Giro-Vorbereitungen zur ersten heißen Phase

Gronaus Bürgermeisterin Sonja Jürgens freut sich – Denn die Giro-Profis starten DSC00759in diesem Jahr in Gronau. Die Strecke steht und ist beschildert, jetzt kann die Vorbereitung für den Sparkassen-Münsterland-Giro 2016 in die erste heiße Phase gehen.

In diesem Jahr haben die Verantwortlichen das Wort “Hotspots” für sich entdeckt. Gemeint sind damit allerdings weder die mittlerweile bekannten öffentlichen Internetzugriffspunkte, noch die Registrierzentren für Flüchtlinge. Mit den “Giro-Hotspots” sind wohl eher „Heiße Stellen“, oder sinngemäß „Brennpunkte“ gemeint. Zumindest sollen die “Giro-Hotspots” im Münsterland nun für zusätzliche Motivation beim Training sorgen.

Entlang der Strecke warten beispielsweise Gastronomen den trainierenden Radrennfahrern mit speziellen Angeboten auf. Am 3. Oktober, der im Münsterland inzwischen erfolgreich als“Giro-Tag” etabliert ist, dürfte allerdings kein Teilnehmer mehr Zeit für Hotspot-Pausen haben. Dann starten wie gewohnt die drei Jedermannrennen um den “Cup der Sparkasse Münsterland Ost”, den “Cup der Westfälischen Provinzial Versicherung” und den “Cup der LBS” am Tag der Deutschen Einheit in Münster. Startort für das gut 200 Kilometer lange Rennen der Profis ist Gronau.

DSC00729“Das ist für uns eine große Ehre”, sagte Gronaus Bürgermeisterin Sonja Jürgens bei der Vorstellung der Strecken in Münster. Geplant ist der Start auf dem Gelände der Landesgartenschau und unmittelbar vor dem Rock’n’Popmuseum. “Rund um die große Laga-Pyramide wird das Fahrerlager eingerichtet”, so Jürgens. Sie freut sich auf zahlreiche Gäste. “Der Sparkassen-Münsterland-Giro wird viele Besucher, auch aus den radsportbegeisterten Niederlanden, nach Gronau und in die Region locken.”

Gastgeber für das Ziel ist traditionell Münster mit dem Schlossplatz. Bevor die insgesamt rund 5000 Aktiven dort eintreffen, müssen sie einige Herausforderungen bestehen. “Im vergangenen Jahr der Teutoburger Wald, jetzt wieder die Baumberge – wir dürfen uns auf eine spannende Strecke freuen”, so Oberbürgermeister Markus Lewe. Der Oberbürgermeister denkt wieder selbst an einen Start im Jedermannrennen. “Noch ist nichts entschieden. Wenn der Terminkalender etwas mehr Luft lässt als in den vergangenen zwei Jahren, kann ich mir aber gut vorstellen, wieder an der Startlinie zu stehen.”

Die elfte Auflage des drittgrößten Radrennens in Deutschland wird die erste, die vom 2014 eingeführten neuen Konzept der Veranstaltung profitiert. Es sieht vor, dass die Streckenführung alle zwei Jahre ähnlich ist. Eine Herausforderung bleibe die Großveranstaltung gleichwohl, sagte Lewe. “Mit 150 Kilometer ‘Sportplatz Straße’ bleibt der Sparkassen-Münsterland-Giro ein Mammutprojekt. Ich habe vor allen Respekt, die sich der Herausforderung des Rennens stellen und am Radsport-Feiertag auf die Straße gehen. Nicht weniger Respekt habe ich auch vor den Machern, die diese Veranstaltung jedes Jahr neu stemmen.”

Strecken führen durch Kreise Borken und Coesfeld
Die Schwerpunkte der Strecke liegen 2016 in den Kreisen Borken und Coesfeld. Dort machen Hotspots das Training noch attraktiver. “Auf diese Neuerung bin ich sehr gespannt”, so Dr. Kai Zwicker, Landrat des Kreises Borken. “Das ist perfekte Werbung für uns und unsere Region, das wollen wir ausbauen.” Gaststätten, Eiscafés oder zum Beispiel Bäckereien laden Radsportler, die für den Sparkassen- Münsterland-Giro trainieren, mit Spezialangeboten ein. Landrat Zwicker: “Die Angebote sind so abwechslungsreich wie unsere Gastgeber. Bedingung ist jedoch immer: Sie gelten ausschließlich für Rennradsportlerinnen und Rennradsportler, also mit Rennrad, Radbekleidung und Helm, die bei ihrer Bestellung ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie für den Giro trainieren. Dann gibt’s zum Beispiel vier Kugeln Eis zum Preis von dreien.”

