Das Museum der Strandräuber

Texel, so scheint es, hat eine große Anhängerschaft bei uns im Münsterland. Anders können wir die starken Zugriffszahlen auf die bisher erschienenen Artikel nicht erklären. In diesem Bericht geht es um Strandräuber und deren Museum auf Texel. Weltweit wurde bis ins 19. Jahrhundert der Strandraub mehr oder weniger geduldet, verschwand dann aber mit Gesetzesnovellierungen bei den zivilisierten Staaten fast vollständig. Heute sind in fast allen Ländern an Stelle des Strandrechts, die Fundrechte getreten. Der Unterschied besteht darin, dass gefundene Gegenstände beim Zoll oder der Gemeinde gemeldet werden müssen. Nach einer angemessenen Zeit kann dann so ein Fundstück von Interessierten erworben werden.

Inhaber André Eelman und Judith Vlaming-van der Zee, wissen wann sie auf Strandgut-Tour gehen müssen, „Es sind die Zeiten der Stürme und der rauen See, wenn das Wasser durch den starken Wind die Kraft bekommt, kleine und große Dinge an den Strand zu spülen. Große schwere Teile, wie zum Beispiel den Flugzeugmotor, bekommen wir eigentlich nur durch die Fischer, die unliebsame Gegenstände in ihren Netzten finden“, erklären uns die zwei sympathischen Strandräuber.

Die Strandräuberei wird in den kommenden Jahren immer mehr von der Bildfläche verschwinden, denn die hohen Umweltauflagen und immer besseren Techniken der Seefahrt, verhindern den Verlust vieler Gegenstände von den Schiffen, die dann noch an die Strände gespült werden könnten. Und so werden die Fundstücke noch lange von einer Zeit erzählen können, die es bald so nicht mehr geben wird.

Das auf der Insel Texel beheimatete Juttersmuseum ist nicht nur das größte „Strandräubermuseum“ der Welt, es hält Erinnerungen, Erfahrungen und Wissen zu über 75 Jahren Geschichte der Fundstücke bereit. Wer das Gelände betritt, wird nach und nach von den vielen versteckten Winkeln, Räumen und Ausstellungshallen überrascht, die eine immer größer werdende Vielzahl an unglaublichen Fundstücken offenbaren.

Gefühlt sind es wohl einige Hunderttausend Fundstücke, die über die mit kleinen Muscheln befestigten Wege, bestaunt werden können. Zu den ungewöhnlichen Exponaten gehören jedoch nicht nur havarierte Schiffsteile, Flugzeugteile, Bojen, Fahrzeuge, Rettungsinseln, Funkgeräte bis hin zum militärischen Landungsboot. Nein es gibt haufenweise spannende, lustige, erschreckende, verrückte und schöne Fundstücke. Nicht umsonst gilt das Museum auf Texel zu einem der familienfreundlichsten Unterhaltungsmuseen in Europa, denn hier gibt es für jedes Familienmitglied unendlich spannendes zu Entdecken.

Zudem werden in verschiedenen Vorführräumen, Filme über Rettungsaktionen, Schiffsstrandungen und natürlich über die Strandräuberei gezeigt. Das Museum bietet Aufregung, Spaß und Wissenswertes für mehrere Stunden Entdeckungsreise. Ganz nebenbei wird die raue Welt des Meeres, der Küsten und der Inseln hautnah zum Anfassen erlebt.

Familienurlaub im Ecomare – Einen Steinwurf vom Strandräubermuseum entfernt.

Familienfreundlich laden große Flächen zum Picknick oder preiswertem Imbiss ein. Ausreichend Spielflächen, Klettergeräte und Parcours sind bei unseren Nachbarn natürlich immer dabei. Auch in diesem Museum sind spezielle kostenlose Suchtouren eingebaut. So können die kleinen Entdecker jede Menge tolle Spiele, ganz nebenbei, spielen. Bei unserem Besuch zeigten sich aber auch fast alle Erwachsenen von der Themenvielfalt und den Entdeckertouren begeistert. Weitere Informationen gibt es unter: www.juttersflora.nl

Wir haben auf Texel Menschen kennen gelernt, die nur für das in der letzten Woche in unserer Zeitung beschriebene Ecomare, und das Juttersmuseum nach Texel gereist sind, obwohl sie dafür aus der Schweiz anreisen mussten.
Am kommenden Freitag gibt es den letzten Teil unserer kleinen Texel-Serie, da geht es unter Anderem um die Rettungsschwimmer und weitere Tipps auf Texel.