orientiert an der Besoldungsstruktur der Beamten, nach dem Muster A12 = E12, A11 = E11, A10 = A10 etc. eingruppiert werden. Je nach Erfahrungsstufe würden sie durch die erstmalig tariflich vereinbarte Eingruppierung um 100 bis 400 Euro brutto besser bezahlt werden. Die Hälfte der tarifbeschäftigten Lehrkräfte in NRW, ca.20.000, würde davon profitieren. “Ein Tarifvertrag muss für die Lehrkräfte in Schulen und Hochschulen Verbesserungen bringen – auch mit Blick auf die Bezahlung”, betonte Klinger weiter.
“Wir werden keine Eingriffe in die Zusatzversorgung der Beschäftigten zulassen, daher Hände weg von der Betriebsrente (VBL) der Beschäftigten. Die Arbeitgeber wollen das Risiko bei der Altersversorgung allein auf den Schultern der Beschäftigten abladen und ihren paritätischen Beitrag einseitig reduzieren. Künftige Rentnerinnen und Rentner müssten dann mit einer rund 20 Prozent niedrigeren Zusatzversorgung rechnen”, so Geschäftsführer Carsten Peters. Die GEW kritisiert die Verknüpfung von Eingriffen in die Zusatzversorgung mit der Gehaltsforderung der Gewerkschaften scharf. Die Arbeitgeber legten in der zweiten Runde kein Gehaltsangebot vor. Die Gewerkschaften fordern 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 175 Euro.
Ablauf des Warnstreiktages in Münster:
9.00 Uhr Beginn im CUBA
11.00 Uhr Demo-Umzug durch die Stadt
11.45 Uhr Beginn der Abschlusskundgebung am Stadthaus 1 (Klemensstraße)
Redebeiträge: Maike Finnern (stellv. GEW-Landesvorsitzende), Gerhard Botha (verdi), dann Podiumsgespräch mit Vertretern der Landtagsparteien

Foto: Klaus Klettner