Meilenstein für 10.000 Wohnungssuchende

Endlich nach zähen und schweißtreibenden Verhandlungen ist es am vergangenen Freitagabend gelungen, die Entscheidung für den Erwerb der Bima-Immobilie (York Kaserne) erfolgreich abzuschließen. Für Münster bedeutet das in den kommenden Jahren einen Wohnungszugewinn für rund 10.000 Personen.

In einer eiligst zusammengerufenen Pressekonferenz, konnte am gestrigen Montagvormittag am Prinzipalmarkt, über den positiven Verlauf der Verhandlungen zwischen der Stadt Münster und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) berichtet werden. So haben sich beide Parteien auf die wesentlichen Eckpunkte zum Erwerb des Geländes der ehemaligen York-Kaserne, in Münster-Gremmendorf, geeinigt.
Oberbürgermeister Markus Lewe und Finanzstaatssekretär Jens Spahn bestätigten übereinstimmend, zwischen Stadt und Bund sei “ein fairer, angemessener Kompromiss”, erzielt worden.

Auf dem ehemaligen Kasernengelände sollen rund 1800 Wohnungen für zirka 6000 Menschen gebaut werden. Außerdem sind etwa 1200 Wohnungen auf dem Gelände der einstigen Oxford-Kaserne im Stadtteil Roxel geplant, über dessen Veräußerung nun zügig auf ähnlicher Basis verhandelt werden soll. “Insgesamt würde damit Wohnraum für rund 10 000 Menschen geschaffen. Das entspricht zusammen der Einwohnerzahl eines kleinen Stadtteils in gewachsener Umgebung – ein gewaltiger Meilenstein für die Wohnraumversorgung in Münster”, sagte OB Lewe.

Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier, Finanzstaatssekretär Jens Spahn, Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadtbaurat Robin Denstorff.

Bima und Stadt haben sich bei der York-Kaserne darauf geeinigt, dass die BImA die Kosten für die soziale Infrastruktur (eine vierzügige Grundschule und Kindergärten mit 23 Gruppen) übernimmt.
Entsprechend soll auch für das Gelände der Oxford-Kaserne nun weiter verhandelt werden. Staatssekretär Spahn und Oberbürgermeister Lewe hoffen, dass zum Jahreswechsel mindestens der erste Kaufvertrag unterzeichnet werden kann. Damit können bereits 2018 die Erschließungsarbeiten für den Wohnungsbau beginnen.

„Die rechtlichen Vertragsbestandteile sorgten für langwierige und äußerst ruppige Verhandlungen, die aber jederzeit in einem vertrauensvollen Verhältnis geführt wurden“, unterstreicht Markus Lewe, der froh ist, endlich so weit gekommen zu sein.

„Die Stadt Münster hat ihre sozialpolitischen- und Stadtentwicklungsziele einbringen können“, unterstreicht Sybille Benning auf Nachfrage durch unser Medium. „Dies sei angesichts des bestehenden BImA-Gesetzes ein Riesenerfolg, an dem auch Kanzlerin Angela Merkel und Finanzstaatssekretär Jens Spahn maßgeblich mitgewirkt hätten.“ Die Kanzlerin hatte bei ihrem Besuch in Münster angekündigt, sich persönlich um diese Frage zu kümmern. „Und sie hat Wort gehalten“, so Benning.

Insgesamt gab es jede Menge dicke Bretter zu bohren, denn nicht überall im Land herrscht dieser Druck auf dem Wohnungsmarkt. Und eine Bundesbehörde wie die BImA muss immer das gesamte Land im Blick haben. Wenn die Zusammenarbeit nun weiter so vorbildlich läuft, dann können im nächsten Jahr die Grundarbeiten starten. So die Teilnehmer der Pressekonferenz.