Die Ferieninsel Texel und das Ecomare

In unserer Artikelreihe über Ferien- und Urlaubsorte, berichteten wir schon über die Insel Texel. Mit diesem Artikel geht es weiter. Sie kennen Texel nicht? In der flächenmäßig größten Stadt der Niederlande gibt es wahre Perlen zu entdecken. Eine davon ist die Seehund- & Wildvogel- Aufzuchtstation Ecomare. Beim Betreten der weiträumigen Anlage wird den Besuchern nur nach und nach klar, wie groß dieses Zentrum für Wattenmeer & Nordsee auf der Insel Texel wirklich ist.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben hier etwas geschaffen, das es so kein zweites Mal auf der Welt zu sehen gibt. Hautnah werden hier alle Vorgänge des Naturgebietes offengelegt. Die Aufzuchtstation nimmt jährlich etwa 50 bis 70 kranke oder geschwächte Seehunde, Robben und Heuler auf und lässt den größten Teil wieder frei, wenn sich der angeschlagene Gesundheitszustand wieder gebessert hat. (Heuler sind noch ganz junge Tiere, die ihre Eltern verloren haben und durch starke Stürme von ihrer Sandbank an den Strand gespült wurden.)

Von den ausgesetzten Tieren überleben dann rund 80% der Jungtiere. Ohne die Aufzuchtstation würden nur rund 10% überleben können.

Frauke Fey / Ecomare Texel / Quarantäne Abteilung

Ecomaremitarbeiterin Frouke Fey in der Quarantäne Abteilung

Manchmal müssen die Tiere aber auch in der Aufzuchtstation verbleiben, besonders dann wenn sie blind sind oder sich wegen fehlender Zähne nicht mehr selbst ernähren können. Zweimal pro Tag werden sie dann in einer aufwändigen Präsentation gefüttert. Das weiträumige Areal gehört, nach dem die Besucher am Abend gegangen sind, ausschließlich den Seehunden, Robben und Wildvögeln.

Zu den gefährdeten Wildvögeln gehören besonders die Seevögel, welche oft ölverschmutzt in die Vogelpflegestation gebracht werden. Hier bekommen die meist verstörten Tiere erst einmal Ruhe, Futter und dann werden sie sanft vom Öl befreit. Nach einigen Wochen können auch hier die allermeisten wieder zurück in die freie Natur.

Die Mitarbeiterin der Seehund-Aufzucht-Station Ecomare, Frouke Fey, läd unser Team zum Berühren des weichen Seehundefells ein.

Das Ecomare mit dem Meeresforschungsinstitut bietet für jede Altersgruppe unglaublich viele interessante Themenbereiche und hinter jeder Tür in jedem neuen Raum werden die Eindrücke gewaltiger und umfassender. Wer diese, mit viel Liebe ausgestatteten Sammlungen, Ausstellungen und Tierschutzeinrichtungen besucht hat, wird sie nicht mehr vergessen. Inmitten der Insel auf einem Gelände dieser Größe in die Tiefe unterhalb der Meeresoberfläche abtauchen und mit Meerestieren auf Du & Du sein, das geht nur hier im Ecomare auf Texel. Ein unbedingtes Muss im Leben eines jeden Menschen.

Das Ecomare erreicht pro Jahr etwa 280.000 Besucher, denen die Probleme mit unseren Weltmeeren und insbesondere der Nordsee auf spielerischer Weise näher gebracht werden. Für den Besuch dieser Einrichtung sollte mindestens ein halber, besser sogar ein ganzer Tag, eingeplant werden.

Zu guter Letzt noch ein ganz aktueller Fall. Quasi nur einen Steinwurf vom Ecomare entfernt, wurde vor zwei Wochen der Kadaver eines Finnwals angespült. Das fast 19 Meter lange Tier war etwa 40 Jahre alt und wiegt ca. 30 Tonnen. Für die Mitarbeiter des Meeresforschungsinstitutes ist diese traurige Nachricht dennoch eine Sensation, denn ein Finnwal ist in der Nordsee schon eine Seltenheit.

Der extrem stinkende Kadaver wurde gestern zerlegt und nun werden die Knochen gereinigt und nach einer aufwändigen Präparation wird das Skelett vermutlich im großen Walsaal des Ecomare ausgestellt. Dort gibt es auch den großen Pottwal von 2014 zu sehen, der auch auf Texel angespült wurde. In den Därmen des Wales fanden die Mitarbeiter vom Ecomare Meereszentrum ganze 83 Kilogramm des für Parfümherstellung benötigten Ambers, mit einem Wert zwischen 400.000 und 850.000 Euro.

Wer mehr über das Ecomare erfahren möchte …. Hier ist der Link!

Am nächsten Freitag berichten wir von den Strandräubern auf Texel …