Enschede & Münster – Gemeinsam auf neuen Wegen

Es erinnert ein wenig an Anarchie, was die beiden Oberbürgermeister aus Enschede und Münster mit einem schlichten Geniestreich ausbaldowern. Angefangen hatte es mit einer Interessenbeurkundung der beiden Stadtoberhäupter, dem dann eine äußerst unübliche Aktion der beiden „Anarchisten“ folgte. Sie tauschten für ein paar Tage ihre Ämter. Mittlerweile sind die Beiden auch dicke Freunde geworden, durch dick und dünn gestrampelt und die Ideen werden mit jedem Austausch über die Grenzen, konkreter.

Prinzipiell gibt es ja schon einen freiwilligen Zusammenschluss zwischen Handelskammern, Gebietskörperschaften und privaten Vereinen im deutsch-niederländischen Kommunalverband „Euregio“. Münster und Enschede arbeiten bereits seit mehr als 25 Jahren im Rahmen der MONT-Kooperation (Münster, Osnabrück, Netwerkstad Twente) zusammen.

Doch die erfolgreichen Resultate durch den Verband reichen den ambitionierten Stadtchefs noch lange nicht. Sichere Ausbildung, Arbeitsplätze und bezahlbarer Wohnraum stehen ebenso auf der Agenda, wie Kultur und städtepartnerschaftlicher Austausch der Bürgerschaft. Und das, obwohl die Wahlen jetzt nicht mehr vor der Tür stehen.

Am gestrigen Donnerstagnachmittag trafen sich die Oberbürgermeister Markus Lewe (Münster) und Onno van Veldhuizen (Enschede) im großen „Grolsch Veste Stadion“ im niederländischen Enschede, um gemeinsam die weitreichende Absichtserklärung „Letter of Intent“, zu unterzeichnen.

Angedacht ist, bis zum Jahr 2030 viele Hürden zu ebnen. Ein Ziel ist es für beide Partner, die Mobilität der Grenzpendler deutlich zu vereinfachen. Der „Safety Campus“, soll Teil des einstigen Militärstützpunktes auf dem Flughafen Twente werden. Dort könnten dann gemeinsame Projekte für Schülerinnen und Schüler bis zu zwölf Jahren ausgeübt werden, die im Rahmen einer „Risk Factory“ den Kindern ein sicheres Verhalten in ihrem eigenen Umfeld vermitteln.

Weitere Projekte sind Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Energieverbrauch-Verantwortung, aber auch grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten bei der Abfallwirtschaft. Bildung und Kultur sind ebenfalls wichtige Eckpfeiler des weitreichenden Plans, der selbst vor einer besseren Vernetzung und Vereinfachung in den Verwaltungen der Städte nicht halt macht. Die beiden Städte prüfen bis Mitte 2018 den Bedarf hinsichtlich dieser und anderer Projekte.

Freuen wir uns auf eine fruchtbare und ergebnisreiche Freundschaft der Städte und ihrer Bürgerinnen und Bürger. Nur bei den Deutsch-Niederländisch Kursen wird es wohl bald längere Wartezeiten geben …. Und wann kommt der erste deutsch-niederländische Tatort oder Wilsberg in unsere TV-Stuben?