Keine verkaufsoffenen Sonntage – Und nun?

Der verkaufsoffene Sonntag, ein Streitthema, bei dem beide Seiten genügend vernünftige Argumente vorgelegt haben. Aber musste hier nun wirklich eine Reglementierung durchgesetzt werden?

Beim Bürgerentscheid wurde folgende Frage zur Abstimmung gebracht.

„Soll der Beschluss des Rates der Stadt Münster vom 11.5.2016 über das Offenhalten der Verkaufsstellen aufgehoben werden und damit
– am 2. Advent der Jahre 2016 bis 2019 in der Altstadt/Bahnhofsviertel und entlang eines Teils der Hammer Straße,
– und am 1. Advent des Jahres 2016 in Teilen des Ortsteils Hiltrup,
– und anlässlich von Hansetag und Herbstsend in den Jahren 2017-2019 in der Altstadt/Bahnhofsviertel

eine Öffnung von Verkaufsstellen am Sonntag in der Zeit von 13-18 Uhr nicht erlaubt werden?“

Mit JA, stimmten beim vorläufigen Endergebnis 52,79 %, und mit nein 47,21% ab. Insgesamt war der Bürgerentscheid ein Trauerspiel, denn nur 22,4% machten von Ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Zumindest haben 55.105 Bürger nun entschieden und müssen mit den weitreichenden Konsequenzen leben. Viele Feste, Veranstaltungen und Ausstellungen wurden von den Kaufleuten finanziell unterstützt, trotz erheblicher Rückgänge bei den Verkaufszahlen. Kaufleute, die dem Druck des Onlinehandels noch eine Weile gewachsen sind, werden ohne Zusatzverkaufsmöglichkeiten in der Zukunft erhebliche Probleme haben, Geld für Werbung und Sponsoring aufzubringen.

In vielen kleinen Städten gibt es mittlerweile keine Geschäfte mehr, die dem Druck der Internetanbieter gewachsen waren. Auch große Städte haben erhebliche Probleme die Ladenlokalitäten vermietet zu bekommen. Kein Problem, dann wird der Geschäftsraum eben in Wohnraum umgewandelt. Keine Einkaufsstraßen, kein Bummeln und auch kein kommunikatives Zentrum mehr.

Wer sich ein Bild vom Bedarf der verkaufsoffenen Sonntage machen will, kann ja am ersten und letzten Sonntag eines jeden Monats in Enschede sehen, wie groß der Bedarf für unglaublich viele Menschen ist, am Sonntag in Ruhe einkaufen zu können. Denn mittlerweile bleibt für Singles und Familien oft nur der Sonntag um gemeinsam zu shoppen.