Gefahren im Reisemobil

Immer mehr Menschen fahren mit dem Wohnmobil in Urlaub, für einige endet 08. Juni 2016_Crashtest_Münster_1304-8die Reise abrupt, mit schweren Verletzungen, bis hin zum Tod. Besonders Tiere sind bei einem Unfall die Leidtragenden, denn oftmals fahren sie ohne entsprechende Sicherung mit. Kommt es dann zu einer starken Bremsung oder gar einem Crash, fliegen sie ohne Halt durch das Fahrzeug. Daher empfehlen die Unfallforscher der Versicherer (UDV), Tiere immer in speziellen Transportboxen unterzubringen, die im Fahrzeug fest verankert oder fixiert werden können. Das erhöht die Überlebenschance der „Lieblinge“ enorm und so werden sie nicht zu gefährlichen „Geschossen“ für andere Mitfahrer.

Aber auch andere Gefahren lauern im Wohnmobil. Reiseutensilien werden oft unzureichend gesichert und in vielen Fällen ebenfalls zu gefährlichen Gegenständen bei einer Vollbremsung oder einem Unfall.

08. Juni 2016_Crashtest_Münster_1310-2Ein wichtiger Rat der Experten betrifft die Überladung der Wohnmobile. Wer in Urlaub fährt braucht die Wassertanks nicht auf der Reise zu 100% füllen, ein paar Liter reichen für den Weg und kurze Stopps. Am Zielort angekommen kann dann Wasser aufgetankt werden.
Leider lassen bei der Bremsleistung und bei der Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen die Wohnmobile oft zu wünschen übrig, sagen die Unfallforscher, die das Unfallgeschehen von Wohnmobilen detailliert analysiert und die fahrdynamischen Eigenschaften unter die Lupe genommen haben.

Unfälle mit Getöteten passieren überwiegend 08. Juni 2016_Crashtest_Münster_1313-2auf der Landstraße und am häufigsten bei Auffahrunfällen. „Viele davon müssten nicht sein“, so Siegfried Brockmann, Leiter der UDV, „wenn Wohnmobile mit Bremsen nahe am Pkw-Niveau ausgerüstet wären, und Fahrzeuge nicht auch noch oft überladen wären.“ Bremswege von 60 Metern seien einfach nicht mehr zeitgemäß. Komme dann noch Ablenkung oder zögerliches Bremsen dazu, sei ein Auffahrunfall beinahe vorprogrammiert.

Grund für die Untersuchung war die kontinuierliche Zunahme der Neuzulassungen und damit des Reisemobilbestands in den vergangenen Jahren und das fehlende Detailwissen Wohnmobil_VC_138-798x533über die Struktur von Unfällen mit Wohnmobilen.
Doch möglicherweise haben die Wohnmobilfahrer auch Angst, dass ihnen beim Bremsen das Inventar um die Ohren fliegt. Eine Angst, die nicht ganz unberechtigt ist. Wie ein Crashtest der UDV mit 70 km/h zeigt, fliegen ungesicherte Teile, aber auch ein Hund, wie Geschosse durch den Innenraum. Die Folge: im Reisemobil Sitzende können schwer verletzt werden.