Geschichte der Fahrradstadt Münster ab Februar

– Der Domplatz auf alten Postkarten, wie ihn wohl kaum jemand kennt, eine politische Zeitreise durch die Münster-Visiten der deutschen Bundeskanzler oder eine Hommage vor allem an die frühen Maler und Bildhauer der Künstlergruppe Schanze: Das Stadtmuseum Münster wird 40 und hat zu seinem runden Geburtstag ein attraktives Ausstellungspaket geschnürt. Schon im Februar öffnet eine Schau, die sicher über die Stadtgrenzen hinaus ihre Kreise ziehen wird: “Alles auf Leeze” widmet sich Münsters Fortbewegungsmittel Nummer 1 und wird vom frühen Hochrad bis zum sportlichen Liegeflitzer auch Raritäten in den kulturhistorischen Blick nehmen.

Was 1979 mit dem “Büro Stadtmuseum” seinen Anfang nahm, setze sich 1981 mit dem Bezug der “Gerling-Villa” an der Windthorststraße fort. Im August 1989 dann die Eröffnung an der Salzstraße. “In diesen vier Jahrzehnten hat sich das Stadtmuseum zum historischen Gedächtnis Münsters entwickelt”, sagt Cornelia Wilkens. “Am Puls der Zeit, mit einem Gespür für besondere Themen und maßgeschneiderten Programmen für ganz unterschiedliche Zielgruppen, ist das Haus quer durch die Bevölkerung ein Publikumsmagnet”, betont die Beigeordnete für Kultur.

Einige Zahlen: 2,8 Millionen Gäste zählt das Stadtmuseum seit 1989 an seinem Standort Salzstraße, die nachgefragten Fotoreihen “Münster vor 50 Jahren” sahen bisher 500 000 Besucherinnen und Besucher. Auch für Schulklassen sind die museumspädagogischen Angebote eine feste Größe: Allein im Vorjahr vertieften sich 4600 Kinder und Jugendliche bei rund 200 Führungen in Münsters Stadtgeschichte. Der Geschichte der Fahrradstadt Münster widmet sich ab 19. Februar die erste große Ausstellung des Jahres.

200 Jahre ist es her, dass ein hölzernes Laufrad in Mannheim das erste Kapitel in der Fahrradhistorie aufschlug. Das Stadtmuseum thematisiert die Rolle des Fahrrades im Sport, in der Freizeit, als Verkehrsmittel und Lastengefährt. “Und sie fragt nach der Fahrradstadt der Zukunft”, kündigt Museumsdirektorin Dr. Barbara Rommé an. “Wir freuen uns auf die Stimmen der Ausstellungsgäste.”

In der Ausstellung “Münster auf alten Postkarten” gehen Nostalgie und Dokumentation Hand in Hand. Im Fokus: Rare Ansichten zum Domplatz ab 1900, die ihn im Wandel der Zeit zeigen. Dieser Spaziergang durch Münsters (Bau-)Geschichte wird so manche Überraschung bieten: Wer weiß heute schon von einer Lourdesgrotte im Garten des Ludgerianums? Zuvor ab März geht es auf Reise durch die Bonner Kanzlerjahre. Ob Adenauer oder Schmidt – alle Regierungschefs haben auch Münster besucht. “Der Kanzler kommt” – ab 19. März im Stadtmuseum. Im gleichen Monat blickt das Museum zurück auf die Anfänge der Homosexuellen-Bewegung dieser Stadt.

1972 zieht die erste Schwulen-Demo Deutschlands durch Münsters Straßen. Jubiläum feiert 2019 nicht allein das Museum. Ins Licht rückt auch Clemens August von Bayern, der vor 300 Jahren seine Regentschaft als Fürstbischof von Münster antrat, oder der 100. Geburtstag der Künstlergemeinschaft “Die Schanze”. Das prall bestückte Ausstellungsjahr endet im Dezember mit einer neuen Fotoreise “Münster vor 50 Jahren”.


Foto: Kulturdezernentin Cornelia Wilkens (l.) und Museumsdirektorin Dr. Barbara Rommé laden ein zu “40 Jahre Stadtmuseum Münster”. Durch das runde Geburtstagsjahr führt ein attraktives Ausstellungsprogramm. – Stadt Münster