3M Studie: Deutsche wünschen sich mehr Diversität in MINT-Berufen / Vor allem Frauen sind in Naturwissenschaften und Technik mit Hindernissen konfrontiert

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Neuss (ots) –

Gut vier Fünftel der Deutschen halten es für wichtig, die Vielfalt und Integration in den Berufsfeldern Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik zu erhöhen. Die Befragten nehmen vor allem geschlechtsbedingte Unterschiede wahr, gefolgt von der Unterrepräsentation verschiedener Ethnien und sexueller Orientierungen. Diese Ergebnisse liefert der State of Science Index (SOSI) 2022. Für die umfangreiche Studie im Auftrag des Multitechnologieunternehmens 3M befragte ein globales Forschungsunternehmen etwa 17.000 Personen in 17 Ländern.

Mit rund 15,5 Prozent ist der Frauenanteil in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) in Deutschland nach wie vor ausgesprochen niedrig. Gleichzeitig kämpft der Markt mit einer bundesweiten Arbeitskräftelücke von 276.900 (Oktober 2021). 79 Prozent der deutschen SOSI-Befragten sehen in Frauen eine Quelle ungenutzten Potenzials für MINT-Berufe. 84 Prozent sind der Meinung, dass mehr getan werden muss, um Frauen und Mädchen zu ermutigen, sich in diesen Bereichen zu engagieren.

„Um offene wissenschaftliche und technische Stellen zu besetzen, müssen Unternehmen und Institutionen weibliche Arbeitskräfte sowie Vertreter von unterrepräsentierten Gruppen einsetzen“, so Camila Cruz Durlacher, als Vice President verantwortlich für Forschung und Entwicklung bei 3M in EMEA. „Darüber hinaus ist Diversität unverzichtbar, um verschiedene Perspektiven einzubringen und Kreativität zu fördern. Nur so schaffen wir die besten Voraussetzungen für dringend benötigte wissenschaftliche Fortschritte, etwa im Kampf gegen künftige Pandemien oder den Klimawandel.“

Heterogenität unter MINT-Beschäftigten noch nicht erreicht

62 Prozent der deutschen SOSI-Teilnehmenden finden, dass unterrepräsentierte Gruppen oft nicht den gleichen Zugang zu naturwissenschaftlicher, technischer, ingenieurwissenschaftlicher oder mathematischer Bildung erhalten. Global liegt dieser Wert mit 71 Prozent* sogar noch höher. Auch nehmen Deutsche die Unterrepräsentation bestimmter Gruppen zwar deutlich, aber doch weniger stark wahr als der weltweite Durchschnitt. 48 Prozent sind der Meinung, dass es ein geschlechtsspezifisches Gefälle gibt (53 Prozent weltweit), 33 Prozent sehen eine ethnische Kluft (44 Prozent weltweit). 28 Prozent stimmen zu, dass eine LGBTQ+-Kluft exisitert (39 Prozent weltweit).

MINT-Diversität: Deutsche optimistischer als andere Europäer

Deutsche erwarten eher Verbesserungen in Sachen Diversität unter Beschäftigten in MINT-Berufen als der weltweite Durchschnitt und als alle anderen befragten europäischen Länder. Nur in asiatischen Ländern, vor allem in China und Japan, rechnen noch mehr Befragte mit positiven Entwicklungen. Bei geschlechtsspezifischen Unterschieden glauben 68 Prozent, dass die Situation sich verbessern wird (56 Prozent global). Mit Blick auf ethnische Unterschiede und sexuelle Orientierung sind es je 61 Prozent (52 Prozent beziehungsweise 49 Prozent global).

Hindernisse: Diskriminierung und mangelnde Zugehörigkeit

Manche der Gründe, warum die deutschen Befragten keine Laufbahn im technischen oder wissenschaftlichen Bereich verfolgten, sind im persönlichen Umfeld wie Familie, Freunde oder Bildungseinrichtungen zu finden. Von dieser Untergruppe der deutschen Studienteilnehmenden fühlten sich 28 Prozent nicht mit der Gemeinschaft an ihrer Universität/Hochschule verbunden und verließen sie vor dem Abschluss. Global nannten nur 16 Prozent dieses Hindernis. 20 Prozent der Deutschen gaben an, dass sie aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Ethnie diskriminiert wurden (weltweit 22 Prozent).

