8,1 Prozent weniger Insolvenzen als im ersten Halbjahr 2016

Im ersten Halbjahr 2017 wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen 14 064 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, waren das 8,1 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (damals: 15 300 Fälle). Die Höhe der voraussichtlichen Forderungen (d. h. alle Forderungen, die von den Gläubigern bis zum Zeitpunkt der Datenübermittlung an die Statistiker bei den Amtsgerichten angemeldet wurden) summierte sich im ersten Halbjahr 2017 auf 2,8 Milliarden Euro und war damit um 45,4 Prozent niedriger als von Januar bis Juni 2016 (damals: 5,1 Milliarden Euro).

Der höchste Rückgang war mit 14,2 Prozent bei den Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen: Hatten im ersten Halbjahr 2016 noch 3 427 Unternehmen einen Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt, so waren es von Januar bis Juni 2017 nur noch 2 940. Die voraussichtlichen Forderungen reduzierten sich im ersten Halbjahr 2017 um mehr als die Hälfte und beliefen sich auf 2,0 Milliarden Euro (damals: 4,1 Milliarden Euro). Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren von diesen Insolvenzen 17 206 Beschäftigte betroffen. Dabei ist zu beachten, dass IT.NRW nicht zu allen Insolvenzverfahren Angaben zu den betroffenen Beschäftigten übermittelt werden. Mehr als ein Viertel der beantragten Unternehmensinsolvenzen wurden mangels Masse abgewiesen (815 von 2 940 Verfahren).

Neben den Unternehmen beantragten 11 124 weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dabei handelte es sich in 9 102 Fällen um Verbraucherinsolvenzen, zu denen z. B. Arbeitnehmer, Rentner oder Arbeitslose gehören. Das waren 9,2 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (damals: 10 021 Fälle). Die Zahl der Insolvenzen von ehemals Selbstständigen stieg um 12,3 Prozent auf 1 612 (damals: 1 436 Fälle). Die übrigen 410 Insolvenzverfahren (Januar bis Juni 2016: 416 Fälle) betrafen Nachlässe, Gesamtgut und natürliche Personen als Gesellschafter.