Unternehmer Kurt Michels aus Münster gestorben

Kurt Michels hat aus einem Handwerksbetrieb als Firmenchef eine Unternehmensgruppe gemacht, die bundesweit in Rehabilitationskliniken, Seniorenresidenzen und Hotels rund 3500 Mitarbeiter beschäftigt. Nun ist er verstorben.

Er war ein liebender Familienmensch und ein mutiger, tatkräftiger Unternehmer, der durch die Verbindung von Kliniken und medizinischer Bädertechnik die Gesundheitsbranche der Rehabilitation bahnbrechend und nachhaltig beeinflusste: Im Alter von 96 Jahren ist Kurt Michels am 26. November 2019 in Münster gestorben.
Kurt Michels war ein Geschäftsmann mit Visionen. Aus dem Gas- und Wasserinstallationsbetrieb seines Vaters, der 1932 gegründet wurde, machte er eine Unternehmensgruppe, die heute bundesweit rund 3500 Mitarbeiter in Rehabilitationskliniken, Seniorenresidenzen und Hotels beschäftigt.

Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
Was das Handwerk lehrt, ist das Anpacken. Taten statt leerer Worte. Im Herzen war Kurt Michels immer der westfälische Handwerker aus Münster, der 1940 seine Lehre zum Gas- und Wasserinstallateur abschloss, nach dem Krieg in das Familienunternehmen des Vaters einstieg, maßgeblich beim Wiederaufbau seiner Heimatstadt mitwirkte, 1955 seine Meisterprüfung bestand und schließlich 1962 die Firmenleitung übernahm. Er wurde Vorstand der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik in Münster Stadt und Land, 1971 Obermeister, 1975 Landesinnungsmeister und Vorsitzender des Fachverbandes Sanitär, Heizung und Klima in Nordrhein-Westfalen. Es sind nur einige seiner Meilensteine. Für viele Menschen war Kurt Michels ein Vorbild, dem das Gemeinwohl immer am Herzen lag und der junge Erwachsene förderte – etwa während ihrer
Lehrlingsausbildung. Das Engagement wurde 1985 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Das Familienunternehmen seines Vaters brachte der Firmenchef mit seinem Geschäftssinn voran. Veranlagung, sagte er. Zufrieden war der Westfale, wenn er unternehmerisch handeln konnte. Er hatte Ideen, setzte sich Ziele – und statt sich mit Träumen zu begnügen, packte der Visionär an, so wie er es immer gewohnt war.
Gemeinsam mit seinen Söhnen Kurt-Josef Michels und Kai-Uwe Michels eröffnete Kurt Michels die Herzog-Julius-Klinik in Bad Harzburg, die Brandenburgklinik in der Bernauer Waldsiedlung, wo einst die DDR-Staatsführung abgeschottet lebte, oder auch die Sachsenklinik in Bad Lausick und schon Anfang der 1980er Jahre die Nordseeklinik auf Norderney. Sein Leitbild „Menschen dienen – Gesundheit fördern“.

Arbeit trieb ihn ein Leben lang an Bis zum 80. Lebensjahr stellte er die Weichen zur Erweiterung seiner Unternehmensgruppe immer wieder neu – in Münster, wo sein Weg einst begonnen hatte. Pünktlich um halb acht nahm er auf seinem Sessel vor dem imposanten Holzschreibtisch im holzvertäfelten Büro der Unternehmensgruppe Platz. Nicht selten ging er, wenn die Sonne bereits untergegangen war. Zu den Rehabilitationskliniken kamen zahlreiche Hotels, in denen auch seine Tochter Heike-Maria Neue-Michels mitwirkt. Seine Arbeit war sein Lebenselixier, titelte eine Zeitung. Seine Arbeit war sein Lebenswerk.

Doch Kurt Michels war bei allem Unternehmergeist auch immer ein Familienmensch. Er verehrte seine Frau. Es verging kaum ein Tag, an dem er seiner „Liebsten und Schönsten“ Ursula Michels nicht die Liebe gestand. 68 Jahre hielt der Bund der Ehe – bis er am Dienstag seine Augen für immer schloss. Sie gab ihm Halt und
Geborgenheit und unterstützte ihren Kurt auf seinen Wegen – privat und geschäftlich. Und er verehrte seine Familie, dessen Band er stets zusammenhielt. Er sah seine Kinder, Enkel und Urenkel aufwachsen. Das Familienunternehmen legte er in ihre Hände. Gemeinsam wurden Entscheidungen getroffen, neue Ziele gesetzt. Zusammen wurde angepackt. Ohne sie wäre sein Lebenswerk nie möglich gewesen, sagte der Unternehmer vor gut 15 Jahren. Und neben seinen Kindern sah er immer auch seine „fleißigen Mitarbeiter“ als wichtigen Teil der Familie.

Kurt Michels war ein geliebter Vater, Großvater, Schwiegervater, Freund, geschätzter Nachbar, Kollege, Chef und Christ, der am Sonntag nach dem Besuch im Münsteraner Dom jede Woche die Zeitung aufschlug und die Zeilen am liebsten mit einer Zigarre in der Hand studierte. Er hinterlässt ein Vermächtnis, das gerne als Erfolgsgeschichte bezeichnet wird. Eine bodenständige Erfolgsgeschichte. Und er hinterlässt eine trauernde Familie, die samt der rund 3500 Mitarbeiter sein Lebenswerk ehrt und fortführt.


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