Entfaltung unter einem schützenden Dach

Wilde Löwen, schöne Zebras, große Giraffen und weiße Tauben: Sie alle und viele geladene Gäste waren dabei, als der heilpädagogische additive Kindergarten „Die Arche“ am 5. Oktober sein 40-jähriges Bestehen an der Diesterwegstraße in Münster-Kinderhaus feierte. Seit 1977 ist der Kindergarten, der seit 1970 erst eine Tagesbildungsstätte und dann ein „Sonderkindergarten“ am Albersloher Weg gewesen war, neben der Papst-Johannes-Schule ansässig. Beide Einrichtungen sind in Trägerschaft des Bistums Münster.

Die „Arche“ ist seit 2015 eine heilpädagogische additive Einrichtung, sodass sie auch Kinder ohne besonderen Förderbedarf besuchen können. Insgesamt werden 54 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren betreut, davon zehn Kinder ohne und 44 Kinder mit besonderem Förderbedarf. „Letztere sind Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen und Beeinträchtigungen verschiedenster Ausprägung, Entwicklungs- und Wahrnehmungsstörungen und Auffälligkeiten im psychosozialen und sozialemotionalen Bereich“, erklärt Leiterin Regina Leo.

Alle spielen und lernen in einer integrativen und fünf heilpädagogischen Kleingruppen, „überschaubare Gruppen als Lebens- und Erfahrungsraum“, beschreibt Leo. Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse gehe das interdisziplinäre Team „mit einem breiten Spektrum an Wahrnehmungs- und Bewegungsangeboten“ ein. Für die Kinder mit besonderem Förderbedarf gebe es außerdem therapeutische Angebote. Für all das nutze man gern das naturnahe, weitläufige Außengelände.

So, wie sie ihren Kindergartenalltag erleben, gestalteten die Kinder auch das Jubiläumsfest: gemeinsam. Im Mittelpunkt des Wortgottesdienstes, den Weihbischof Dr. Stefan Zekorn mit ihnen feierte, stand ein szenisches Spiel, in dem die Kinder die biblische Geschichte von Noah nachstellten. Als unterschiedliche Tiere verkleidet bestiegen sie die Arche, gelangten darin wohlbehalten durch die Sintflut und erlebten so, dass Gott sie beschützte.

Auf diesen Gedanken ging auch Zekorn ein. Er erzählte von der Segnung der Kinder durch Jesus vor und verglich die Form segnender Hände mit einem Dach. „So, wie ein Dach vor Regen schützt, ist Gott Schutz für uns in unserem ganzen Leben“, erklärte er, „ich wünsche allen hier, dass Gott in allen Situationen bei uns ist, uns Kraft gibt und uns einlädt, ihm zu vertrauen.“ Die Kinder setzten diesen Wunsch direkt um: Die Fürbitten trugen sie als Dank vor und versinnbildlichten diesen durch einen aus Tüchern gelegten Regenbogen.

Im Anschluss war Raum für Grußworte. Regina Leo stellte die Veränderungen dar, die die „Arche“ in vier Jahrzehnten erlebt habe. „Für uns ist es ein Privileg, die Entwicklung der Kinder begleiten zu dürfen“, sagte sie im Namen ihres Teams.

Für das Bistum überbrachte neben dem Weihbischof Dr. William Middendorf als Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung Glückwünsche. „Die Arche ist ein Kleinod“, betonte er, „durch das die caritative Leistung des Bistums sichtbar wird.“ Als deren frühere Leiterin erklärte Monika Lehr, in der Einrichtung seien viele Samen gesät worden, „um aus Kindern Persönlichkeiten zu machen, die einen Platz in der Gesellschaft haben.“