Schulze Bockeloh sucht Gespräch mit Berufskollegen, Politikern und Verbrauchern

-WLV-Präsidentschaftskandidatin Susanne Schulze Bockeloh: „Themen angehen, die uns Bauern besonders am Herzen liegen“

Viele Landwirte fahren in diesen Tagen zur Internationalen Grünen Woche (17. bis 26. Januar 2020) nach Berlin, die nun schon zum 85. Mal stattfindet und als internationale Ausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau einzigartig ist. Gemeinsam mit Berufskollegen aus Westfalen-Lippe hat sich Susanne Schulze Bockeloh, Kandidatin für das WLV-Präsidentenamt und Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, bereits heute auf den Weg Richtung Hauptstadt gemacht. Vor Ort wird sie die Interessen des Berufsstandes an die Politik herantragen.

„Die Grüne Woche ist für mich eine tolle Gelegenheit, um auch im neuen Jahr mit Berufskollegen, Politikern und Verbrauchern über die Zukunft der modernen Landwirtschaft zu sprechen und diese aktiv mitzugestalten. Nach einem bewegten Jahr möchte ich weiter die Themen angehen, die uns Bauern ganz besonders am Herzen liegen. Das Thema Tierwohl steht ebenso auf der Agenda, wie der Umwelt- und Naturschutz. Hier gilt es, gemeinsam nach Lösungen zu suchen – mit Berufskollegen, Wissenschaftlern, Verbrauchern, Politikern und Kritikern. Der Dialog ist unverzichtbar, wenn es etwa darum geht, gemeinsam dem Insektensterben entgegenzuwirken und die Tierhaltung fortzuentwickeln“, macht Susanne Schulze Bockeloh ihr Anliegen deutlich.

Durch ihr Engagement für den landwirtschaftlichen Berufsstand ist Susanne Schulze Bockeloh regelmäßig auf Landes- und Bundesebene unterwegs und hatte zuletzt auch Gelegenheit zu Gesprächen mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowie mit den Grünen-Politikern Robert Habeck und Anton Hofreiter. „Mir ist es sehr wichtig, mit allen Akteuren der Landwirtschaft im Dialog zu sein, um Konzepte mitzugestalten und Strategien zu erarbeiten, die unsere Landwirtschaft dauerhaft sichern und zukunftsfähig aufstellen“ betont Susanne Schulze Bockeloh. „Im Bereich der Milch haben sich zahlreiche Marktindikatoren positiv entwickelt, aber dennoch bleiben die Erzeugerpreise der Molkereien in unserer Region auf einem für unsere Milchbauern viel zu niedrigen Niveau, sodass sie nicht kostendeckend arbeiten können. Daher fordere ich den Lebensmitteleinzelhandel und die Molkereien auf, höhere Abgabepreise für Milchprodukte zu akzeptieren, die die Arbeit der Milchbauern und die Lebensmittel wertschätzen und somit sicherstellen, dass unsere Milchbauern in Zukunft weiterhin Milch in der Region produzieren können“, macht Susanne Schulze Bockeloh ihre Forderung im Bereich der Milchpolitik deutlich.

„Die Schweinehalter profitieren aktuell von guten Erzeugerpreisen. Gleichzeitig möchten viele Betriebe gern zugunsten von noch mehr Tierwohl investieren, vor allem auch, um zur Fortführung der Familienbetriebe langfristige Perspektiven zu sichern. Ihnen fehlt aber Planungssicherheit durch die Politik, weil durch Überregulierung und zunehmende Marktöffnung das Wirtschaften noch erschwert wird. Eine Nutztierhaltungsstrategie, die die Herausforderungen der Landwirte im Blick hat und die Interessen der Gesellschaft damit übereinbringt, werde ich gern auch künftig mitgestalten“, sagt Susanne Schulze Bockeloh mit Blick auf die Schweinehaltung.

Eine Vielzahl gut ausgebildeter, junger Landwirtinnen und Landwirte steht in den Startlöchern, um auf den Familienbetrieben einzusteigen. „Für unseren Nachwuchs brauchen wir Zukunftskonzepte, damit Landwirtinnen und Landwirte weiterhin Freude an ihrem Beruf haben und mit Zuversicht und Mut die kommenden Jahre planen können. Überwiegend junge
Menschen saßen bei den Kundgebungen der vergangenen Wochen und Monate auf den Treckern, um für die Zukunft der hiesigen Landwirtschaft zu kämpfen. Diese Bewegung beeindruckt und bewegt mich persönlich sehr. Die Interessen des Nachwuchses werde ich als Präsidentin noch viel stärker in unseren Verband integrieren“, hebt Susanne Schulze Bockeloh die Bedeutung des Nachwuchses hervor.

„Massiv umstritten ist im Berufsstand die weitere Verschärfung der Düngeregeln. Gewässerschutz hat für uns Bauern oberste Prämisse. Gleichzeitig soll nach der letzten Verschärfung der Düngeverordnung in 2017 eine Reduzierung der Düngung um 20 Prozent in belasteten Gebieten umgesetzt werden. Hier fordere ich von der Politik dringend ein, dass die positiven Wirkungen in der veränderten Düngung seit 2017 viel stärker berücksichtigt werden“, erläutert Susanne Schulze Bockeloh den Unmut des Berufsstandes zum Thema Düngeverordnung.

„Wir Landwirte müssen uns, wie alle Wirtschaftsbereiche, neuen Herausforderungen stellen. Deshalb gibt es bereits Anstrengungen zum Tierwohl sowie zum Insekten-, Klima- und Umweltschutz. Mit unserer 2017 angestoßenen Offensive Nachhaltigkeit übernehmen wir Verantwortung und haben in Westfalen-Lippe bereits frühzeitig Handlungsbedarfe analysiert und daraus konkrete Maßnahmenpläne abgeleitet“, so Susanne Schulze Bockeloh.