Premiere von „Elternschule“ – Kinder und Eltern im chronischen Stress

Sie heißen Anna, Felix, Joshua, Laura, Lucy, Mohammed, Zahra. Sie verweigern das Schlafen und das Essen, trinken literweise Milch, um sie direkt wieder zu erbrechen, sie beißen, toben, schreien, hauen, schubsen, sind apathisch, kratzen sich auf. Ein Junge streckt der Kamera intensiv die Zunge raus, zeigt den Mittelfinger und tut im nächsten Moment so, als sei nie was gewesen.

Diese Kinder und deren Eltern sind die Darsteller in dem Dokumentarfilm „Elternschule“, den das Cinema am Donnerstag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr zeigt. Anwesend sind dabei der Dipl. Psychologe Dietmar Langer, der seit dreißig Jahren die Zusammenhänge zwischen Stress, Erziehung und chronischen Erkrankungen untersucht. Er und die Dipl. Sozialarbeiterin Gabriele Grühn arbeiten in der Kinderklinik Gelsenkirchen.

Dass der Alltag mit verhaltensauffälligen Kindern kraftraubend bis unmöglich ist, liegt auf der Hand. Die Mechanismen aufzubrechen, die dazu geführt haben, ist jedoch eine Aufgabe, die ohne eine unterstützende Außenperspektive kaum zu schaffen ist. So erklärt Langer den verzweifelten Eltern die kindliche Sicht auf die Welt und die mal perfiden, mal dreisten Taktiken, die kleine „Kontrollettis“ wissentlich oder instinktiv anwenden, um ihren Willen durchzuboxen.

Das Gespräch nach dem Film moderiert die Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeutin Dipl. Psychologin Martina Lange vom Vorstand des PsychotherapeutInnen-Netzwerks Münster und Münsterland.

Weitere Infos: www.cinema-muenster.de


Foto: Zorro Film in Zusammenarbeit mit mindjazz pictures