Tagesarchive: 1. August 2020

Martin Schulze Werner geht in den Ruhestand

Was bleibt aus 32 Berufsjahren des Amtsleiters Martin Schulze Werner?

Der Weg des heute 65-jährigen Mannes schien für seine Eltern von Anfang an vorbestimmt zu sein. Als Kind zeichnete seine Detailliebe zu strukturierten Abläufen bereits seinen späteren Weg vor.

Martin Schulze-Werner, hatte es sich als langjähriger Leiter des Ordnungsamtes zur Aufgabe gemacht, Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung und für die Einwohner Münster abzuwehren. Keine leichte Aufgabe in einem Aufgabenbereich, der das Jagd- und Fischereiwesen genauso umfasst, wie den Lärmschutz, die Bußgeld- und Kraftfahrzeugzulassungsstelle, Verstöße gegen die Straßengrünanlagen, die Aaseeordnung, Sondernutzung im öffentlichen Straßenverkehr, Gewerberecht, Spielkasinos, Gaststätten oder das Taxigewerbe, um nur einige Verantwortungsbereiche zu nennen. Nicht einfach aber gradlinig, korrekt und zielführend, suchte er immer wieder neue Weg und fand sie, um die Lebensqualität aller Münsteraner zu optimieren und rechtssicher zu machen. Beispielhaft ist hier der kommunale Ordnungsdienst von Münster, praktisch neu erfunden und in deutschen Kommunen erfolgreich etabliert.. Vor dreißig Jahren waren städtische Mitarbeiter mehr oder weniger mit einem Kittel ausgestattet und teilweise mit erweiterten Hausmeistertätigkeiten betraut. Doch mit seinem Einzug an die Spitze des Ordnungsamtes räumte er gründlich auf und stellte so eine in Deutschland stark beachtete Ordnungsamtstruppe auf die Beine. Bis zum heutigen Tag kann der Amtsleiter auf eine lange, erfolgreiche Dienstzeit zurückblicken, wo es keinen einzigen Fall einer Zuwiderhandlung gab. Zudem brachte der Jurist in Münster den Fahrzeugen des Ordnungsamts die Blaulichter, als Alleinstellungsmerkmal auf die Münsteraner Ordnungsamts-Fahrzeugdächer. Ein Detail worauf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Recht stolz sind.

Schulze Werner ist wohl der erfahrenste Jurist, der hinter dem Qualitätsanspruch der Marke Münster steckt und Münster weltweit zu großem Ansehen verholfen hat. Ihm ist es zweifellos zu verdanken, dass Münster diese uneingeschränkte Aufmerksamkeit in der ganzen Welt genießt und immer wieder für abenteuerlich anmutende Gerichtsurteile gefeiert wird. Gemeinsam mit seinem langjährigen Mitstreiter bei der Polizei, wurde daraus eine kollegiale und gut gepflegte Freundschaft. Mit dem ehemaligen leitenden Polizeidirektor Udo Weiß, hat Schulze Werner viel für den Verkehrsschutz getan und brachte die Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention von Münster, in das Land. Aus der Idee der allgemeinen Ordnungspartnerschaft wurde im Laufe der Zeit eine Geschichte, die das Vertrauen von Bürgerinnen und Bürgern zu einem wertigen Maßstab des subjektiven Sicherheitsgefühls in der Bürgerschaft gemacht hat. Nicht umsonst wurde dieses Konzept inzwischen weltweit kopiert und wird von führenden Verkehrsexperten empfohlen.  Die im Verkehrsbereich resultierenden Unfallzahlen, sprechen eine deutlichere Sprache. Hier ist der Beleg von geretteten Leben nicht mehr zu überdecken.

Allerdings, mit der Reform der Vergabe der Weihnachtsmarktstände, gab es nicht nur Freunde unter den Schaustellern. Doch für den Weihnachtsmarkt in Münster, der zu den beliebtesten Märkten in Deutschland gehört, war es eine harte Kampfansage, jedem Schausteller eine faire Chance auf dem ohnehin knappen Raumangebot die Teilnahme zu ermöglichen. Jetzt zeigt sich für jedermann sichtbar, der schwierige Weg war von Erfolg gekrönt und alle sind zufrieden und würden den Weihnachtsmarkt auf keinen Fall mehr tauschen wollen. Einer weiteren umstrittenen Baustelle verdankte er den Beinamen „Das Phantom“. Denn so wurde er von vielen Bürgerinnen und Bürgern genannt, die sich von den Änderungen des Promenaden – Flohmarkts gestört fühlten, und dann auch noch mit verschärften Sicherheitsaspekten, bedingt durch das Loveparade-Unglück in Duisburg, nicht an den städtischen Gesetzeshüter gewöhnen konnten oder ihn kannten, aber an seine Erlasse und Vorgaben gebunden waren. So kam er zu dem Beinamen „Das Phantom“ Inzwischen ist der Name längst Geschichte. Seine Nachfolge tritt nun der 54-jährige, stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes „Norbert Vechtel“ an, der ebenfalls als sehr versiert gilt.