Dr. Christian Schulze Pellengahr, Landrat des Kreises Coesfeld, sieht in den Hotspots eine gute Idee, den ausgezeichneten Ruf des Radrennens weiter auszubauen. “Dieser neue Ansatz, bei dem sich unsere Gastgeber präsentieren, zeigt, dass es auch im elften Jahr des Rennens noch jede Menge Ideen gibt – Ideen, die mit denen keine vergleichbare Veranstaltung in Deutschland aufwartet.” Er sei “sehr gespannt – nicht nur auf ‘meinen’ ersten Sparkassen-Münsterland-Giro als Gastgeber im Amt, sondern auch auf die Monate vorher. Für den Kreis Coesfeld ist diese Veranstaltung eine Chance, die mit allen Kräften genutzt wird”, sagte Landrat Schulze Pellengahr.

Für Markus Schabel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost, ist die Aktion ein weiteres Beispiel dafür, wie die Veranstaltung nicht von Sponsoren, sondern von Partnern getragen werde. “Die große Radsport-Leidenschaft der Münsterländer ist beim Sparkassen-Münsterland-Giro an jeder Straßenecke vom Start bis zum Ziel spürbar”, so Schabel. “Wir alle werden im wahrsten Sinne des Wortes wieder mächtig am Rad drehen, damit dieses Aushängeschild für die Region auch in seiner elften Ausgabe zu einem unvergesslichen Erlebnis für Sportler und Zuschauer wird.”

Für Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland, wird das Training auf den Strecken des Sparkassen-Münsterland-Giro nicht allein durch die Hotspots zum Pflichtprogramm. “Rund 600 auffällige gelbe Pfeile weisen den Weg. Jeder kann sich also anhand der realen Begebenheiten optimal auf den Giro vorbereiten – und auch links und rechts der Strecke in die Region schauen und verweilen”, sagte Krumme. Dabei würden die Hotspots mit ihren Angeboten bei den Trainierenden sicher gut ankommen.

Schon über 1300 Anmeldungen für Jedermannrennen
“Aktuell liegen für die drei Jedermannrennen 1305 Anmeldungen vor, das entspricht in etwa dem Rekordniveau des Vorjahres”, so Cornelia Wilkens, Dezernentin für Soziales, Integration, Kultur und Sport der Stadt Münster. “Wir bewegen uns auf konstant hohem Niveau”, analysierte sie den Zwischenstand der Anmeldungen. An vier Terminen gibt es für Teilnehmer erneut offizielle Streckentests. “Los geht’s am 4. Juni, letzter Termin ist der 3. September. Anmeldungen für die Streckentests sind ab sofort möglich, am einfachsten direkt online auf der Giro-Homepage”, sagte Stadträtin Wilkens.

Ein eigener Streckentest ist nach Angaben der Sportdezernentin am 6. August wieder für Frauen im Angebot. “Er wird komplettiert mit einem frauenspezifischen Radsport-Seminar. Das ist ein Highlight: Für das Seminar konnte eine Expertin gewonnen werden, die viel eigene Erfahrung und sogar Erfahrung aus der Arbeit mit einigen der besten Radsportlerinnen der Welt mitbringt.”

Wilkens präsentierte ein neues Plakat und ein neues Trikot für das Radrennen, das sich deutlich vom Auftritt der vergangenen Jahre unterscheidet. “Es ist den Verantwortlichen nicht leicht gefallen, sich von der gewohnten Kommunikationslinie des Giro mit den Sprechblasen zu verabschieden. Andererseits darf es zur elften Auflage aber auch mal was Neues sein. Sowohl Plakat als auch Trikot gibt es deshalb 2016 in komplett neuem Look.”

Chance auf bislang bestes Profi-Starterfeld
An das Rennen der Profis gibt es im Münsterland ebenfalls erneut hohe Erwartungen. In diesem Jahr wird die Weltmeisterschaft in Doha (Katar) eine Woche nach dem Münsterland-Giro ausgetragen. “Das spielt uns bei der Planung in die Karten”, sagte Giro-Organisationsleiter Rainer Bergmann. “Der Termin könnte für den Münsterland-Giro nicht besser liegen. Möglichweise bekommt der Giro diesmal sein bislang bestes Starterfeld”, so Bergmann.

Zum Kreis der Favoriten dürfte einmal mehr André Greipel zählen. Der zehnfache Etappensieger der Tour de France hat in Münster bereits zweimal gewonnen – 2008 und 2014. “Wenn ich starte, will ich auch gewinnen”, so der 33-Jährige, der vor zwei Jahren noch eine zu einfache Strecke kritisiert hatte. “Es ist, wie es ist, und man kann die Berge natürlich auch nicht bauen”, so Greipel. Er bedauert, dass er im vergangenen Jahr nicht starten konnte. “Wie ich gehört habe, war die Runde mit dem Teutoburger Wald eine Ecke schwerer. Aber egal wie das Profil der Strecke vorher ist, die lange Anfahrt Richtung Münster und die Zielrunden spielen den Sprintern in die Karten, und ich habe nichts dagegen, am Ende vorne zu sein. Eine Woche vor den Weltmeisterschaften wäre das nochmals ein gutes Zeichen.”

Info und Anmeldung: www.muensterland-giro.de