19 Prozent – sowohl in Deutschland als auch im internationalen Durchschnitt – wurden davon entmutigt, dass sie niemanden kennen, der in der MINT-Branche arbeitet und mit dem sie sich etwa in Bezug auf Geschlecht, ethnische Herkunft oder Nationalität identifizieren können. „Diese Ergebnisse zeigen, wie unfassbar wichtig es ist, Identifikationsflächen für junge Menschen zu schaffen. Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Medien sind gleichermaßen in der Pflicht, Vorbilder sichtbar zu machen und so Hemmschwellen abzubauen,“ so Camila Cruz Durlacher. In der Dokumentation „Not the Science Type“ begleitet 3M vier Wissenschaftlerinnen auf ihrem Weg an die Spitze ihres Fachgebiets und zeigt auch ihren Kampf gegen Stereotypen und Diskriminierung.

Vielfältiges Engagement gefragt, um Frauen in MINT-Berufen zu fördern

Sowohl in Deutschland als auch weltweit gaben 62 Prozent der Befragten an, dass Frauen und Mädchen eher davon abgehalten werden, ein technisches Studium zu absolvieren, als dies bei anderen wissenschaftliche Fächern der Fall ist. Doch auch nach der Studienwahl oder gar dem Abschluss sind längst nicht alle Hürden genommen. 58 Prozent der Deutschen stimmten zu, dass Frauen MINT-Berufspositionen verlassen, weil sie nicht genug Unterstützung erhalten. Global sind es sogar 66 Prozent. Deshalb ist es entscheidend, weibliche Beschäftigte in wissenschaftlichen und technischen Laufbahnen über den gesamten Bildungsweg und auch im Berufsleben konsequent zu fördern. 3M engagiert sich daher in zahlreichen Initiativen wie dem Girls‘ Day als bundesweitem Berufsorientierungstag für Mädchen und bringt mit dem eigenen Workshop-Format „Science is Fun“ Schülerinnen und Schülern im Alter von sieben bis elf Jahren wissenschaftliche Tätigkeitsfelder näher. Im 3M internen Netzwerk „Technical Women’s Leadership Forum“ begleitet das Unternehmen gezielt weibliche Führungskräfte im technischen Bereich. Das vielseitige Engagement zahlt sich aus: 2021 stellte 3M insgesamt 26 neue Mitarbeitende im Bereich Forschung und Entwicklung ein, immerhin neun davon waren Frauen.

Über den State of Science Index

Der 3M State of Science Index ist eine jährliche Studie, die im Auftrag von 3M von einem globalen Forschungsunternehmen durchgeführt wird. Dabei wird die Bevölkerung in 17 Ländern befragt. Im fünften Jahr ihres Bestehens verfolgt die Umfrage das öffentliche Bild der Wissenschaft und zeigt langfristige Trends auf, wie sehr die Menschen der Wissenschaft vertrauen, sie respektieren und schätzen und welche Rolle sie in ihrem Leben spielt.

Weitere Informationen über die Ergebnisse des State of Science Index 2022 finden Sie unter 3M.de/stateofscience (https://www.3mdeutschland.de/3M/de_DE/state-of-science-index-survey-de/).

*Alle globalen Daten basieren auf dem Durchschnitt der 17 Länder.

Weiteres Bildmaterial oder eine passende Infografik anfordern: [email protected]

Über 3M

3M wurde 1902 in Minnesota, USA, gegründet und zählt heute zu den innovativsten Unternehmen weltweit. Mit 95.000 Mitarbeitenden ist das Multitechnologieunternehmen in über 190 Ländern vertreten und erzielte 2021 einen Umsatz von 35 Mrd. US-Dollar. Grundlage für seine Innovationskraft ist die vielfältige Nutzung von 51 eigenen Technologieplattformen. Heute umfasst das Portfolio mehr als 55.000 verschiedene Produkte für fast jeden Lebensbereich. 3M hält über 25.000 Patente und macht rund ein Drittel seines Umsatzes mit Produkten, die seit weniger als fünf Jahren auf dem Markt sind.

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Quelle: ots